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Tonart | Beitrag vom 26.08.2016

Zum Tod von Rudy van GelderEin Wegbereiter des Modern Jazz

Bernd Noglik im Gespräch mit Oliver Schwesig

Schatten eines Saxophon-Spielers (picture alliance / dpa / Foto: Fadeichev Sergei)
Rudy van Gelder hat Jazz-Klassiker wie John Coltrane's "A Love Supreme" oder auch "Song For My Father" von Horace Silver aufgenommen. (picture alliance / dpa / Foto: Fadeichev Sergei)

Wie ein Besessener war Rudy van Gelder auf der Suche nach dem "perfekten Klang" im Modern Jazz. Zahllose Jazz-Klassiker hat van Gelder aufgenommen, darunter John Coltranes "A Love Supreme". Nun ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.

Seine ersten Aufnahmen entstanden noch in einem Studio des Elternhauses, bis van Gelder 1959 den Optiker-Beruf an den Nagel hing und in Englewood Cliffs sein legendäres Studio einrichtete. Zahllose Jazz-Klassiker hat van Gelder aufgenommen, darunter John Coltrane's "A Love Supreme", "Saxophone Colossus" von Sonny Rollins oder auch "Song For My Father" von Horace Silver. Er hat für alle großen Jazzlabels wie Impulse!, Verve, Prestige oder CTI gearbeitet. Vor allem aber für Blue Note Records.

Deren Chef und Mitbegründer Alfred Lion gilt als "Entdecker" Rudy van Gelders. Eigenhändig hatte der für die "Blue Note Rudy Van Gelder Remasters"-Serie 145 historisch bedeutsame Aufnahmen neu bearbeitet und im Klang deutlich verbessert. Das Label erklärte heute via Facebook: "Rudy van Gelders Bedeutung für das Erbe des Jazz kann gar nicht genug betont werden".

Gelders Klangästhetik war Hardbop oder Bebop gleich

Über dieses Erbe und die Bedeutung Rudy van Gelders für den Jazz spricht Tonart-Moderator Oliver Schwesig mit dem Jazzpublizisten und früheren Leiter des Berliner Jazzfestes Bernd Noglik. "Gelder", so Bert Noglik, "hat eine Klangästhetik geschaffen, die den Stilen des damaligen Jazz, dem Hardbop und dem Bebop sehr adäquat war." Er habe sehr lange getüftelt und "war eigentlich ein Improvisator wie die Musiker auch, aber zugleich war er ein Handwerker im besten Sinne, aber zugleich mit einer künstlerischen Ader."

Das habe sich in der New Yorker Jazzszene schnell herumgesprochen. Da gebe es jemanden, der macht tolle Aufnahmen. "Die Musiker profitierten", so Noglik, "weil sie richtig gute Aufnahmen bekamen". Und preiswerte. Rudy van Gelder wäre zwar kommerziell gewesen, "aber niemand, der geldgierig operiert hat." Er habe bei der Aufnahme von akustischem Jazzinstrumentarium "Goldstandards" gesetzt, "die heute noch gültig sind."

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