Das Feature, vom 23.03.2012

Einen Ton nicht nur hören, sondern auch sehen oder sogar schmecken zu können, schwarze Grapheme farblich zu erfahren, einen Menschen in bestimmten Farben zu sehen, stellt eine spezielle Form der Wahrnehmung dar, die Synästhesie genannt wird.

Ein Medizinisch-Technischer Radiologie-Assistent bereitet in Dresden eine Probantin für eine MRT-Untersuchung vor. (AP)
Ein Medizinisch-Technischer Radiologie-Assistent bereitet in Dresden eine Probantin für eine MRT-Untersuchung vor. (AP)

Synästhesie, griechisch "Mitempfindung", bedeutet das Erleben zweier oder mehrerer zusammen auftretender Sinneseindrücke. Sie ist kein bewusster Akt, sondern etwas Unwillkürliches, das durch einen bestimmten Reiz ausgelöst wird, eine passive, automatische Erfahrung mit einer räumlichen Dimension, einer emotionalen Komponente, einer Beständigkeit.

Das Phänomen der Synästhesie ist schon lange bekannt. Doch erst mit der Entwicklung der Magnetresonanztomografie richtet sich auch das Interesse der Neurowissenschaft auf diese Art der Wahrnehmung.

Welche Besonderheit können sie in der Gehirntätigkeit feststellen? Wie können Synästheten ihre Fähigkeit sinnvoll nutzen? Wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die Synästhesie in den Alltag und vielleicht sogar in den Bildungskanon integriert?

Was wäre also, wenn 2 x 2 = nicht nur, aber auch rosa sein dürfte?


Regie: die Autorin
DLF 2012