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Kulturnachrichten

Dienstag, 4. August 2015

Zuschuss für Coburger Gruftanlage

Stiftung Denkmalschutz gibt 50.000 Euro

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt mit 50.000 Euro die Restaurierung der Gruftanlage in der katholischen Kirche Sankt Augustin in Coburg. Eindringende Feuchtigkeit habe die Wände und den Fußboden stark geschädigt, teilte die Stiftung heute in Bonn mit. Die katholische Hauptkirche der fränkischen Stadt liegt am Schlossplatz, direkt gegenüber dem ehemaligen Stadtschloss des Herzogshauses Sachsen-Coburg-Gotha. Errichtet wurde das Gotteshaus zwischen 1850 bis 1860 im neugotischen Stil vom herzoglichen Baumeister Vincenz Fischer-Birnbaum. Die Unterkirche dient als Krypta und Grablege der katholischen Linie des Herzogshauses Sachsen-Coburg und Gotha. Neben Erdgräbern und Sarkophagen findet sich hier das kunsthistorisch bedeutsame Grabmal für Prinz August Viktor und seine Gemahlin Prinzessin Clementine, das der französische Bildhauer Aime Millet schuf.

Bandleader Ambros Seelos gestorben

Musiker starb im Alter von 80 Jahren

Der Bandleader und Arrangeur Ambros Seelos ist tot. Er starb gestern Abend im Alter von 80 Jahre im oberbayerischen Mühldorf. Seelos' Karriere begann in den 1950er Jahren, als er sich in der Rock'n'Roll-Band von Paul Würges das Musikstudium finanzierte. Ab 1960 ging der Klarinettist und Saxophonist mit seiner eigenen Kapelle auf Tournee. Unter anderem trat Ambros Seelos mit Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Count Basie und Chubby Checker auf. Seit einem Sturz im Jahr 2011 war Seelos aufgrund eines mehrfachen Ellenbogenbruchs nicht mehr in der Lage, ein Instrument zu spielen.

Künstlerin verliert Prozess um Immendorff-Werke

Urteil im Streit um Herausgabe von 400 Druckgrafiken

Eine Künstlerin hat am Düsseldorfer Landgericht den Streit um die Herausgabe von 400 Druckgrafiken des 2007 gestorbenen Künstlers Jörg Immendorff verloren. Das Gericht wies ihre Klage gegen einen Galeristen heute als unbegründet ab. Die 39-Jährige hatte behauptet, sie habe die Kunstwerke vor Jahren ihrem Mann abgekauft, der damals Mitinhaber der Düsseldorfer Galerie war. Aus Sicht der Richterin konnte die Frau den Kauf nicht nachweisen. Die Sammlung hat einen Schätzwert von rund 300 000 Euro. Die Werke bleiben weiter in der Galerie, wo sie seit Jahren aufbewahrt werden.

Erster Rabbiner in Lübeck seit 77 Jahren

Jüdische Gemeinde erlebt neue Blüte

77 Jahre lang hatte die jüdische Gemeinde in Lübeck keinen eigenen Rabbiner. Jetzt ist die Stelle wieder besetzt: Der gebürtige Israeli Yakov Yosef Harety ist das geistliche Oberhaupt der jüdischen Gemeinde in der Hansestadt, die fast 800 Mitglieder zählt. Vor Lübeck waren Hannover und Wolfsburg seine Wirkungsorte - die Wolfsburger Gemeinde betreut der 44-jährige Theologe parallel zur Lübecker weiter. Für die Gemeinde unter ihren Vorsitzenden Alexander Olschanski und Oleg Nakoshny ist die Festanstellung des Rabbiners ein wichtiger Schritt. Der nächste soll folgen: Ein großes Thema ist die Renovierung der Synagoge, zu der das Land rund eine Million und städtische Stiftungen 300.000 Euro beisteuern. Auf Kritik zahlreicher Gemeindemitglieder stößt die Erhaltung der Backstein-Fassade, die in der NS-Zeit errichtet wurde. Aus Sicht des Denkmalschutzes gehört aber der Umbau während der 1930er Jahre zur erhaltenswerten Geschichte des Hauses.

Neue Grimm-Ausstellung im Schloss Steinau

Märchenüberlieferung und Lebensgeschichte der Brüder Grimm

Die Brüder-Grimm-Gedenkstätte im hessischen Steinau an der Straße zeigt eine neue Dauerausstellung. Die Schau werde über die Lebensgeschichte der Brüder Grimm informieren und zudem die Geschichte der Märchenüberlieferung seit der Antike darstellen, sagte heute der Geschäftsführer der Brüder-Grimm-Gesellschaft Bernhard Lauer in Kassel. Zudem sollen in einer "Märchenwerkstatt" die Quellen der Grimmschen Geschichten beleuchtet werden. Die neu gestaltete Dauerausstellung im Schloss zu Steinau wird am 10. August eröffnet.

