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Klangkunst / Archiv | Beitrag vom 09.06.2017

Ursendung | KLANGKUNST EXTRA zur documenta 14: Every Time A Ear di SounAtlas Radio | In the Woods There Is A Bird . . . | Speech | ALLGEGENWART | All Lives Matter From Slaveship to Spaceship

Von Theo Eshetu und Keir Fraser | Olaf Nicolai | Nasan Tur | Jace Clayton | Sonic Shadow

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Bunte große Blockbuchstaben auf farbenfrohem Hintegrund: "Every Time A Ear di Soun" - Die Klänge dieser Radiokunstreihe werden von acht Sendern weltweit ausgestrahlt. (Laurenz Brunner)
Die Klänge dieser Radiokunstreihe werden von acht Sendern weltweit ausgestrahlt. (Laurenz Brunner)

"Every Time A Ear di Soun" ist eine gemeinsame Radiokunst-Ausstellung von documenta 14 und Deutschlandfunk Kultur. Sie zeigt 30 neue Hörstücke von internationalen KünstlerInnen.

Klangkunst Extra zur Eröffnung der documenta 14 in Kassel
0.05 – 5.00 Uhr

Moderation: Tanja Runow

Atlas Radio
Von Theo Eshetu und Keir Fraser

Länge: 60'

In the Woods There Is A Bird . . .  
Von Olaf Nicolai
Länge: 31‘01

Speech
Von Nasan Tur
Länge: 42‘48

ALLGEGENWART
Von Jace Clayton
Länge: ca. 50’

All Lives Matter From Slaveship to Spaceship
Von Sonic Shadow
Länge: 40‘

Produktion: documenta 14 / Deutschlandfunk Kultur 2017 

Die Klänge der Radiokunst-Reihe "Every Time A Ear di Soun" werden von acht Rundfunksendern auf der ganzen Welt ausgestrahlt - und sie erscheinen im Klangkunstprogramm von Deutschlandfunk Kultur während des documenta-Zeitraums vom 8. April bis 17. September.

Der Titel der Ausstellung ist einem Song des jamaikanischen Dub-Poeten Mutabaruka entlehnt. Er bedeutet "Immer wenn ich den Klang höre".

Bonaventure Ndikung über "Every Time A Ear di Soun":

www.documenta14.de/de/public-radio

Atlas Radio

von Theo Eshetu und Keir Fraser

Theo Eshetu über "Atlas Radio":

Das Stück beginnt mit einer später stets wiederkehrenden Melodie. Sie stammt von einem altgriechischer Grabstein, der Seikilos-Stele und gilt als die älteste, vollständige musikalische Notation.

Der Text zur Melodie lautet:

"Solange du lebst, tritt auch in Erscheinung.
Traure über nichts zu viel.
Eine kurze Frist bleibt zum Leben.
Das Ende bringt die Zeit von selbst.”

Mit der Komposition "Atlas Radio” schufen die beiden Künstler ein experimentelles Narrativ, das die Sujets Mythos, Psychologie, Kunst und Politik als Sphären zu greifen versucht um sich in einer zersplitterterten Welt zurecht zu finden. 

Mit Textzitaten von  Carl Jung, James Baldwin, Langston Hughes, Toni Morrison, Maya Angelou, Angela Davis, Joseph Campbell, Andy Warhol und  Bertrand Russell, Homi Bhabha und Charlie Chaplin, sowie Musikzitaten von überall aus der Welt.

Theo Eshetu, äthiopisch-britischer Künstler, wurde 1958 in London geboren. Seine Filme und Videoinstallationen befassen sich häufig mit anthropologischen Themen, wie der Bedeutung und Darstellbarkeit von Ritualen, Symbolen und Mythen, sowie Formen von kultureller Hybridität. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Keir Fraser ist Musiker und Sounddesigner.

In the Woods There Is A Bird . . .  

Von Olaf Nicolai

Olaf Nicolai über "In the Woods there is a bird...":

Diese Arbeit nutzt das Radio als Quelle (nicht als Übertragungsmedium), um dem Verhältnis von Ton und Zeichenhaftigkeit nachzugehen. Hintergrundgeräusche von Demonstrationen, Krawallen und Aufmärschen, die für das Radio aufgezeichnet wurden, dienen hier als Ausgangsmaterial für das Erzeugen konkreter Klangobjekte und Interpretationen durch Musiker. Begleitet wird das Projekt von einer Publikation, einer Landkarte und einem Kalender, in denen die aufgezeichneten "Geräusche" nach Ort und Zeit geordnet eingetragen sind. "Au bois il y a un oiseau, Son chant vous arrête et vous fait rougir ... Il y a enfin, quand l'on a faim et soif, quelqu'un qui vous chasse." ("Im Wald, da ist ein Vogel, sein Gesang lässt euch stillstehen und erröten … Und am Ende, wenn man Hunger hat und Durst, kommt jemand und verjagt euch." ) (Arthur Rimbaud, Kindheit).

