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Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.01.2018

Zum Tod des Schriftstellers Aharon Appelfeld"Ein gutmütiger Mann ohne alle Illusionen"

Marko Martin im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Der Autor Aharon Appelfeld im Juli 2012.  (imago)
Der Autor Aharon Appelfeld im Juli 2012. (imago)

"Es war eine wunderbare Begegnung. Ein erkenntisförderndes Vergnügen. Ich bin so dankbar, dass ich ihn so erleben durfte", berichtet der Autor Marko Martin über sein letztes Treffen mit dem israelischen Schriftsteller und Holocaust-Überlebenden Aharon Appelfeld. Dieser ist am Donnerstag, den 4. Januar mit 85 Jahren gestorben.

"Es war überraschend, wie sanftmütig, wie klar dieser Mann, der all diese Schrecken erlebt hat - der als Kind in den ukrainischen Wäldern umhergeirrt ist, der gehört hat, wie seine Mutter erschossen wird - wie dieser Mann ganz klar und mit einer großen Sanftmut Themen angerissen hat in unserem Gespräch, die natürlich die Themen seines Lebens und seiner Bücher waren: (...) Was passiert, wenn Welten zerbrechen? Wenn eine Stabilität, die man für ewig gedacht hatte, plötzlich entzwei geht und Menschen in den Abgrund reißt?"

"Das Universelle an Aharon Appelfelds Büchern ist, dass sie uns von der Illusion heilen, so wie die Welt ist in ihren harmonischen Konstellationen, wird sie immer bleiben. Das heißt das Unheil, das Unglück - ob es individueller Art oder polititisch-kollektiver Art ist - muss immer mitgedacht werden. Und das bedeutet, dass das Böse mitgedacht werden muss", resümiert Martin.

"So wie er schrieb, sprach er auch: Ein gutmütiger Mann ohne alle Illusionen."

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