Hörspiel, vom 23.07.2019, 20:10 Uhr

HörspielRocky Dutschke ’68

Christoph Schlingensiefs legendäres Hörspieldebüt wurde 1997 mit dem Prix Futura ausgezeichnet. Für „die kraftvolle Unberechenbarkeit“ des Stückes sowie den „satirischen Umgang mit einer wichtigen Epoche der Nachkriegsgeschichte“.

Christoph Schlingensief  (picture alliance / dpa / Foto: Karlheinz Schindler)
Theaterregisseur und Künstler Christoph Schlingensief im Dezember 2009. (picture alliance / dpa / Foto: Karlheinz Schindler)

68er-Treffen im Hörspielstudio. "Live geschaltet aus drei Studios" hören wir: zwölf Redakteure, ausgewählt in einem Preisausschreiben, Wolf Biermann, Margret Kleinert, die Redakteurin für "Gedenken ohne Schmerzen", schließlich sogar Heiner Müller.
"Das Essen kommt von der Pizzeria Antonia". Man spricht über Hobbys, Arbeit - und Rudi Dutschke.
Auftakt zum Generalangriff auf die Generation der 68er. Der Aufstand gegen die ewig richtig Gerechten und politisch Korrekten. Hier stürzen nicht nur Dutschke und seine Klassenkameraden vom Sockel.

In einer furiosen Collage zertrümmert Christoph Schlingensief Bilder und Formeln einer überständigen Epoche; er zerstört die Illusion der "Verarbeitung" von Geschichte in monströsen Mischungen und emotionsgeladenen Improvisationen.
Rudi Dutschke geht in diesem Hörspiel noch einmal auf die große Reise nach Westberlin; er stürmt die Kaufhäuser und verfängt sich in den ideologischen Schlingen des Kapitalismus. Währenddessen lassen es sich die zwölf Redakteure im Studio gutgehen; Wolf Biermann steppt und Heiner Müller offenbart im Interview Details über Lustgewinn und sein "inneres Säuern". Am Ende liegt Margret Kleinert tot in Studio 3. Es riecht nach Gas.

Rocky Dutschke ’68
Von Christoph Schlingensief
Regie: der Autor
Mit Sophie Rois, Bernhard Schütz, Astrid Meyerfeldt, Achim von Paczensky, Kerstin Grassmann, Mario Garzana, Christoph Schlingensief, Ilse Garzana, Kurt Garzana Rosemarie Bärhold
Produktion: WDR 1997
Länge: 49'25

Abonnieren Sie unseren Newsletter!