Das Feature, vom 23.10.2018

Medikamentenversuche an Jugendlichen und ihre FolgenAuf den Spuren von Schorsch

Mediziner warnten Ende der 60er-Jahre, die vom Pharmakonzern Schering entdeckte triebhemmende Substanz Cyproteronacetat Heranwachsenden zu verabreichen. Sie fürchteten langfristige Folgen. Doch der ehemalige Ersatzdienstleistende Gebhard Stein erinnert sich, dass er 1972 das Versuchsmedikament regelmäßig drei Jugendlichen in der Behinderteneinrichtung der Diakonie Kork geben musste.

Machenschaften in einem Labor (Symbolfoto) (imago/imagebroker Dunkle )
Machenschaften in einem Labor (Symbolfoto) (imago/imagebroker Dunkle )

Einem von ihnen wuchsen plötzlich Brüste. Er hieß Schorsch.

Der Autor geht auf die Suche nach ihm, um zu erfahren, wie lange er den Triebhemmer nehmen musste und mit welchen Folgen. Seine Recherchen ergeben zudem, dass Schering, das heute zu Bayer gehört, das Medikament auch in anderen Einrichtungen getestet hat.

Das ehemalige Hauptgebäude der Diakonie Kork, in der triebhemmende Pillen verteilt wurdenDas ehemalige Hauptgebäude der Diakonie Kork, in der triebhemmende Pillen verteilt wurden

Wie steht es um die Verantwortung der Diakonie Kork und des Pharmakonzerns Bayer für die Versuche an den Jugendlichen?

Auf den Spuren von Schorsch
Medikamentenversuche an Jugendlichen und ihre Folgen
Von Charly Kowalczyk

Regie: Iris Droegekamp
Sprecher: Tjadke Biallowons, Michael Wittenborn
Ton und Technik: Johanna Fegert und Judith Rübenach
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: SWR/Dlf/NDR 2018

Bei SWR 2 als Serie: Auf der Suche nach Schorsch