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Literatur | Beitrag vom 03.01.2021

Zum 100. Geburtstag von Friedrich DürrenmattVom Beobachten des Beobachters der Beobachter

Von Doris Kothe und Tobias Barth

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Der schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt in den USA, ca. 1980. (Getty Images / Gamma-Rapho / Monique Jacot)
Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Januar 1921 geboren. (Getty Images / Gamma-Rapho / Monique Jacot)

Zwei Werkausgaben zu Lebzeiten, dazu ein zeichnerisches Werk – Friedrich Dürrenmatt gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Theaterautoren der 1950er- und 1960er-Jahre. Nur seine späten Texte und Zeichnungen fristen bislang ein Schattendasein.

Noch immer fährt "Friedrich Dürrenmatt" durch die Schweiz. Ein Zug der Schweizerischen Bundesbahnen ist nach einem der größten, 1990 verstorbenen Schriftsteller des Landes benannt. Doris Kothe und Tobias Barth haben die Witwe Charlotte Kerr in Neuchâtel besucht. Sie lernte Dürrenmatt Anfang der 1980er-Jahre mit Hosenträgern kennen.

Die Krake Dürrenmatt

Die Frau verabscheute Hosenträger, mochte sie auch der Mann tragen, der mit "Der Besuch der alten Dame" oder "Der Richter und sein Henker" Theater- und Literaturgeschichte geschrieben hatte. Doch Dürrenmatt sprach weiter über Kraken, dachte gar nicht daran aufzuhören und glich in ihren Augen mehr und mehr solch einem Meerestier, das seine Opfer umfängt.

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Es wurde vier Uhr morgens, und nach weiteren Gesprächen, aus denen Kerr ein vierstündiges Filmporträt komponierte, schritten der große Schriftsteller und die Journalistin und Schauspielerin zum Altar. Ein Feature über die späten Jahre Friedrich Dürrenmatts, der vor 100 Jahren am 5. Januar 1921 geboren wurde.

Eine Produktion aus dem Jahr 2001.

Das Manuskript der Sendung können Sie hier herunterladen.

Es sprechen: Uta Hallant, Wolfgang Condrus, Ingolf Gorges, Barbara Becker
Ton: Martin Eichberg, Eugenie Kleesattel
Regie: Beatrix Ackers
Redaktion: Sigried Wesener


Der österreichische Autor Raoul Schrott lobt Dürrenmatts Prosa: "Es sind aus dem vollen erzählte Geschichten", sagt er, die ein "großes Vergnügen" machten und denen man die "Lust am Erzählen" anmerke.
Der Kabarettist und Journalist Stefan Keim würdigt in seinem Beitrag Dürrenmatts Theaterstücke und dessen Tätigkeit als Zeichner und Maler:
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