Nelsons bleibt bis 2022 Chefdirigent in Boston

Jüngster Chefdirigent seit 100 Jahren erhält Achtjahresvertrag

Andris Nelsons bleibt bis 2022 Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. Das traditionsreiche Orchester, eines der "Big Five" der USA, hat den Vertrag mit dem Letten als 15. Musikdirektor seit seiner Gründung 1881 nach nur einem Jahr verlängert, teilte das Orchester mit. Aus dem Fünf- wurde ein Achtjahresvertrag. Nelsons, 36, ist der jüngste Chefdirigent, den die Bostoner in mehr als 100 Jahren hatten. Die Muttersprache der ersten sechs Chefdirigenten, von der Gründung 1881 bis 1918, war Deutsch. Nelsons hatte James Levine abgelöst, allerdings nicht direkt. Levine war 2004 Chefdirigent des BSO geworden, übrigens der erste gebürtige US-Amerikaner. Levine hatte sich jedoch 2011 krankheitsbedingt zurückgezogen, zwei Spielzeiten waren die Musiker ohne Chef.

Großer Grabungsfund im israelischen Tel Zafit

Archäologen identifizieren Philisterstadt Gat

Israelische Archäologen der Bar-Ilan-Universität haben bei Grabungen in Tel Zafit südwestlich der Stadt Beit Schemesch Befestigungsmauern sowie ein Stadttor freigelegt. Tel Zafit wird laut israelischen Medienberichten von Archäologen als die Philisterstadt Gat identifiziert, die zu Zeiten von König David im 10. vorchristlichen Jahrhundert die größte von fünf Philisterstädten war. Neben einem 30 Meter langen Stück der Stadtmauer brachten die Grabungen Überreste eines Wachturms sowie eines Stadttors zum Vorschein. Letzteres gehört nach Angaben der Forscher zu den größten bislang in Israel gefundenen Stadttoren. Der Fundort der Mauer lässt laut dem leitenden Archäologen Aren Maeir auf eine Ausdehnung der Stadt über 50 Hektar schließen. Andere Städte wie Jerusalem oder Megiddo erstreckten sich den Angaben zufolge zur selben Zeit über etwa 12 Hektar.

Französischer Zoll beschlagnahmt Picasso-Gemälde

25-Millionen-Euro-Bild sollte in Schweiz exportiert werden

Ein von Spanien als nationales Kulturgut eingestuftes Gemälde des Malers Pablo Picasso im Wert von geschätzt 25 Millionen Euro ist vom französischen Zoll auf der Mittelmeerinsel Korsika beschlagnahmt worden. Wie die Behörden mitteilten, sollte das Bild namens "Kopf eines jungen Mädchens" in die Schweiz exportiert werden. Es wurde auf einem Schiff gefunden, welches der Zoll durchsucht hatte. Der Kapitän des Schiffs hatte den Angaben zufolge zwei Papiere zu dem Bild bei sich. Bei einem habe es sich um einen spanischen Gerichtsbeschluss von diesem Jahr gehandelt, aus dem hervorgehe, dass das Gemälde nicht außer Landes hätte gebracht werden dürfen. Das Bild befindet sich demnach im Besitz des bekannten spanischen Bankers Jaime Botin, einem früheren Vizechef des Geldhauses Santander, der sich aber selbst nicht auf dem Schiff befunden habe. Auch der Exportantrag für das Gemälde sei nicht namentlich von dem 79-jährigen Botin gestellt worden, hieß es. Das Schiff gehöre der Bank und fahre unter britischer Flagge. Bereits im Jahr 2012 war ein Antrag auf den Export des Bilds nach Großbritannien gestellt worden, den die spanische Regierung abwies. Zuletzt stufte ein Gericht das Gemälde als Werk von nationalem "kulturellen Interesse" ein. Die französischen Behörden warten nach eigenen Angaben nun auf eine Reaktion aus Spanien.

MoMA ehrt Cate Blanchett

Mit einer Gala am 17. November

Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) ehrt die Hollywood-Schauspielerin Cate Blanchett (46) mit einer großen Gala. Die Oscarpreisträgerin verkörpere "die großen Traditionen der Schauspielerei" und widme sich gleichzeitig "Innovation und Risiko", sagte Rajendra Roy, Filmkuratorin des MoMA. Bei der Gala am 17. November solle Blanchetts Karriere gewürdigt werden. Die 1969 in Australien geborene Schauspielerin war unter anderem durch Filme wie "Blue Jasmine" oder der Fantasy-Reihe "Der Herr der Ringe" weltweit bekannt geworden.

Medienrechtler: Landesverrat sehr schwerwiegender Vorwurf

Degenhart sieht keine "mögliche Gefährdung der äußeren Sicherheit Deutschlands"

Der Leipziger Medienrechtler Christoph Degenhart sieht hohe Hürden, um die Veröffentlichungen von Netzpolitik.org als Landesverrat werten zu können. "Ich kenne natürlich nicht die detaillierten Zusammenhänge, aus denen diese Dokumente stammen, aber es ist fraglich, ob hier auch nur ansatzweise dieser Straftatbestand erfüllt worden ist", sagte der Rechtswissenschaftler der Universität Leipzig der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Der Vorwurf des Landesverrats sei sehr schwerwiegend. Es müsse wirklich um Staatsgeheimnisse und deren Verrat gehen, insbesondere an fremde Mächte. Daraus müsse eine mögliche Gefährdung der äußeren Sicherheit Deutschlands resultieren. "Und es muss die Absicht bestehen, das Land zu schädigen", sagte Degenhart. Der Blog Netzpolitik.org hatte über Pläne des Verfassungsschutzes berichtet, Online-Netzwerke stärker zu überwachen. Dazu stellten die Journalisten vertrauliche Unterlagen ins Netz. Der Verfassungsschutz erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Generalbundesanwalt Harald Range leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats ein. Kritiker werteten das als Angriff auf die Pressefreiheit.

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