Das Feature, vom 27.09.2013

Von Rosemarie Mieder und Gislinde Schwarz

Nur eine rauchgeschwärzte Ruine blieb 1987 von Ulrichshusen übrig, als das Mecklenburger Schloss unter mysteriösen Umständen abbrannte. Einzige Bewohnerin damals: Ull Eisel, studierte Maschinenbauingenieurin, promovierte Kulturwissenschaftlerin und den DDR-Oberen unbequeme Direktorin der Barlach-Gedenkstätte.

Jahrelang hatte sich Ull Eisel für den Erhalt des bedeutenden Renaissancebauwerkes eingesetzt. (Festspiele Mecklenburg-Vorpommern)
Jahrelang hatte sich Ull Eisel für den Erhalt des bedeutenden Renaissancebauwerkes eingesetzt. (Festspiele Mecklenburg-Vorpommern)

Jahrelang hatte sie sich für den Erhalt des bedeutenden Renaissancebauwerkes eingesetzt; nun stand sie vor den Trümmern ihrer Arbeit: "Ich konnte nur brüllen, als ich es sah …" Die Courage hat ihr die Niederlage nicht genommen. Nach der Wende kaufte sie die Gutsruine Neu Gaarz und steckte noch einmal ihre ganze Kraft und ihr gesamtes Vermögen in das alte Gemäuer.

So wie etliche andere auch, die nun als Schlossherrinnen Lehmwände restaurierten, Fußböden und Türen aufarbeiteten, Dächer decken und Kamine richten ließen. Geschichten vom Erfolg - aber auch von grandiosem Scheitern.

Regie: Axel Scheibchen

DLF 2013