Das Feature, vom 25.10.2011

Von Karl-Ludolf Hübener

Noch vor Jahren schien Südamerikas Eisenbahn endgültig aufs Abstellgleis geschoben. Doch nun rattern auf kargen bolivianischen Andenhöhen wieder mehr Züge. Mit einem Nationalen-Eisenbahn-Entwicklungsplan vernetzt Venezuela seine Städte und Dörfer.

Ein historischer Zug in Patagonien (AP Archiv)
Ein historischer Zug in Patagonien (AP Archiv)

Brasilien liebäugelt mit Hochgeschwindigkeitszügen. Der Niedergang des einst bedeutendsten öffentlichen Verkehrsmittels in Südamerika begann im vergangenen Jahrhundert. Internationale Finanzinstitutionen und Autolobby redeten den Regierungen ein, der Straße gehöre die Zukunft.

Höhepunkt dieser Entwicklung war die neoliberale Ära der 90er-Jahre, als der Schienenverkehr privatisiert oder stillgelegt wurde. Ungezählte Arbeitsplätze verschwanden.

Ganze Dörfer und Städte wurden von heute auf morgen von der Außenwelt abgeschnitten und zu Geistersiedlungen. Doch dann stellten einige Regierungen fest, dass der Verkehr auf Asphalt teurer zu stehen kommt als über die Schiene. Ölpreissteigerungen, boomender Export und Klimawandel beschleunigen das Umdenken.

Wie auch die Integration des Subkontinents, die neue Transportwege für Menschen und Güter erfordert.

DLF/WDR 2011