Feature, vom 27.10.2018

Reihe: Wirklichkeit im RadioEnde der Anfrage

Von 1940 bis 1944 wurden auf Schloss Hartheim bei Linz geistig Behinderte von der SS getötet und verbrannt. Bei Recherchen vor Ort traf der Autor auf Misstrauen und ausgeprägtes Vergessenwollen. Das Feature wurde nicht gesendet. Es gehört zu den Vorboten bundesdeutscher Dokumentarliteratur.

Der ehemalige Warteraum in der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein in Pirna (Sachsen), aufgenommen am 15.09.2017. In der nationalsozialistischen Euthanasie-Anstalt wurden in den Jahren 1940 bis 1941 insgesamt 14.751 vorwiegend psychisch Kranke und geistig behinderte Menschen ermordet. (dpa-Zentralbild / Arno Burgi)
Gedenkstätte Sonnenstein in Pirna: In der nationalsozialistischen Euthanasie-Anstalt wurden in den Jahren 1940 bis 1941 insgesamt 14.751 vorwiegend psychisch Kranke und geistig behinderte Menschen ermordet. (dpa-Zentralbild / Arno Burgi)

Die Recherche im Umfeld einer NS-Euthanasie-Anstalt stößt auf eine Wand des Schweigens: Von 1940 bis 1944 wurden auf Schloss Hartheim bei Linz geistig Behinderte von der SS getötet und verbrannt. Bei Recherchen vor Ort mit alteingesessenen Dorfbewohnern traf der Autor auf Misstrauen und ausgeprägtes Vergessenwollen. Das Feature wurde nicht gesendet. Es gehört zu den Vorboten bundesdeutscher Dokumentarliteratur.

Schloss Hartheim in Alkoven, Oberösterreich Schloss Hartheim bei Alkoven in Oberösterreich ist vor allem als Ort der Tötung behinderter Menschen durch die Nationalsozialisten zwischen Mai 1940 und Dezember 1944 bekannt. (imago / Volker Preußer)Schloss Hartheim bei Alkoven in Oberösterreich ist vor allem als Ort der Tötung behinderter Menschen durch die Nationalsozialisten bekannt (imago / Volker Preußer)

Ende der Anfrage
Von Christian Geissler
Regie: Hans Otto Müller
Mit: Ursula Jockeit, Dietlind Macher, Gudrun Nierich, Hanns Otto Ball, Hans Brenner
Produktion: SWF 1965
Länge: 39'28


Dem deutschen Schriftsteller Christian Geissler (M.),im Jahr 1981 (picture alliance / dpa)Der deutsche Schriftsteller Christian Geissler im Jahr 1981 (picture alliance / dpa)

Christian Geissler, 1928 in Hamburg geboren, begann 1949 ein Studium der Evangelischen Theologie, konvertierte 1953 zum Katholizismus, studierte Philosophie und Psychologie, brach 1956 das Studium ab. Christian Geissler wurde Schriftsteller, einer der großen Außenseiter des Literaturbetriebs. Sein Werk dokumentiert die Entwicklung eines politisch engagierten Autors. Er schrieb Romane, Gedichte, Fernsehspiele, Hörspiele und Dokumentarfilme. Er engagierte sich politisch im linken Spektrum gegen die militärische Aufrüstung der Bundesrepublik; in den 1970er und 1980er Jahren kritisierte er die Haftbedingungen der RAF-Häftlinge. 1972-1974 war er Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Zahlreiche Hörspiele: "Eine alte Frau geht nach Hause" (WDR 1956), "Verständigungsschwierigkeiten" (SWF 1969), "Wanderwörter" (SWR 2001). Für "Unser Boot nach Bir Ould Brini" (SWF 1993) wurde er mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet.