Das Feature, vom 17.04.2012, 19:15 Uhr

Tödlicher Reichtum

Uran in der Demokratischen Republik Kongo
Von Bettina Rühl

Die Uranmine Shinkolobwe in der Demokratischen Republik Kongo gilt als die uranreichste Erzlagerstätte der Welt. Neben Uran lagern hier unter anderem Kobalt-, Nickel- und Kupfererze.

Viele Militärs im Kongo wollen von dem Uranhandel mit dem Ausland profitieren. (AP)
Viele Militärs im Kongo wollen von dem Uranhandel mit dem Ausland profitieren. (AP)

Aus Shinkolobwe stammte das Uran, das die USA im Zweiten Weltkrieg für den Bau der beiden Atombomben verwendeten, die sie 1945 über Hiroshima und Nagasaki abwarfen. Heute holen Kongolesen die uranversetzten Mineralien in Handarbeit und mit einfachstem Werkzeug aus der Mine. Sie setzen sich dabei einer extrem schädlichen, wenn nicht tödlichen Strahlendosis aus. Und sie schädigen die Umwelt, weil die uranhaltigen Abfälle überall herumliegen.

Die kongolesische Regierung hat den Abbau wegen der hohen Gefahren verboten. Aber die Militärs, die den Abbau verhindern sollen, sind korrupt und paktieren mit den Bergarbeitern. Die Männer suchen und verkaufen Kobalt-, Nickel- und Kupfererze. Werden diese Erze als Konzentrat exportiert, kann das Uran auch im Empfängerland herausgelöst werden. Das heißt: Offiziell werden Kupfer und Kobalt ausgeführt, tatsächlich aber bekommt der Käufer Uran. Mehreren Quellen zufolge wird radioaktives Material regelmäßig ins Ausland geschmuggelt. Die Käufer kommen womöglich auch aus Pakistan.

DLF 2012

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Tödlicher Reichtum. Uran in der Demokratischen Republik Kongo (PDF)
Tödlicher Reichtum. Uran in der Demokratischen Republik Kongo (Text)

 

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