Tonproduktion: Frank Bretschneider
Musikberatung: Theo Nabicht
Radioberatung: Iris Drögekamp
Recherche: Marian Kaiser & Astrid Matron

Olaf Nicolai, geboren 1962 in Halle an der Saale, ist Künstler. Seine zeitbasierten Medienkunstwerke und ortsspezifischen Installationen stellen alltägliche Erfahrungen von Raum, Zeit und Körperlichkeit in Frage. Lebt und arbeitet in Berlin

Speech

Von Nasan Tur

Nasan Tur erforscht in seiner Arbeit die Macht eines der wichtigsten politischen Medien überhaupt: Reden. Komposition, Struktur, Rhythmus, Emphase – es geht ihm dabei um die Frage, wie politische Reden im Fernsehen, in den sozialen Medien und im Radio gehalten werden und wie sie dem Zeitgeist folgen, wie sie kulturelle und ideologische Präferenzen der Empfänger bedienen. Turs Arbeit kann man als den Versuch verstehen, die komplexen Funktionen und Wirkungen politischer Reden offenzulegen.

Nasan Tur, geboren 1974 in Offenbach ist Künstler. Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen, unter anderem auf der Istanbul Biennale, Taipeh Biennale, Bucharest Biennale, im Centre Pompidou, Hamburger Bahnhof, Städel Museum, ARTER Istanbul, MAXXI Rome, Martin-Gropius-Bau Berlin, Lentos Museum und Palais de Tokyo. Lebt und arbeitet in Berlin.

ALLGEGENWART

Von Jace Clayton

"ALLGEGENWART" ist ein neues Chorstück von Jace Clayton, das in Reaktion auf die aggressive Beleuchtung seines Harlemer Wohnviertels durch die Polizei entstanden ist. Der Chor fasst die grellen Scheinwerfer als Ausdruck behördlicher Feindseligkeit gegenüber dem Schwarzsein auf und öffnet, indem er zu den Lichtern singt, einen Raum der Kontemplation: dieser setzt sich mit der Geschichte der Chormusik als heiliger Lobpreisung einer höheren Macht auseinander und gibt zugleich einer Gefängnisinfrastruktur eine neue Bedeutung. Für "ALLGEGENWART" stellt Clayton einen Chor aus neun Sängern zusammen, der Auszüge des Werks auf dem Gelände eines ehemaligen Krematoriums in einem öffentlichen Konzert aufführt. Dessen Aufzeichnung bearbeitet Clayton anschließend zu einer einstündigen radiophonischen Komposition für Stimme und Elektronik.

Jace Clayton lebt als Künstler, Schriftsteller und DJ in Manhattan.  2016 erschien sein Buch über Underground in der Musik; "Uproot: Travels in 21st Century Music and Digital Culture".
Zu seinen jüngsten Projekten gehören "Sufi Plug Ins", eine kostenlose künstlerische Musiksoftware, die auf nichtwestlichen Auffassungen von Klang und alternativen Schnittstellen beruht. Als DJ veröffentlichte er mehrere Alben. Fünf Jahre lang moderierte er eine Musiksendung auf dem Radiosender WFMU.

All Lives Matter From Slaveship to Spaceship

Von Sonic Shadow

Satch Hoyt über "All Lives Matter - From Slaveship to Spaceship":

Elektrische Flöte und Perkussion: Satch Hoyt aka Sonic Shadow
Schlagzeug: Earl Harvin
Elektronik: Dirk Leyers

Mitschnitt einer gemeinsamen Veranstaltung von documenta 14 und Deutschlandradio Kultur, SAVVY Contemporary im Silent Green Kulturquartier Berlin, 23. Februar 2017.

Satch Hoyt aka Sonic Shadow ist ein jamaikanisch/britischer Künstler, Komponist und Musiker. Er lebt in Berlin. Seine künstlerischen Ausdrucksmedien reichen von der Plastik, über Klanginstallation, Malerei, Zeichnung hin zur Musik. Hoyts Arbeit befassen sich mit der Schwarzen Geschichte, dem "Black Atlantic" und den Folgen von Kolonialismus und Sklaverei für das politische und ästhetische Selbstverständnis.

Aktuelle Ausschreibung:

Prix Phonurgia Nova 2017

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