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Tonart | Beitrag vom 29.07.2021

Zum Tode des ZZ Top-Bassisten Dusty HillDer Mann, der keinen Ton zu viel spielte

Fabian Elsäßer im Gespräch mit Carsten Beyer

Dusty Hill schwingt auf der Bühne lachend seinen Bass. Der Bühnenhintergrund ist rot erleuchtet. (imago/Gonzales Photo/Lasse Lagoni)
Ein Rauschebart am Bass: Über 50 Jahre lang, bis zu seinem Tod, prägte Dusty Hill die Band ZZ Top. (imago/Gonzales Photo/Lasse Lagoni)

Dusty Hill hat die Rockband ZZ Top mit seinem gradlinigen Bass geprägt. Der Musiker ist nun im Alter von 72 Jahren gestorben. Abseits der Bühne habe der Bassist gern das Image des Südstaaten-Raubeins kultiviert, sagt Musikjournalist Fabian Elsäßer.

Der lange Rauschebart war sein Markenzeichen: Dusty Hill, Bassist der Rockband ZZ Top, ist tot. "Wir sind traurig über die heutige Nachricht, dass unser Kumpel Dusty Hill zu Hause in Houston, Texas, im Schlaf gestorben ist", teilten seine Bandkollegen Billy Gibbons und Frank Beard auf der Webseite von ZZ Top mit. Hill wurde 72 Jahre alt.

Nähere Informationen zur Todesursache gab es zunächst nicht. Doch soll die Band in den vergangenen Wochen zum ersten Mal seit ihrer Gründung vor mehr als einem halben Jahrhundert ohne ihren Bassisten aufgetreten sein. Das berichtete das Magazin "Variety".

Der Spaßmacher der Band

Musikjournalist Fabian Elsäßer findet: Hill, der 1949 in Dallas geboren wurde und als Jugendlicher von Cello autodidaktisch auf Bass umsattelte, habe das Gesicht der Band entscheidend geprägt.

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Er sei, im guten Sinne, "der Spaßmacher der Band" gewesen. Dass die ZZ Top-Bühnenshows so unterhaltsam gewesen seien, sei sicherlich zu einem großen Teil Hill zu verdanken, der Freude "an optischen Verrücktheiten" wie den langen Bärten gehabt habe. Zusammen mit dem Gitarristen und Leadsänger Billy Gibbons habe er zudem eine Art synchronen Ententanz aufgeführt – "zum Schreien komisch".    

Zugleich habe Dusty Hill gerne "das Image vom Südstaaten-Raubein kultiviert", sagt Elsäßer. Er sei jedoch bodenständig und "ein richtig sympathischer Typ" gewesen, der in einer längeren Band-Pause auch mal, beinahe unerkannt, am Flughafen gearbeitet habe.

Musikalische Wurzeln

Musikalisch wurde Joe Michael Hill, so Dustys bürgerlicher Name, schon früh durch seine Mutter, eine Sängerin, und durch seinen älteren Bruder Rocky geprägt.

Bevor er als Bassist zu ZZ Top stieß, spielte Dusty mit Rocky gemeinsam in einer Band, die sich mehrmals umbenannte: von "American Blues" in "The Startliners" und schließlich in "The Deadbeats". Danach trennten sich die Wege der Brüder.

Denn während Rocky eher dem Blues zugewandt war, orientierte sich Dusty bald und deutlich in Richtung Rock. 1969 fand sich dann die ZZ Top-Formation von heute. Der Rest ist Geschichte – und führte spätestens ab Anfang der 80er-Jahre mit Hits wie "Gimme all your Lovin’" auch zu großem internationalen Erfolg.

Hills Stil als Musiker beschreibt Elsäßer so: Er sei "ein klassischer Fingerpicker" gewesen, "also keiner, der mit Plektrum spielt." Er sei "kein Virtuose", sondern gehöre zu den Bassisten, die "keinen Ton zu viel spielen und immer an der richtigen Stelle die Lücken entdecken, die sie dann füllen müssen, und außerdem immer total im Takt mit Schlagzeuger Frank Beard."

Und: Hill habe am liebsten ein Instrument gespielt, das genauso solide gewesen sei, wie er selbst – nämlich Fender-Bässe, "mit einem kräftigen, dicken Hals".

(mkn/dpa)

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