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Tonart | Beitrag vom 18.05.2020

Zum Tod der Beatles-Fotografin Astrid Kirchherr"Sie hat mit Licht gemalt"

Günter Zint im Gespräch mit Carsten Beyer

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Astrid Kirchherr (mit Kamera) und die Beatles sitzen im Zug während des Films "A Hard Day's Night", ca. 1960. (Getty/Redferns/Max Scheler)
Astrid Kirchherr (mit Kamera) und die Beatles sitzen im Zug während des Films "A Hard Day's Night", ca. 1960. (Getty/Redferns/Max Scheler)

Im Jahr 1960 waren die Beatles noch unbekannt. Damals lernte Astrid Kirchherr die Musiker auf der Reeperbahn kennen - und schoss die ersten professionellen Aufnahmen der Band. Am vergangenen Dienstag ist die Fotografin mit 81 Jahren gestorben.

Die Fotos von Astrid Kirchherr haben eine besondere Schwarz-Weiß-Ästhetik: Man denkt unwillkürlichen an den französischen Film, an die Nouvelle Vague und Filme wie "Außer Atem" mit Jean Seberg.

Die Beatles waren ihre Freunde

Kennengelernt hatte die Fotografin, Stylistin und Designerin die Beatles im Jahr 1960 bei deren ersten Gastspielen auf der Hamburger Reeperbahn. Die ersten professionellen Beatles-Fotos aus dieser Zeit stammen von Kirchherr, die auch mit dem damaligen Bassisten der Band, Stuart Sutcliffe, verlobt war.

"Sie hat natürlich die Beatles als Freunde gesehen, da waren sie überhaupt noch nicht berühmt, keiner kannte sie. Das macht auch ihren Blick so einzigartig", sagt der Hamburger Fotojournalist, Günter Zint.

Den Pilzkopf hat sie nicht erfunden

Zint, der Kirchherr gut kannte, räumt allerdings mit der Legende auf, sie habe die Pilzkopf-Frisur der Beatles erfunden. Diese gehe vielmehr auf den Fotografen Jürgen Vollmer zurück.

Kirchherr fotografierte nur eine kurze Zeit lang. Anfang der 60er-Jahre interessierten sich die Bildagenturen nur für ihre Aufnahmen von den Beatles - nicht für ihre anderen Arbeiten. "Das war wie ein Fluch", sagt Zint, der Kirchherrs Begabung herausstellt.

"Sie war Lichtbildnerin - sie hat wirklich mit Licht gemalt. Dafür habe ich sie bewundert."

(huc)

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