Klangkunst, vom 18.06.2010, 00:05 Uhr

Chronostasis

Von Andreas Bick

In "Chronostasis" hinterfragt Andreas Bick unser Zeitempfinden. Der Begriff meint die Eigenschaft des Gehirns, Augenblicke subjektiv verlängern zu können. Beim Blick auf eine Uhr erscheint die erste Sekunde ausgedehnter als die folgenden.

Ziffernblatt einer Uhr (Stock.XCHNG / Gábor Bejó)
Ziffernblatt einer Uhr (Stock.XCHNG / Gábor Bejó)

"Chronostasis" setzt der Klangwelt der aus unserem Alltag verschwundenen Uhrwerke ein Denkmal und führt Uromas Pendeluhr in unsere technologische und synchronisierte Gegenwart. Der Klang der Zeit wird durch das vielstimmige Ticken eines Instrumentariums antiker Uhren hörbar. Entmaterialisiert und neu rhythmisiert, stemmen sich diese Klänge gegen das unerbittliche Fortschreiten der Zeit.

Komposition und Realisation: Andreas Bick
Produktion: WDR-Studio Akustische Kunst 2009
Länge: 32’56

Andreas Bick, geboren 1964, Komponist von Filmmusik und Hörstücken, Toningenieur und Musikproduzent. Lebt in Berlin. Silver World Medal bei den New York Festival Awards für "Chronostasis”. Zuletzt für DKultur: "Fire Pattern/Frost Pattern" (Prix Phonurgia Nova 2008).

Anschließend:
"Tagesringe" von Andreas Bick (Autorenprodduktion 2000), Länge: 15’51

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