Feature, vom 08.08.2020, 18:05 Uhr

Aufstieg und Fall des Michail Saakaschwili Geliebt, gehasst, gescheitert

Von Gesine Dornblüth und Thomas Franke

Er war der Shootingstar des postsowjetischen Georgiens: Michail Saakaschwili wird 2003 zum Präsident gewählt. Zehn Jahre später ermitteln Gerichte gegen ihn, er flieht aus seinem Land und versucht in der Ukraine eine neue Karriere.

Der frühere Präsident Georgien, Michail Saakaschwili, besuchte im Sommer 2013 die Ukraine als Mitglied einer Delegation des Europäischen Parlaments.  (picture alliance / Alexej Kudenko / RIA Novosti)
In der Ukraine versuchte Mikail Saakaschwili 2013 eine zweite Politkarriere - während in seiner Heimat Georgien die Gerichte gegen ihn ermittelten. (picture alliance / Alexej Kudenko / RIA Novosti)

Die Hoffnung der Demokraten und Wortführer der Rosenrevolution: 2003 wird Michail Saakaschwili Präsident des postsowjetischen Georgiens. Er gibt den Reformer, verzettelt sich, beginnt und verliert einen Krieg, überschreitet die Grenze zum Größenwahn. Am Ende wird er mit Haftbefehl gesucht und in Abwesenheit verurteilt.

Doch er führt weiter ein ruheloses Leben: In die USA geflüchtet, kehrt er später nach Europa zurück, verlegt sein Aktionsfeld in die Ukraine, wird Gouverneur von Odessa und scheitert auch dort. Inzwischen ist er heimatlos. Die Autoren begleiten den Weg Saakaschwilis seit der Rosenrevolution. Ein Feature über einen Borderline-Politiker, aber auch über den Journalistenalltag und die Mechanismen der Medienaufmerksamkeit.


Geliebt, gehasst, gescheitert
Aufstieg und Fall des Michail Saakaschwili
Von Gesine Dornblüth und Thomas Franke
Regie: Thomas Franke
Dialogregie: Giuseppe Maio
Mit: Nadine Kettler, Sebastian Mirow, Catharina Kottmeier, Fabian Elsäßer, Volker Stolz und den Autoren Ton: Norbert Vossen und Angela Raymond
Produktion: SWR 2020
Länge: 54'28


Die Autoren Gesine Dornblüth und Thomas Franke. (Foto: Thomas Franke). (Foto: Thomas Franke)Gesine Dornblüth, geboren 1969, und Thomas Franke, geboren 1967, gründeten das Büro "Texte und Töne" in Berlin, das vor allem aus Südosteuropa und der ehemaligen Sowjetunion berichtet. 2012 bis 2017 lebten sie in Moskau, Dornblüth als Deutschlandradio-Korrespondentin. Ihr gemeinsames Stück "Bruderküsse in Demjansk" (Dlf 2001) wurde mit dem Prix Europa in der Kategorie "Current Affairs" ausgezeichnet. 2017 erschien das Buch von Thomas Franke: "Russian Angst, Einblicke in die postsowjetische Seele".

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