Freistil, vom 17.11.2013

Von Eva Demmelhuber

"Lieber ein Spatz in der Freiheit als ein Pfau im Zoo." Mit diesem Zitat bilanzierte Jörg Hube sein Leben: unangepasst, unkonventionell, ein bayerischer Don Quijote in rostiger Rüstung, ein Revoluzzer gegen festgefressene Strukturen.

Christoph Well, Hans Well, Jörg Hube und Michael Well (von links im Vordergrund) zusammen mit einem bayerischen SPD-Politiker. (AP Archiv)
Christoph Well, Hans Well, Jörg Hube und Michael Well (von links im Vordergrund) zusammen mit einem bayerischen SPD-Politiker. (AP Archiv)

Ein Eigenbrötler und Einzelkämpfer, der sein Leben lang mit Konventionen im Konflikt stand. Er war Anarchist, ein Dickschädel, eine "Tretmine", wie ihn sein Kollege Werner Schneyder einmal nannte. Ein Zweifler, ein Moralist, hoch empfindsam, zurückhaltend und polternd zugleich.

Sein umfangreicher Nachlass belegt all diese Eigenschaften. Am pointiertesten aber zeigt sich das in seinen fünf "Herzkasperl"-Programmen, die immer etwas mit seiner Biografie zu tun hatten. Auf der Kabarettbühne konnte er sich als Künstler und Mensch hinterfragen.

Immer full Power, immer mit ganzem Herzen. Jörg Hube, der Schauspieler, der Kabarettist, der Regisseur und Schauspiel-Lehrer: eine Collage aus Selbstzeugnissen und Erinnerungen von künstlerischen Wegbegleitern und Freunden. Am 22. November wäre Jörg Hube 70 Jahre alt geworden.


Regie: die Autorin
BR 2012