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Kompressor | Beitrag vom 25.03.2019

Zum Tod des Regisseurs Larry Cohen Verrückte Storys in realer Umgebung

Hasko Baumann im Gespräch mit Max Oppel

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Ein fliegender Dinosaurier über den Wolkenkratzern New Yorks. (imago/Prod.DB)
Larry Cohens "American Monster" von 1982: Ein großer Unterschied zu anderen Filmen, in denen Saurier Großstädte angreifen, sagt Filmexperte Hasko Baumann. (imago/Prod.DB)

Larry Cohen drehte rasante B-Movies wie den Gangsterfilm "Black Caesar". Seine Filmideen konnte man in einem Satz zusammenfassen, meint der Filmexperte Hasko Baumann. So irre die manchmal waren - seine Figuren waren es nicht.

Der US-amerikanische Filmregisseur Larry Cohen ist tot. In den 70er- und 80er-Jahren drehte Cohen rasante, einfallsreiche, immer auch gesellschaftskritische B-Movies mit waghalsigen Ideen und urbanem Flair. Cohen war unabhängiger Filmemacher und nicht versorgt mit Geld von großen Studios, erzählt der Regisseur und Filmexperte Hasko Baumann. Nach Cohens Tod zollten ihm auch andere Filmschaffende Respekt, wie der Regisseur Edgar Wright. 

Cohen sei "früher Verfechter des Prinzips 'High Concept'" gewesen, sagt Baumann, was bedeutet, dass die Filmidee in einem kurzen Satz zusammengefasst werden kann. Herausgekommen sind bei ihm Filme, die in Sätzen wie "Prähistorischer Flugsaurier bedroht New York" oder "Der Film spielt in einer Telefonzelle" erläutert werden können.

"Er hat sehr darauf geachtet, dass er diese verrückten Storys in realer Umgebung ansiedelt", sagt Baumann. Seine Figuren seien originell und interessant, "das ist schon ein Unterschied zu vielen anderen Filmen, in denen Saurier eine Großstadt bedrohen".

"Viele seiner Filme waren keine Kritikerlieblinge, als sie herauskamen", erzählt Baumann, und er habe erst später die künstlerische Würdigung dafür erfahren, wie auch beim Streifen "Black Caesar", ein Gangster-Film aus dem Jahr 1973.

Cohen war schon als Kind ein echter Film-Fan, ging viel ins Kino und begann früh das Drehbuchschreiben. Doch er war auch ein politischer Filmemacher, die meisten seiner Filme hatten oft mehr zu erzählen als das, was man auf den ersten Blick sah, meint Baumann.

(inh) 

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(Deutschlandfunk Kultur, Die Reportage, 13.06.2010)

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