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Kulturnachrichten

Samstag, 11. Januar 2014

Weltbild-Verlag stellt Insolvenz-Antrag

Der zweitgrößte Buchhändler Deutschlands, der Weltbild-Verlag, hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Das Unternehmen teilte mit, ein entsprechender Antrag sei beim Amtsgericht Augsburg eingegangen. Wesentlicher Auslöser sei der Umsatzrückgang der vergangenen Monate gewesen. Ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sagte, der Grund für die Insolvenz sei, dass die an Weltbild beteiligten Bistümer ihre Kapitalzusagen in Höhe von 60 Millionen Euro zurückgezogen hätten. Der Weltbild-Verlag habe zuvor einen Sanierungsplan erarbeitet, dem auch mehreren Banken zugestimmt hätten. Auf eine neue Finanzierung des Verlags hätten sich die Eigentümer bislang aber nicht einigen können.

Der Insolvenzantrag betreffe nur die Verlagsgruppe in Augsburg, heißt es in der Mitteilung weiter. Nicht berührt seien alle Filialen sowie Gesellschaften in Österreich, der Schweiz sowie das Internetportal bücher.de. Beim Weltbild-Verlag sind zur Zeit 6.800 Mitarbeiter beschäftigt.

Weitere Dieudonné-Auftritte in Frankreich verboten

Die Behörden in Frankreich haben weitere Dieudonné-Auftritte verboten.

Der Polizeipräsident in Paris untersagte gestern Abend drei kurzfristig angesetzte Termine des umstrittenen Komikers in der Hauptstadt, die für heute, morgen und Montag geplant waren. Kurz zuvor war ein Auftritt in der Stadt Tours endgültig vom obersten französischen Verwaltungsgericht verboten worden. Der Tournee-Auftakt Dieudonnés in Nantes war bereits am Donnerstag juristisch verhindert worden. Der Komiker hat sich in der Vergangenheit mehrfach antisemitisch geäußert und wurde bereits zu Geldstrafen verurteilt.

Historische Stadt in Tibet durch Brand zerstört

Ein Feuer hat eine historische Stadt in Tibet völlig zerstört.

Wie die örtlichen Behörden mitteilten, ist der Ort Dukezong in der südwestlichen chinesischen Region Shangri-La bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Rund 1.000 Feuerwehrleute hätten die Flammen erst nach zehn Stunden unter Kontrolle gebracht, hieß es. Mehr als 100 historische Holzhäuser wurden demnach zerstört. Die Einwohner konnten sich rechtzeitig retten. Über die Brandursache war zunächst nichts bekannt. Dukezong wurde vor 1.300 Jahren gegründet und entwickelte sich zu einer wichtigen Etappe der südlichen Route der Seidenstraße. Der Ort ist ein beliebtes Touristenziel im chinesischen Teil Tibets.

Nach Münchner Guillotinen-Fund Diskussion über Ausstellung

Was soll mit der Guillotine geschehen, mit der die Geschwister Scholl umgebracht wurden?

Diese Frage beschäftigt jetzt Historiker und Politiker, nachdem gestern bestätigt wurde, dass das Fallbeil seit Jahrzehnten im Depot des Bayerischen Nationalmuseums in München lagert. Die Vorsitzende der "Weiße Rose-Stiftung", Hildegard Kronawitter, sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine Ausstellung der Guillotine sei nur denkbar, wenn zugleich der historische Kontext des NS-Staatsterrors sorgfältig dargestellt werde. Der bayerische CSU-Kulturpolitiker Karl Freller meinte, die Tötungsmaschine dürfe nicht als Sensationsstück präsentiert werden. Ähnlich äußerte sich der bayerische Kunstminister Spaenle. Mit der Guillotine hatten die Nazis 1943 die Geschwister Scholl von der NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" hingerichtet. Sie galt bislang als verschwunden.

In den USA gestohlenes Renoir-Gemälde geht an Museum zurück

Das Glück über den Flohmarkt-Fund war nicht von Dauer.

Eine Amerikanerin aus dem US-Staat Maryland muss ein Bild des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir an das "Baltimore Museum of Art" zurückgeben. Sie hatte es nach eigenen Angaben für sieben Dollar einem Trödelhändler abgekauft, weil ihr damals der Rahmen des unsignierten Bildes gefallen hatte. Die Frau erklärte, erst später habe sich herausgestellt, dass es sich um einen Renoir handele, der auf rund 100.000 Dollar geschätzt werde. Als sie das Gemälde auf einer Auktion verkaufen wollte, meldete sich das Museum, aus dem das Bild im Jahr 1951 gestohlen worden war. Ein US-Bundesgericht verfügte nun die Rückgabe.

