Freistil, vom 29.11.2009

Von Jürgen M. Thie

Karten als globales Kulturgeschichtsgut: Nichts verdeutlicht dies so sehr wie die Erkenntnis, dass sich der Mensch mit ihrer Hilfe die Welt untertan gemacht hat. Karten brachten Ordnung in den Kosmos und waren mehr wert als Gold. Sie setzten Agenten und Freibeuter in Bewegung und lösten Kriege um Seewege, Handelsrouten und neue Kolonien aus.

Globus (Stock.XCHNG / Steve Gray)
Globus (Stock.XCHNG / Steve Gray)

Die Geschichte der Kartografie zu erzählen, sie mit ihren Besonderheiten, Auswüchsen, Kuriositäten, Anekdoten, Merkmalen, Techniken und Einzigartigkeiten zwischen Frühgeschichte und Computerzeitalter widerzuspiegeln, heißt auch, ihr im Milieu der Kartenkünstler und Kartenfälscher, Kartenhändler und Kartensammler zu begegnen, dort, wo Kunst und Kommerz am signifikantesten sind. Es sind aber nicht nur die modernen Jäger und Sammler allein, die der aktuellen Geschichte der Kartografie ihren Stempel aufdrücken. Wichtig ist auch der Wandel der Landkartenreproduktion im Zeitalter von Hightech und Satellitennavigation. In dem Hör-Bild von Jürgen M. Thie gibt das Zitat eines Insiders die Richtung vor: "Eine Karte kann dann als perfekt bezeichnet werden, wenn man sie auch noch als ästhetisch empfindet - eine Karte, so schön wie ein Bild."