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Kompressor | Beitrag vom 19.01.2021

Zum Tod des Schauspielers Jean-Pierre BacriDer Lieblingsnörgler der Franzosen

Nathalie Licard im Gespräch mit Max Oppel

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Der französische Schauspieler Jean-Pierre Bacri (1951 - 2021) in einer Szene aus "Un air de famille". (imago images / Prod.DB / Collection Christohel Telema / Le Studio Canal )
War im französischen Kino sehr präsent: Jean-Pierre Bacri in "Un air de famille" (1996) von Cedric Klapisch. (imago images / Prod.DB / Collection Christohel Telema / Le Studio Canal )

Unnachahmlich war seine Art, dem Gegenüber "Vollidiot" entgegenzuschleudern. Jetzt ist Jean-Pierre Bacri gestorben. Die Moderatorin Nathalie Licard trauert nicht nur um den französischen Schauspieler, sondern auch um einen kreativen Drehbuchautor.

Er war - wie deutlich vor ihm schon Louis de Funès - ein begnadeter Grantler und verkörperte oft Männer aus einfachen Verhältnissen: Jean-Pierre Bacri. Der Schauspieler starb am 18. Januar im Alter von 69 Jahren nach längerer Krankheit.

Unvergessen bleibt in dem Film "Lust auf Anderes" sein am tückischen "th" scheiternder Versuch, Englisch zu lernen.

Und ebenso unnachahmlich sei seine Art gewesen, seinem Gegenüber genervt "Con" – "Vollidiot" – an den Kopf zu werfen, erinnert sich Nathalie Licard. Die Französin wurde bekannt durch die "Harald-Schmidt-Show", in der sie komoderierte.

Sprachrhythmus als Markenzeichen

Wie viele ihrer Landsleute sei sie "sehr traurig" über Bacris Tod. Er habe "einen festen Platz im Herzen", sagt Licard. Bacris Markenzeichen: "Sein Sprachrhythmus – er hat sehr schnell gesprochen." Und er sei stets energiegeladen gewesen.

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Doch Bacri spielte nicht nur begnadet die Rolle des Lieblingsnörglers der Nation, sondern bildete auch gemeinsam mit seiner zeitweiligen Lebensgefährtin, der Regisseurin und Drehbuchautorin Agnès Jaoui, ein sehr erfolgreiches Kreativduo. Gemeinsam verfassten sie ein Theaterstück, das den Standesdünkel der Franzosen aufs Korn nimmt.

Vor allem aber schrieben sie die Drehbücher unter anderen für "Das Leben ist ein Chanson", "Lust auf Anderes" und "Schau mich an!". Bei den letzten beiden Filmen führte Jaoui auch Regie.

(mkn)

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