Freispiel, vom 21.10.2021, 22:03 Uhr

Der Künstler Dries Verhoeven im GlaskastenWanna Play? Zwei Welten und fünf Blind Dates

2014 stellt sich Dries Verhoeven in einem Glaskasten aus. Mittels Sexdating-Apps lädt er Männer zu sich ein, doch die Kunstaktion läuft schief. Fünf Personen, die auch schwule Dating-Apps nutzen, reflektieren den Kontext der Aktion in fünf Blind Dates.

Der niederländische Künstler Dries Verhoeven sitzt am 04.010.2014 bei der Kunstaktion "wanna play ?" in einem Glascontainer auf dem Heinrichplatz in Berlin. Er chattet über die Dating-App Grindr während Passanten die Kommunikation auf einer LED-Wand hinter ihm mitverfolgen können.  (picture alliance / dpa / Foto: Britta Pedersen)
Dries Verhoeven in einem Glascontainer auf dem Heinrichplatz in Berlin. (picture alliance / dpa / Foto: Britta Pedersen)

Zwei Wochen lang lebt Dries Verhoeven öffentlich sichtbar auf einem Platz in Berlin-Kreuzberg und stellt sich selbst aus: essend, schlafend, duschend und online auf Dating-Apps. Die einzige Verbindung des Künstlers zur Außenwelt sind fünf Smartphones. Über Grindr, Scruff und GayRomeo will er Männer aus der Nachbarschaft zu sich einladen. Aber die Aktion läuft schief. Die Betroffenen und ihre Unterstützer:innen wollen nicht, dass öffentlich gezeigt wird, was halböffentlich üblich ist: Verabredungen zum Sex per Dating-App, der virtuelle Raum als Darkroom. Was erzählt uns die abgebrochene Kunstaktion über das Verhältnis zwischen Homosexualität und der sogenannten Mehrheitsgesellschaft? Und wie verändert die Dating-App – unabhängig von allen sexuellen Orientierungen – die Liebe? Feature-Autorin Carina Pesch ist diesen Fragen nachgegangen und hat fünf Personen zu einem Blind Date getroffen. Denn im Dunkeln lässt sich vieles besser sagen.


Schwerpunkt: Dating
Wanna Play? Zwei Welten und fünf Blind Dates
Von Carina Pesch
Regie: die Autorin
Mit: Cade McCall, Bettina Conradi, Friedemann Brenneis, Katja Schmidt, Carina Pesch, Dries Verhoeven, Martin Dannecker u.a.
Produktion: SWR 2015
Länge: 54'58


Carina Pesch, geboren 1983, studierte Ethnologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Leipzig und Beirut. Autorin und Regisseurin von dokumentarischen und fiktiven Hörstücken für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie von ortsspezifischen Installationen, Audiowalks und Klangkompositionen. Zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt Bronze beim Grand Prix Nova für DREAMWAYS. Sie gibt Workshops und Seminare. Gemeinsam mit Lena Löhr und Martina Weber kuratiert sie die Geräuschkulisse, eine monatliche Veranstaltungsreihe für Hörkunst in Leipzig.

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