Seit 01:05 Uhr Tonart

Dienstag, 17.09.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.02.2019

Zum Tod von Bruno GanzEin Star ohne Allüren

Jürgen Schitthelm im Gespräch mit Anke Schaefer

Podcast abonnieren
Bruno Ganz im Film "Der Himmel über Berlin" (picture alliance / dpa / Foto: Filmverlag der Autoren)
Bruno Ganz als Schutzengel Damiel in einer Szene des Films "Der Himmel über Berlin" (picture alliance / dpa / Foto: Filmverlag der Autoren)

Mit Bruno Ganz ist nicht nur ein herausragender Schauspieler gestorben, sondern auch ein großartiger Mensch: nachdenklich, zurückhaltend und "unendlich kollegial", sagt "Schaubühnen"-Gesellschafter Jürgen Schitthelm, der bis zuletzt mit Ganz befreundet war.

Kein Einzelkämpfer mit Starallüren, sondern ein Ensembleschauspieler, der sich nie in den Vordergrund gespielt hat: So erinnert sich Schaubühnen-Gesellschafter und Mitgründer Jürgen Schitthelm an den am Freitag verstorbenen Bruno Ganz.

"Er ist in seiner Art eher zurückhaltend, nachdenklich gewesen, hat lieber einmal weniger gesprochen, sondern erst überlegt und dann geredet", so Schitthelm im Deutschlandfunk Kultur. Auch in der Probenarbeit sei Ganz "vorbildlich" gewesen. So sei er "unendlich kollegial" mit jüngeren Kollegen umgegangen. "Wie man es relativ selten bei sehr guten Schauspielern antrifft", betont der Schaubühnen-Mitgründer.

"Ein großer Verlust"

Bruno Ganz sei in der Spielzeit 1970/71 zur Schaubühne gekommen, als Claus Peymann und Peter Stein die künstlerische Leitung übernommen hätten und das Ensemble neu aufgebaut wurde, so Schitthelm. "Er gehörte schon damals zu der, ich sag mal, jungen herausragenden Garde des deutschsprachigen Theaters." 

Der Schauspieler Bruno Ganz (dpa)Der Schauspieler Bruno Ganz (dpa)

Auch nachdem Ganz zum Film gewechselt sei, hätte er den Kontakt zur Schaubühne gehalten. "Wir waren wirklich bis zum Schluss befreundet." Sein Tod sei ein großer Verlust. "Ich wusste, dass es ihm gesundheitlich wirklich nicht gut geht, aber dass es dann so schnell geht", sagt Schitthelm. "Und mit 77 gehört man ja heute noch nicht zu den Alten."

(uko)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDer "Visionär ohne Kanten" ist tot
Designer Luigi Colani präsentiert am 6. Februar 2008 auf der Spielwarenmesse in Nürnberg das erste ferngesteuerte Modellauto mit einem Wasserstoff-Antrieb. (Eckehard Schulz/imago)

"Biodesign" nannte Luigi Colani seine Art der Entwürfe, die allesamt weiche Linien hatten. Jetzt ist er 91-jährig gestorben. Die "NZZ" erinnert an ihn, als einen Designer, bei dem auch Gebrauchsgegenstände aerodynamisch wie Flugzeuge waren.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 17Wirtschaftswunder, Winnetou und Wurst?
Olaf Hoerbe als Intschu-tschuna spielt während der Hauptprobe von "Winnetou " auf der Felsenbühne in Rathen, Sachsen. (dpa /  Matthias Rietschel)

Wie reagieren Theater auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus? In einer Umfrage haben 32 Theaterleiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen darauf geantwortet.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur