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Plus Eins | Beitrag vom 10.07.2020

Zwangsadoption in der DDR„Warum haben sie mir mein Kind genommen?“

Moderation: Sonja Koppitz

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Historische Farbfotografie von Kindergartenkindern und einer Erzieherin, die sich alle an den Händen halten (imago images / Frank Sorge)
Kindergartengruppe in der DDR: Viola Greiner-Willibald weiß bis heute nicht, warum ihr der Staat ihr Kind geraubt hat. (imago images / Frank Sorge)

Eine junge Mutter wird Opfer einer Zwangsadoption - und sucht die Schuld bei sich selbst. Die Yogalehrerin Elisabeth Landolt-Tietje findet, dass "Erleuchtung" überschätzt wird. Und Marcus Richter weiß, wann man einen digitalen Trend auch mal auslassen darf.

Es beginnt vor knapp vierzig Jahren – in einer Kleinstadt im Vogtland, im Süden der DDR. Viola Greiner-Willibald ist damals 19 Jahre alt und wird gerade zum zweiten Mal Mutter. Sie bekommt einen Sohn, den sie Michael nennt. Nach einer Woche im Krankenhaus wird sie entlassen. Michael ist ein Frühchen und soll in der Klinik bleiben. Doch als Viola am nächsten Tag zurückkommt, wird sie nicht mehr zu ihm gelassen. Warum, weiß Viola bis heute nicht. Nur, dass es sich um einen Fall von Zwangsadoption handelt. Die Schuld gibt sie sich lange selbst: "Irgendetwas hast du falsch gemacht. Aber was?"

Dorothea Brummerloh erzählt in der aktuellen Ausgabe von "Plus Eins" die tragische Geschichte einer traumatisierten Mutter, die über Jahre hinweg mit niemandem über den Verlust ihres Kindes sprechen kann. Erst nach der Wende, Jahrzehnte nach Michaels Geburt, findet Viola Greiner-Willibald den Weg zu einer Beratungsstelle für Betroffene von Zwangsadaptionen. Und sie sucht nach ihrem längst erwachsenen Sohn.

Wie prägen uns traumatische Erfahrungen? Und wie prägen uns andere, positive Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit machen? Unsere Moderatorin Sonja Koppitz hat ihre Yogalehrerin Elisabeth Landolt-Tiedje als Lieblingsgästin mit ins Studio gebracht. Sie unterhält sich mit ihr nicht nur über Indienreisen und den überschätzen Begriff der Erleuchtung, sondern auch darüber, wie es war, in den sechziger Jahren mit acht Geschwistern und einer alleinerziehenden Mutter aufzuwachsen - und darüber, warum sie sich bis heute in großen Gruppen ausgesprochen wohlfühlt.

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Mit Marcus Richter, unserem Experten für digitalen Alltag, sprechen wir über die Frage, ob man eigentlich wirklich jeden Trend aus dem App Store mitmachen muss – oder ob es nicht auch befreiend sein kann, sich für Snapchat, Tiktok oder Zoom einfach mal als zu alt zu erklären. Es ist – natürlich – kompliziert!

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