Hörspiel, vom 06.09.2016, 20:10 Uhr

Hörspielkooperation mit der Schauspielschule Ernst BuschWoran man einen Juden erkennen kann. Eine Untersuchung

Hörspiel nach dem gleichnamigen Theaterstück von Noam Brusilovsky

Sechs jüdische Schauspieler befinden sich auf der Suche nach dem jüdischen Körper - nach einem Tabu, nach einer jahrhundertealten Projektionsfläche von Abwertung und Abgrenzung. Sie suchen nach ihrem eigenen Körper und nach dem Körper ihrer Familienmitglieder, der Holocaustopfer.

Coverfoto "Jewish Body" (Magdalena Emmerig)
Coverfoto "Jewish Body" (Magdalena Emmerig)

Allerdings erscheint nach dem Holocaust anstelle des jüdischen Körpers eine Leerstelle, ein schwarzes Loch oder ein weißer Fleck. In einer Collage historischer Texte und biografischer Erzählungen nimmt der jüdische Körper, ein Phantom der deutschen Gesellschaft, wieder Gestalt und Kontur an. Und trotzdem wird der Wunsch nach jüdischer Sichtbarkeit auch fragwürdig, als die Schauspieler sich selbst mit Stereotypen wie "plattfüßig", "langnasig" und "dunkelhaarig" beschreiben. Kann der jüdische Körper überhaupt ein normaler Körper sein?
Das Stück mäandert zwischen Drama, Slapstick und Revue, Groteske, Requiem und Ritual. Der jüdische Körper wird mit allen Mitteln gesucht, aufgebaut, untersucht und wieder vernichtet.

Regie: Noam Brusilovsky
Sound,Ton und Technik: Albrecht Panknin
Mit: Dor Aloni, Nico Delpy, Jaron Löwenberg, Eve Slatner, Deleila Piasko und Joey Zimmermann
Mentorin: Elisabeth Panknin
Redaktion: Sabine Küchler

Produktion: DLF in Kooperation mit der Schauspielschule Ernst Busch 2016
Länge: ca. 43'05
Ursendung

Noam Brusilovsky, 1989 in Israel geboren, studiert seit 2013 Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin.

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