Das Feature, vom 14.05.2021, 20:05 Uhr

Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora„Die Welt tritt mir täglich zu nahe“

„Meine ersten Narrative waren die der Repression“, sagt Terézia Mora über ihre vom Katholizismus und ungarischem Kommunismus geprägte Jugend. In ihrem Erzählband, „Seltsame Materie“, gibt es neun Tote in zehn Erzählungen, „Häusliche und sexuelle Gewalt, Tierquälerei, böse Zungen und Sprachlosigkeit, Gestank und Matsch.“

Terezia Mora bei einer Lesung der Erfurter Herbstlese 2019 (Imago / VIADATA)
Terezia Mora bei einer Lesung der Erfurter Herbstlese 2019 (Imago / VIADATA)

Die erste der Erzählungen handelt vom Fortgehen und auch Terezia Mora ist fortgegangen, 1989 aus ihrem Heimatdorf Sopron nach Berlin. "Zäh sein und durchhalten". Den Übergang, an dem ihre Protagonistin Flora im Roman "Das Ungeheuer" scheiterte, hat sie inzwischen hinbekommen (Deutscher Buchpreis 2013). Was geblieben ist: Die Gabe, als Emigrierte vom Rand vielleicht besser ins Zentrum deutscher Mentalität schauen und schreiben zu können.

In den Romanen "Alle Tage" und der Trilogie um den lethargischen IT-Experten Darius Kopp, für die Terzézia Mora 2018 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, geht es immer auch um Randexistenzen, Abseitige, Schweigende. Entlang Moras Credo: "Der Bereich, in dem es an Worten fehlt, ist derjenige, in den der Schriftsteller hinein schreibt".

"Die Welt tritt mir täglich zu nahe"
Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora
Von Burkhard Reinartz

Regie: der Autor
Es sprachen: Jochen Langner, Nicola Gründel und Jean Paul Baeck
Ton und Technik: Wolfgang Rixius und Jens Müller
Redaktion: Tina Klopp
Produktion: Deutschlandfunk 2021

Abonnieren Sie unseren Newsletter!