Das Feature, vom 16.10.2018

Malta und der Mord an Daphne Caruana Galizia"Mit Freuden würden sie mich tot sehen"

Daphne Caruana Galizia deckte Maltas größte Skandale auf, doch die korrupten Politiker wurden wiedergewählt. Kurz darauf, am 16. Oktober 2017, war die Journalistin tot. Ermordet mit einer Autobombe. Die Hintergründe sind bis heute ungeklärt. Stattdessen geraten Aktivisten, die Galizias Kampf gegen Korruption fortführen, selbst unter Beschuss.

Das Bild zeigt ein Portrait der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia, die am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet wurde. (AFP/Matthew Mirabelli)
Die ermordete maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia, die am 16. Oktober 2017 durch eine Autobombe getötet wurde. (AFP/Matthew Mirabelli)

Mit allen Mitteln wollte man sie zum Schweigen bringen: Mit gezielten Kampagnen in den Medien, Drohungen, Verleumdungsklagen, und der Sperrung ihrer Konten - aber ein Mord?

Die Tat hat Malta aufgerüttelt. Journalisten weltweit solidarisierten sich, die EU-Kommission schaltete sich ein, Gruppen von Anti-Korruptions-Aktivisten und Journalisten haben sich ihrer unvollendeten Recherchen angenommen, es gibt Proteste auf der Straße.

Doch inzwischen schlägt das System zurück. Auf Malta herrscht ein Klima des Misstrauens und der Angst. Und völlig unklar ist: Wer wollte ihren Tod, wer hat den Mord an Daphne Caruana Galizia in Auftrag gegeben? Kollegen, Freundinnen, Aktivistinnen suchen eine Antwort.

"Mit Freuden würden sie mich tot sehen"
Malta und der Mord an Daphne Caruana Galizia
Von Iris Rohmann

Regie: Anna Panknin
Sprecher: Jean-Paul Baeck, Kerstin Fischer, Susanne Flury, Claudia Mischke, Gregor Höppner, Volker Risch
Ton und Technik: Christoph Rieseberg, Wolfgang Rixius, Caroline Thon und Thomas Widdig
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Dlf 2018

Die Journalistin Iris Rohmann recherchiert seit einem Jahr die politische Situation in Malta, das Lebenswerk und die Umstände des Todes von Daphne Caruana Galizia. Iris Rohmann lebt in Köln.