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Fazit / Archiv | Beitrag vom 31.07.2020

Zum Tod von Alan ParkerEin kluger und bescheidener Filmemacher

Peter Claus im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Alan Parker steht neben einer Filmkamera und schaut nachdenklich in die Ferne. (Mary Evans / AF Archive / Hollywood Pictures / imago-images)
Der Regisseur Alan Parker bei den Dreharbeiten zu "Evita". (Mary Evans / AF Archive / Hollywood Pictures / imago-images)

Der Filmemacher Alan Parker konnte spielend zwischen den Genres wechseln. Er schuf Musikfilme wie "Pink Floyd - The Wall" und politische Dramen wie "Mississippi Burning". Seine Darsteller brachte er zu Höchstleistungen, meint Filmkritiker Peter Claus.

Der britische Filmemacher Alan Parker ist nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren gestorben. Er schuf Musikfilme wie "Fame — Der Weg zum Ruhm" (1980), "Pink Floyd - The Wall" (1982) oder "Evita" (1996).

Zu seinen wichtigeren Werken zählten aber die Antirassismus-Filme "Mississippi Burning - Die Wurzel des Hasses" (1988) oder auch "Come See the Paradise" (1990), meint Filmkritiker Peter Claus. Der Film zeige, wie Bürger japanischer Herkunft während des Zweiten Weltkriegs in den USA drangsaliert wurden.

"Das ist großes, klassisches Kino, mit Emotionen angereichert, aber es sind eben auch sehr kluge Filme, die uns zum Nachdenken angeregt haben - und genau das war sein Ziel."

Die Zuschauer über Emotionen erreichen

Parker habe die Welt mit seiner Filmkunst verändern wollen und gemerkt, dass das nicht gelingen kann, sagt Claus. Sein früher Rückzug vom Filmgeschäft, mit der Bemerkung, dass er durch sein Alter nicht besser werde, zeige dessen Klugheit und Bescheidenheit.

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An Parkers Arbeit schätze er, dass dieser nie versucht habe, einen besonderen Erzählstil zu entwickeln.

"Er war nie ‚tricky’ und wollte nie das große Besondere, sondern er hat immer auf das Publikum geguckt. Er wollte uns über Emotionen und seinen Intellekt erreichen und uns als Zuschauer auch erziehen."

Herausragende Schauspielerführung und Seriosität

Seine zweite herausragende Qualität habe darin bestanden, die Schauspielerinnen und Schauspieler zu Höchstleistungen zu bringen. Dazu habe auch seine Vorgehensweise gedient, jede Einstellung zunächst auf Papier zu zeichnen, um dann mit den Schauspielern daran arbeiten zu können.

"Anhand dieser Skizzen hat er mit den Schauspielern die Körpersprache erarbeitet. Er hat immer gesagt: Du musst mit deinem Körper dein Inneres nach außen tragen können. Die Dialoge kommen dann obendrauf. Er hat die ganz Großen oft zu noch größeren Leistungen als üblich geführt."

Parker sei ein ungeheuer seriöser Erzähler gewesen, so Claus. Er wollte effektvoll erzählen, aber ohne Effekthascherei. Als früherer Werbefilmer wusste er um die Macht der Bilder.

"Im Grunde stand er in der Tradition der Romane des 19. Jahrhunderts - diese Tradition des geradlinigen Erzählens, des Erreichens des Publikums, das war sein A und O."

(rja/huc)

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