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Konzert / Archiv | Beitrag vom 19.05.2011

Zum 100. Todestag von Gustav Mahler

Abbado kehrt zu den Berliner Philharmonikern zurück

Claudio Abbado (Lucerne Festival)
Claudio Abbado (Lucerne Festival)

Zum Werk Gustav Mahlers hat Claudio Abbado eine innige Beziehung. Keine andere Musik wird von Abbado so zelebriert wie diese. Nun dirigiert Abbado in einem Sonderkonzert zum Mahler-Gedenktag wieder "sein" altes Orchester, die Berliner Philharmoniker.

An Mahler-Aufführungen, auch guten, herrscht kein Mangel. Welche sinfonische Saisonbroschüre auch immer man aufschlägt, die Sinfonien und Orchesterlieder Gustav Mahlers leuchten einem schon entgegen. Abbados Mahler-Aufführungen wohnt allerdings ein Zauber inne, der schwer zu erfassen ist – und der vielleicht gerade deswegen die Menschen so in ihren Bann schlägt. Wenn das vielbemühte Wort vom "Kult" in der Welt der klassischen Musik irgendwo angebracht ist, dann hier.

Schon 1967 – Abbado war 34 Jahre alt – dirigierte er ein Werk Gustav Mahlers in Konzerten der Berliner Philharmoniker. Seitdem hat Abbado Mahlers Musik immer wieder präsentiert, immer tiefere Einsichten in diese Musik zu vermitteln versucht. Seine Zeit als Chefdirigent dieses Orchesters (1989-2002) wirkt in der Rückschau wie ein einziges großes Fest erfüllter Mahler-Aufführungen. Unvergessen Abbados meisterliche Interpretationen gerade des Spätwerkes von Gustav Mahler: Wie er die brüchige Faktur der neunten Sinfonie auf die Spitze (und damit an den Rand des Chaotischen) trieb; wie er das Finale dieser Sinfonie und den "Abschied" des "Liedes von der Erde" als ein Sich-Lösen des sinfonischen Ichs von Zeit und Raum darstellte – unterstützt von einem am Rand des Menschenmöglichen spielenden Orchester.

Dann kam Abbados schwere, inzwischen überwundene Krebserkrankung. Keiner, der ihn damals (2000/2001) auf der Bühne sah, wird den Eindruck des von der Krankheit gezeichneten Musikers vergessen, dessen Mahler-Aufführungen nun noch ätherischer, noch durchgeistigter wirkten und zu Grenzerfahrungen im Konzertsaal wurden. Inzwischen ist es eine gute Tradition, dass der bald 78-jährige Maestro in jedem Mai nach Berlin kommt und das dirigiert, was ihm und den Philharmonikern Freude bereitet. In diesem Jahr gibt es sogar den Bonus eines kurzfristig anberaumten Zusatzkonzerts, das am 100. Todestag Gustav Mahlers stattfindet und das Deutschlandradio Kultur am folgenden Tag überträgt.



Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 18.5.11


Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 10 Fis-Dur (Adagio)

"Das Lied von der Erde"
Eine Sinfonie für eine Tenor- und eine Altstimme und Orchester


Anne Sofie von Otter, Mezzosopran
Jonas Kaufmann, Tenor
Berliner Philharmoniker
Leitung: Claudio Abbado


nach Konzertende:
"Im Bann der Stille"
Claudio Abbados Mahler-Aufführungen
Von Olaf Wilhelmer

ca. 21:57 Uhr Nachrichten

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