Freistil, vom 14.06.2009

Von Wolf Eismann

Am 30. Dezember 2006 wollte Sabine L. den Morgen mit einem Bad im Whirlpool beginnen. Sie befand sich an Bord der "Queen Elizabeth 2", irgendwo vor der Küste Madeiras. Ihr Mann schlief noch in der Kabine, als sich die 62-jährige Hamburgerin auf den Weg machte. Was dann geschah, ist unbekannt. Sabine L. ist seitdem spurlos verschwunden, wie etwa 100.000 andere Menschen auch, die jährlich allein in Deutschland als vermisst gemeldet werden. Verwandte, Freunde und Bekannte bleiben ratlos zurück.

Kopfsteinpflaster (Stock.XCHNG / Konrad Mostert)
Kopfsteinpflaster (Stock.XCHNG / Konrad Mostert)

Viele stellen sich schon zu Lebzeiten die Frage: Was passiert mit uns, wenn wir verschwunden sind aus unserem bisherigen Leben oder gar ganz weg sind von dieser Welt? Schon immer hat die Menschen diese Ungewissheit verstört, Hoffnungen genährt, Ängste geschürt und Phantasien beflügelt. Menschen, die einen Herzstillstand erlitten haben, berichten nach erfolgreicher Wiederbelebung von einem hellen Licht am Ende des Tunnels.

Wissenschaftler beschäftigen sich mit sogenannten Nahtod-Erfahrungen, Esoteriker sind vermeintlichen Stimmen aus dem Jenseits auf der Spur, und Kriminalisten kritisieren das Versagen von Politik und Staat, wenn es keine Erklärung für ein Verschwinden gibt, so wie im Fall von Sabine L.