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Fazit / Archiv | Beitrag vom 28.01.2018

Zum Tode von Ingvar Kamprad"Ikea ist ein Gesamtkunstwerk"

Oliver Elser im Gespräch mit Moderatorin Marietta Schwarz

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Ingvar Kamprad, Gründer des schwedischen Möbelunternehmens Ikea, im Juni 2013: Damals kündigte er an, dass er die Schweiz verlassen und wieder in Schweden leben wolle. In die Schweiz war er 1973 aus Steuergründen gezogen. (picture alliance / dpa)
Schwedischer Möbelmogul stirbt im Alter von 91 Jahren. (picture alliance / dpa)

Niemand hat die Einrichtung unserer Wohnungen so geprägt wie der Ikea-Gründer. Im Alter von 91 Jahren ist Ingvar Kamprad jetzt gestorben. Er gab den Möbeln Namen und erzog die Käufer dazu, die Möbel selbst zusammenzubauen. Mit dieser Idee wurde Kamprad zu einem der reichsten Menschen der Welt.

Der schwedische Unternehmer Ingvar Kamprad schaffte etwas, das niemandem vor ihm gelang. Er realisierte die Bauhausidee vom "guten Design für alle", sagt Oliver Elser, Kurator am Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main. Die ersten Ikea-Kaufhäuser lagen weitab in der Landschaft, der Kunde musste weite Wege auf sich nehmen, um dorthin zu kommen. Dafür wurde er mit Restaurant und Kinderbetreuung belohnt. So schuf Kamprad ein Gesamtkunstwerk.

"Ikeas Lebensmodelle sind spießiger geworden"

Ikea biete nicht nur Möbel an, sondern ganze Lebensmodelle, sagt Elser. Von der ursprünglichen Idee vom "schlichten Design für alle" habe sich Ikea mittlerweile weit entfernt. Die Lebensmodelle, die Ikea heute anbiete, seien in Spießigkeit abgeglitten. Aber in "diesem Basic-Bereich einfacher Schubladenschränke und Küchenregale" ist Ikea nach wie vor unschlagbar", so Elser.

Ein Kundes des Ikea-Möbelhauses in Hofheim-Wallau betrachtet ein Billy-Regal. (picture-alliance / dpa / Arne Dedert)Einer der Klassiker von Ikea: Das Regalsystem "Billy" (picture-alliance / dpa / Arne Dedert)

"Dieses berühmte Ikea-Duzen"

Dass man seine Möbel selbst zusammenbauen muss, sei ursprünglich eine revolutionäre Idee gewesen, meint Oliver Elser. Der Hersteller spare Platz und Transportkosten, der Konsument könne die preiswerten Möbel im eigenen PKW abholen. Erst einmal ein nachhaltiger Gedanke, findet Elser, leider würde diese Idee dadurch korrumpiert, dass die Möbel oft nicht nachhaltig produziert seien. 

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