Feature, vom 01.03.2006

Montage von Heike Tauch

Esslin, gebürtiger Ungar, in einer jüdischen Familie christlich erzogen, ausgebildet als Regisseur in Wien am Max Reinhardt Seminar, wurde nach seiner erzwungenen Emigration ein Wegbereiter des modernen Theaters. Als er die Leitung der Hörspielabteilung der BBC - dem britischen Nationaltheater der damaligen Zeit - 1963 übernahm und sie bis 1977 beibehielt, hat er das britische Kulturleben nachhaltig beeinflusst.

Der Schriftsteller Samuel Beckett wurde von Martin Esslin besonders gefördert (AP Archiv)
Der Schriftsteller Samuel Beckett wurde von Martin Esslin besonders gefördert (AP Archiv)

Mit Beckett, den Esslin besonders förderte, verband ihn seit den späten 50er Jahren eine tiefe Freundschaft. So weitreichend seine Wirkung als Hörspielleiter auch war, berühmt wurde Esslin 1961 durch sein Buch "Das Theater des Absurden", das in vielen Sprachen erschien und heute immer noch Standardwerk für jeden Theaterinteressierten, Nachschlagewerk und Bestseller ist. Esslin (1918 -2002) war ein begnadeter Erzähler und ein phänomenaler Denker. In seinem Witz erinnert er an Billy Wilder. Die Gespräche mit ihm wurden im April 2000 in Berlin und London aufgenommen.

Produktion: DeutschlandRadio Berlin 2001
Länge: 54'27

Heike Tauch, geboren 1965 in Berlin, studierte Germanistik und Musik, arbeitet seit 1992 fürs Radio.
Zuletzt inszenierte sie das Hörspiel "Zwei sehr ernsthafte Damen" von Jane Bowles (DKultur 2005).