Das Feature, vom 04.12.2020, 20:05 Uhr

Ernst und Ernst Ulrich Busch Und weil der Mensch ein Mensch ist

Von Alexa Hennings

Wie er denn, als Sohn von Ernst Busch, diesem roten Sänger, zum Kapitalisten und Immobilienbaron hatte werden können? Ernst Ulrich Busch hat diese Journalistenfrage immer gehasst. Eine Vater-Sohn-Geschichte.

Ulrich Busch 2006 vor einem seiner Blöcke im ehemaligen KdF-Bad Prora auf der Insel Rügen. (imago /Jens Koehler)
Ulrich Busch 2006 vor einem seiner Blöcke im ehemaligen KdF-Bad Prora auf der Insel Rügen. (imago /Jens Koehler)

Der Sänger und Kommunist Ernst Busch war als UFA-und Bühnenstar erfolgreich, er sang Lieder über den Spanischen Bürgerkrieg, als Unternehmer jedoch scheiterte er grandios. Seine Schallplattenfirma passte weder in die Zeit noch in die DDR. Dem neuen Deutschland galt er als Querulant.

Ulrich Busch, sein Sohn, muss alle Rechte am Erbe des Vaters abtreten, als er in den 1980er-Jahren die DDR verlässt. Er fühlt sich entwurzelt. 25 Jahre später kauft er zwei laufende Kilometer Ruine in Prora: Das von den Nazis geplante „Seebad der 20.000“, 1936 begonnen, nie vollendet, zu DDR-Zeiten vom Militär genutzt.

Busch junior ist besessen von einer Idee: Was wäre, wenn er einem der pompösesten und militantesten Bauwerke der Nazis, die seinen Vater ebenso hassten wie er sie, wenn er diesem gebauten Wahnsinn einen Sinn geben könnte?

Und weil der Mensch ein Mensch ist
Ernst und Ernst Ulrich Busch
Von Alexa Hennings

Regie: Claudia Kattanek
Redaktion: Tina Klopp
Produktion: Deutschlandfunk 2020

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