Googles "Hitler-Platz"-Panne von Internet-Blog erläutert

Bei "Google" scheinen nicht alle Mitarbeiter über historische Kenntnisse zu verfügen.

Dies zeigen Recherchen der Internet-Seite "Landkarten-Blog". Deren Macher haben untersucht, wie der Berliner Theodor-Heuss-Platz im Kartendienst "Google Maps" mehrere Tage lang "Adolf-Hitler-Platz" heißen konnte. Demnach trug ein anonymer User diesen Namen als Alternativ-Bezeichnung für den Ort ein. Ein Google-Mitarbeiter habe dies einige Tage später offiziell akzeptiert und den neuen Namen sogar als reguläre Bezeichnung auf der Karte festgelegt. Erst auf den Protest anderer User hin sei der Fehler aufgefallen und korrigiert worden. Eine Google-Sprecherin bestätigte diese Angaben gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Landkarten-Blog" kritisierte, der Fall dokumentiere, dass Nutzer anonym und kinderleicht Kartendaten auf Google Maps verfälschen könnten.

Norwegische Krimi-Autoren protestieren gegen Streichung von Bibliotheks-Zuschüssen

Skandinavische Kriminalliteraur ist international erfolgreich - benötigt sie da noch die Unterstützung des Staates?

Diese Frage hat sich die norwegische Regierung gestellt und mit Nein beantwortet. Sie will die Zuschüsse für Bibliotheken zur Anschaffung von Krimis streichen. Das Kulturministerium in Oslo erklärte, da sich diese Art der Literatur gut verkaufe, gebe es keinen Grund mehr für eine öffentliche Förderung. Der Protest populärer norwegischer Krimischreiber kam prompt: Tom Egeland verwies darauf, dass Krimis die Ausleihe-Statistiken anführten. Jørn Lier Horst warnte, dass Krimis dann aus den Bibliotheken verschwänden und weniger bemittelte Bürger ihre Lieblingsbücher nicht mehr ausleihen könnten.

Arts Council England kritisiert umständliche Kunstbeschreibungen in Museen

"Manchmal scheinen Kunstbeschreibungen in einer anderen Sprache geschrieben worden zu sein."

Mit diesen Worten hat der Vorsitzende des englischen "Arts Council", Peter Bazalgette, eine zu komplizierte Sprache von Kunstkritikern und Kuratoren kritisiert. Er sagte der Zeitung "The Telegraph", die Beschreibungen etwa neben Kunstwerken in Museen seien oft blumig und unverständlich. Dadurch entstehe der Eindruck, als sei Kunst nur etwas für eine bestimmte Gruppe von Menschen. Es sei aber auch im Sinne der Künstler, wenn sich ihre Werke Allen erschlössen, meinte Bazalgette.

Vatikanische Museen länger geöffnet wegen langer Warteschlangen

Die langen Warteschlangen vor den Mauern des Vatikan sollen ein Ende haben.

Die Vatikanischen Museen sind wegen des großen Andrangs künftig länger geöffnet, wie ihr Direktor Antonio Paolucci in der Zeitung "Osservatore Romano" ankündigte. Er sagte, außerdem strebe man als Reaktion auf die wachsende Zahl von Besuchern eine bessere Konservierung der teils jahrtausende alten Kunstwerke an. Die Vatikanischen Museen hatten im vergangenen Jahr mit 5,5 Millionen Besuchern einen neuen Rekord verzeichnet.

Goslarer Kaiserring geht an Bildhauerin und Objektkünstlerin Wiebke Siem

In Goslar steht die Bildhauerin und Objektkünstlerin Wiebke Siem jetzt in einer Reihe mit Max Ernst, Joseph Beuys, Gerhard Richter und Anselm Kiefer.

Wie zuvor bereits die berühmten Künstler wird nun auch sie mit dem Goslaer Kaiserring ausgezeichnet. Dies gab der Oberbürgermeister der niedersächsischen Stadt, Oliver Junk, bekannt. In der Begründung der Jury heißt es unter anderem, Siems Skulpturen strahlten eine enorme Aura und Präsenz aus. Wiebke Siem hat in vielen ihrer Werke Alltagsgegenstände als überdimensionierte abstrakte Objekte dargestellt. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im New Yorker Guggenheim Museum und in der Kunsthalle Hamburg gezeigt. Der Goslarer Kaiserring gilt als einer der international wichtigsten Preise für moderne Kunst.

Saarbrücker Theaterchefin Schlingmann bleibt bis 2019 - Vertrag verlängert

Dagmar Schlingmann bleibt dem Saarländischen Staatstheater erhalten.

