Freistil, vom 21.02.2021, 20:05 Uhr

Die Lust am Zündeln Feuerteufel

Der Blick ins Feuer fasziniert uns. Das Feuer selbst zu entfachen manch einen auch. Angefangen bei kleinen Kokeleien bis hin zur Brandstiftung. Doch nicht jeder Zündler ist ein kranker Pyromane. Viele zündeln aus Frust, Lust und Langeweile. Was geht in jemandem vor, der die Lunte an eine Gartenlaube, einen Wald oder ein Dorf legt?

Ein Feuer brennt in einem Kamin. (picture-alliance / dpa / Udo Bernhart)
Warum legen Menschen absichtlich Feuer? (picture-alliance / dpa / Udo Bernhart)

Julian T., 22 Jahre alt, steht vor Gericht. Elf Brandstiftungen legt die Staatsanwaltschaft ihm zur Last. Bevor er in Untersuchungshaft kommt, war er Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Er gehört auch zu einem Freundeskreis, der Brände in der Stadt aufmerksam meldet und Videoaufnahmen davon im Netz verbreitet: brennende Zeitungsstapel im Treppenhaus, Sofas in Flammen, Zimmerbrände. Keine riesigen Feuer, keine politische Brandstiftung, keine Verletzten. In der Nähe eines dieser Brandorte schnappte ihn die Polizei.

Warum legte Julian T. die Feuer? Wollte er auf sich aufmerksam machen? Minderwertigkeitskomplexe, extreme Kränkbarkeit, sexuelle Frustration sollen Motive für das Zündeln sein. Die ärztliche Heilung des Verlangens gilt als schwierig.

Feuerteufel
Die Lust am Zündeln
Von Günter Beyer

Regie: Matthias Kapohl
Es sprachen: Svenja Wasser, Nikolaus Benda, Justine Hauer
und Martin Bross
Ton und Technik: Caroline Thon und Christoph Rieseberg
Redaktion: Klaus Pilger
Produktion: Deutschlandfunk 2021

Feuerteufel. Die Lust am Zündeln (PDF)

Feuerteufel. Die Lust am Zündeln (Textversion)

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