Das Feature, vom 11.08.2020, 19:15 Uhr

Auf den Spuren eines unnötigen MangelsZurück zur „Apotheke Europas“?

Schon vor der Corona-Krise waren wichtige Medikamente über Monate nicht lieferbar. Viele davon werden heute fast ausschließlich in China und Indien hergestellt. Aus Kostengründen. In Deutschland wurde dagegen die letzte große Antibiotika-Fabrik 2017 stillgelegt.

Antibiotika-Produktionsanlage der Firma Corden BioChem, Frankfurt Hoechst (indigo(c)2016)
Ehemalige Antibiotika-Produktionsanlage der Firma Corden BioChem, Frankfurt Hoechst (indigo(c)2016)

Noch vor einem Vierteljahrhundert war die Hoechst AG im Frankfurter Vorort Hoechst ein global bedeutendes Pharma-Unternehmen. An rund 15.000 Apotheken der Welt hing das Firmenschild mit Turm und Brücke, der symbolischen Darstellung des expressionistschen Verwaltungsgebäudes. Die Hoechst AG gibt es heute nicht mehr. Die Antibiotika-Fermentationsanlage wird nicht mehr für den ursprünglichen Zweck genutzt.

Doch nun mehren sich Stimmen aus Politik und Wirtschaft, die fordern, aus der Covid-19-Krise zu lernen und versorgungsrelevante Arzneimittel wie Antibiotika künftig wieder in Europa zu produzieren. Klar ist inzwischen auch: Die Stilllegung der Anlage in Höchst wäre nicht nötig gewesen. Denn es gab Unternehmer, die sie weiterbetreiben wollten. 

Zurück zur "Apotheke Europas"?
Auf den Spuren eines unnötigen Mangels
Von Ludger Fittkau

Regie: Anna Panknin
Sprecher: Jean-Paul Baeck und Hildegard Meier
Ton und Technik: Wolfgang Rixius und Jens Müller
Redaktion: Wolfgang Schiller
Produktion: Deutschlandfunk 2020

Ludger Fittkau, geboren 1959 in Essen, dort Abitur und Sozialpädagogik-Studium. Anschließend zehn Jahre Jugendarbeit in Essen und Oberhausen, Mitte der 90er-Jahre Wechsel in den freien Journalismus. Nebenbei Studium der Sozialwissenschaften mit Promotion 2006. Seit 2009 freier Landeskorrespondent des Dlf, zunächst in Rheinland-Pfalz und nun in Hessen.

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