Freistil, vom 22.11.2020, 20:05 Uhr

Vom schrecklich schönen AlleinseinOnly the Lonely

„Wer einsam ist, der hat es gut, weil keiner da, der ihm was tut!“ dichtete Wilhelm Busch. Manche Menschen meiden aus Angst verletzt zu werden den Kontakt mit anderen. Doch die meisten fürchten das Alleinsein, da es immer noch mit Einsamkeit verwechselt wird. Und das ist ein Tabuthema. Einsam sind immer nur die anderen.

Der langgezogene Schatten einer Spaziergängerin. (imageBROKER / picture alliance)
Social Distancing, Home-Office oder sogar Quarantäne - plötzlich fühlen wir uns viel mehr allein als zuvor. (imageBROKER / picture alliance)

Das Alleinsein hat viele Gesichter: quälende Isolation, die wohlige Ruhe des ganz bei sich Seins, die Bürde existenzieller Einsamkeit, die wahre Quality-Time im Leben. Den allerletzten Weg allerdings muss jeder allein gehen, weshalb Philosophen und Psychologen empfehlen, rechtzeitig zu lernen, wie es ist, alleine zu sein.

Was macht die Begegnung mit sich selbst für viele Menschen so unerträglich? Warum schlägt sie oft in bedrückende Einsamkeit um, während andere das Alleinsein als Quelle von Inspiration und inneren Frieden erleben? „Wie schön ist es, allein zu sein“, schrieb die Poetin Mascha Kaléko. „Vor allem, wenn man jemanden hat, dem man sagen kann: Wie schön ist es, allein zu sein.“

Only the Lonely
Vom schrecklich schönen Alleinsein
Von Burkhard Reinartz

Regie: der Autor
Es sprachen: Janina Sachau, Philip Schepmann, Anja Lais,
Daniel Wiemer und Lisa Sommerfeld
Ton und Technik: Günther Rose und Jutta Stein
Redaktion: Klaus Pilger
Produktion: Deutschlandfunk 2009

Burkhard Reinartz kommt 1951 in Bentheim, einem Dorf im Emsland, zur Welt. Der diplomierte Sozialwissenschaftler spielt als Musiker in Rock- und Jazz-Punk-Bands, später arbeitet er als bildender Künstler und kommt erst im Jahr 2000 als "Spätberufener" zum Radio. Hier können Sie mehr über den Feature-Autor erfahren. 

Der Freistil-DREIERPACK begann am 8. November mit dem Feature "Stein-Zeit - der Stein, das Leben und die Ewigkeit" aus dem Jahr 2003 – eine ethno-philo-mineralische Reise durch die letzten fünf Millionen Jahre, in der Steine auch akustisch erklingen. Am 15. November folgte "Only the lonely – vom schrecklich schönen Alleinsein" (2009), eine ambivalente Hommage an eine schmerzhaft wohlige Erfahrung. Zum Abschluss dann am 22. November: "An den Ufern der Sehnsucht – Anatomie eines widersprüchlichen Gefühls" aus dem Jahr 2011, unter dem Motto des legendären Songs "Desperado": " Dein Tisch ist mit den wunderbarsten Sachen gedeckt. Aber du willst nur die Dinge, die du nicht bekommen kannst". 

Only the Lonely. Vom schrecklich schönen Alleinsein (PDF)

Only the Lonely. Vom schrecklich schönen Alleinsein (Textversion)

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