Das Feature, vom 10.12.2019, 19:15 Uhr

Russland und die Verhandlungen zur Deutschen Einheit 1990Die Wurzeln des Misstrauens

Von Andreas von Westphalen

Kaum ein Thema belastet das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen so stark wie die Osterweiterung der NATO. Während der Westen sich keines gebrochenen Versprechens schuldig fühlt, sieht sich Russland belogen und betrogen. Dokumente zeigen: Beide Seiten machen es sich zu einfach.

Bundeskanzler Helmut Kohl (r), der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (M) und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (l) unterhalten sich am 15.07.1990 in entspannter Atmosphäre an einem rustikalen Arbeitstisch in der freien russischen Natur, während die anderen Gäste unter anderem Raissa Gorbatschowa (M hinten) und Eduard Schewardnadse amüsiert die Szene betrachten. (picture alliance / dpa)
Bundeskanzler Helmut Kohl (r), der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow (M) und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (l). (picture alliance / dpa)

Gab es 1990 tatsächlich Zusagen des Westens, dass die NATO sich nicht nach Osten ausweiten würde? Gab es Versprechen, dass die Sowjetunion Teil einer europäischen Sicherheitsordnung werden sollte und ihre Sicherheitsinteressen berücksichtigt werden würden? Warum sonst war die Sowjetunion bereit, die Wiedervereinigung Deutschlands zu akzeptieren, dessen Einbindung in die NATO sowie den Rückzug ihrer eigenen 380.000 Soldaten und die Verkleinerung ihres politischen Einflussbereiches?

Bis heute widersprechen sich die Narrative im Westen und in Russland. Was die blinden Flecken und Fehleinschätzungen auf beiden Seiten sind, was tatsächlich gesagt wurde, dazu äußern sich Historiker aus Deutschland, den USA und Russland. Welche Lehren kann man hieraus für die Probleme der Gegenwart ziehen?

Die Wurzeln des Misstrauens
Russland und die Verhandlungen zur Deutschen Einheit 1990
Von Andreas von Westphalen

Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Dlf 2019

Andreas von Westphalen, Journalist, Hörspiel- und Theaterregisseur, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Neuere Germanistik und Philosophie in Bonn, Oxford und Fribourg. Gemeinsam mit Jochen Langner realisierte er das russisch-deutsche Dialogprojekt zum Zweiten Weltkrieg "Horchposten 1941" (DLF, Radio Echo Moskau, WDR).

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