Der Vertrag der Generalintendantin wurde um drei Jahre bis 2019 verlängert. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Saarlands Kultusminister Ulrich Commerçon, begründete die Entscheidung in Saarbrücken mit den großen Verdiensten Schlingmanns für das Haus. Die Theaterchefin sagte, sie wolle in den kommenden Spielzeiten unter anderem einen Opernball etablieren und mehr Projekte mit Jugendlichen und Laien ins Programm aufnehmen.

Neue Chefin des Grimme-Instituts wird Grünen-Politikerin Gerlach

Und noch eine Personalie: Die Grünen-Politikerin Frauke Gerlach wird neue Chefin des Grimme-Instituts.

Wie in Marl mitgeteilt wurde, wählten die Gesellschafter die Medienexpertin einstimmig zur Nachfolgerin des scheidenden Institutschefs Kamman, der in den Ruhestand geht. Gerlach tritt den Posten am ersten Mai an. Das gemeinnützige Grimme-Institut beobachtet und bewertet Medienangebote und zeichnet hochwertige Fernsehsendungen aus. Gesellschafter sind unter anderem der WDR, das ZDF und das Land Nordrhein-Westfalen.

Schauspieler Shia LaBeouf reagiert mit Rückzug auf Angriffe

Shia LaBeouf ist offenbar beleidigt.

Der US-Schauspieler hat im Internet angekündigt, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen. Als Grund nannte er die - Zitat - "jüngsten Attacken auf meine künstlerische Integrität". LaBeouf musste kürzlich nach Plagiatsvorwürfen seinen ersten Kurzfilm als Regisseur zurückziehen. Der 27-Jährige hatte sich inhaltlich aus einem Comic des Künstlers Daniel Clowes bedient, ohne dies anzugeben. Anfang Januar hatte LaBeouf sich für sein Abkupfern auf spektakuläre Weise entschuldigt: Er ließ mit einem Flugzeug den Satz "I am sorry Daniel Clowes" in die Wolken über Hollywood schreiben. Der Schauspieler wurde durch die Hauptrolle in den "Transformers"-Filmen bekannt.

Hollywood-Star Chris Hemsworth wird Oscar-Nominierungen verkünden

Bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen darf Chris Hemsworth die frohen Botschaften verkünden.

Der australische Hollywood-Schauspieler verliest am Donnerstag in Los Angeles die Liste der Kandidaten für die begehrten US-Filmpreise. Dies teilte die Academy of Motion Pictures and Arts mit. Hemsworth spielte zuletzt in "Thor - The Dark Kingdom" und dem Formel-1-Film "Rush" die Hauptrollen.

Bauhaus-Ausstellung beschäftigt Justiz: Angeblich falsche Reproduktionen

Falsche Farbe, falsches Material und die Proportionen stimmen angeblich auch nicht.

Ein Enkel des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer ärgert sich über nachgemachte Kostüme seines Großvaters. Die Reproduktionen wurden von Studenten angefertigt und sind zur Zeit in einer Ausstellung in Dessau zu sehen. Der Schlemmer-Enkel hält sie für - Zitat - "karikaturesk". Er will nun vor dem Landgericht Dessau-Roßlau erreichen, dass die Bauhaus-Stiftung die Kleidungsstücke mit dem Zusatz versieht, dass es keine Originale sind. Verhandelt werden soll laut Gericht Mitte Januar. Die Bauhaus-Stiftung erklärte, auf der Ausstellung werde bereits darauf hingewiesen, dass es sich um studentische Adaptionen handele. Die Original-Kostüme hatte Schlemmer für sein 1922 in Stuttgart uraufgeführtes "Triadisches Ballett" entworfen.

Kölner-Karnevalisten laden Homosexuellen-Gegner aus

"Die 'Roten Funken' wollen keinen Schwulenhasser im Rosenmontagszug".

Mit dieser Begründung hat das Kölner Karnevals-Korps eine Einladung an den ehemaligen Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow zurückgezogen, beim diesjährigen Rosenmontags-Umzug auf ihrem Wagen mitzufahren. Die Einladung war vor Jahren von einem Funken-Mitglied und ehemaligen Kölner Oberbürgermeister ausgesprochen worden. Dieses Angebot wollte Luschkow jetzt annehmen. Ein Sprecher der Roten Funken sagte, man habe damals versäumt, die Person zu prüfen. Luschkow war von 1992 bis 2010 Oberbürgermeister der Stadt Moskau. Damals ließ er Schwulenparaden verbieten und äußerte sich herabwürdigend über Homosexuelle.

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