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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. März 2021

Zu wenig Frauen in führenden Orchesterpositionen

In den höchstdotierten Spitzenorchestern ist der Anteil an Frauen in höheren Dienststellungen mit knapp 22 Prozent besonders niedrig. Das ergab eine Untersuchung des Deutschen Musikinformationszentrums, die sich mit der Besetzung von Konzertmeister-, Stimmführer- und Solopositionen beschäftigt hat. Durchschnittlich sind in allen öffentlich finanzierten Orchestern knapp 40 Prozent der Orchestermitglieder weiblich. Für die Besetzung der 1. Violine ergab die Untersuchung, dass obwohl dieses Musikinstrument mehrheitlich von Frauen gespielt wird, es unter den 206 Konzertmeister*innen nur 62 Frauen gibt. Zudem zeigt die Studie auch deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Musikinstrumenten. Die höchsten Frauenanteile gibt es bei den Harfen, den geringsten bei der Tuba.

Paris plant Gedenkstätte für Opfer von Terrorismus

Die französische Hauptstadt Paris soll eine Gedenkstätte für Opfer des Terrorismus bekommen. Die Gedenkstätte, die zugleich ein Museum sein wird, soll alle Opfer und Terrorakte von 1974 bis zum aktuellen Datum erfassen. Das sagte der Projektleiter Henry Rousso der Nachrichtenagentur AFP. Insbesondere Paris war in den vergangenen Jahren immer wieder zur Zielscheibe dschihadistischer Angriffe geworden. Die Gedenkstätte soll 2027 eröffnet werden.

Reggae-Legende Bunny Wailer gestorben

Das letzte Mitglied der legendären Reggae-Band "The Wailers" ist tot. Bunny Wailer ist nach Angaben seiner Managerin heute mit 73 Jahren in Jamaika in einem Krankenhaus gestorben. Im Jahr 1963 gründete der Sänger und Schlagzeuger mit Bob Marley und Peter Tosh die Wailers. Mit dem Album "Catch a Fire" gelang ihnen der internationale Durchbruch. Später begann Wailer eine Solokarriere. Er gewann drei Grammys. 2017 erhielt er den jamaikanischen Verdienstorden.

DJV: Situation freier Journalisten ist alarmierend

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) beklagt dramatische Einkommensverluste freier Journalistinnen und Journalisten seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Das durchschnittliche Jahreseinkommen der Freien sei 2020 um ein Viertel auf 25.500 Euro zurückgegangen, teilte die Gewerkschaft in Berlin mit.
Der DJV beruft sich auf eine eigene Befragung unter 1.090 Personen. Insgesamt hätten mehr als zwei Drittel mit Auftragsrückgängen zu kämpfen, die Hälfte davon mit Verlusten von mehr als 50 Prozent. Ein Zehntel der Befragten hätte gar keine Aufträge mehr bekommen. Besonders hart getroffen seien freie Journalisten, die über Veranstaltungen berichten oder Personengeschichten produzieren. Staatliche Unterstützung oder Sozialleistungen habe nur ein Viertel bekommen.

Letzter Zeuge des Eichmann-Prozesses gestorben

Der letzte Zeuge des Prozesses gegen den Naziverbrecher Adolf Eichmann, Mordechai Ansbacher, ist tot. Der in Würzburg geborene Holocaust-Überlebende und Historiker starb im Alter von 94 Jahren in Jerusalem, wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" berichtete. Mordechai Ansbacher wurde als 15-Jähriger zunächst ins Ghetto nach Theresienstadt, dann in die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau deportiert. 1945 wanderte Ansbacher nach Israel aus und baute dort die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem mit auf und leitete als erster Direktor deren Museumsabteilung. 1961 war er einer der Hauptzeugen im Prozess gegen Adolf Eichmann. Für seinen Beitrag zur Aussöhnung und Verständigung zwischen Israel und Deutschland bekam er 2007 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Bühnenverein will Lockerungen für die Kultur

Vor den Beratungen zu möglichen Lockerungen in der Corona-Pandemie appelliert der Deutsche Bühnenverein an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten, Theater, Museen und Konzerthäuser dabei vorrangig ins Auge zu fassen. In einem offenen Brief heißt es, in den Theaterräumen sei das Ansteckungsrisiko dank guter Belüftung und wirkungsvoller Schutzmaßnahmen deutlich niedriger als in Einzelhandel, Mehrfachbüros, Sporthallen oder Restaurants. Schnelltests und Kontaktnachverfolgung durch Smartphones könnten die Sicherheit weiter erhöhen. Zudem verwies der Bundesverband der Theater und Orchester auf die besondere Bedeutung der Kultur für die Gesellschaft, die sich auch in dem Grundrecht der Kunstfreiheit widerspiegele.

Rassimsus: Publikationsstopp für Dr.-Seuss-Bücher

Sechs Kinderbüchern der Dr.-Seuss-Reihe werden wegen rassistischer Darstellungen nicht mehr veröffentlich. Das teilte das Unternehmen Dr. Seuss Enterprises mit, das die Bücher von Theodor Seuss Geisel heraus gibt. In den vergangenen Jahren wurde immer stärker kritisiert, wie Schwarze, Asiaten und andere Personen darin abgebildet werden. Auch eines der beliebtesten Bücher von Dr. Seuss, "The Cat in the Hat", auf Deutsch "Der Kater mit Hut", ist war davon betroffen, wird aber vorerste weiter veröffentlicht. Die Bücher von Dr. Seuss sind ein Klassiker der US-amerikanischen Kinderliteratur, sie wurden in Dutzende Sprachen übersetzt und in mehr als 100 Ländern verkauft.

Hieronymusring geht an Heike Flemming

Der Hieronymusring, eine Auszeichnung für besondere Leistungen in der literarischen Übersetzung, geht 2021 an die Berliner Übersetzerin Heike Flemming. Sie erhält den Ring für ihre Übertragungen bedeutender ungarischer Prosa und Lyrik. Zu den von ihr übersetzten Autoren zählen Péter Esterházy, László Krasznahorkai, Szilárd Borbély und Imre Kertész. Zur Begründung heißt es, Heike Flemmings Übersetzungen zeugen von einer ungeheuren Sprachlust, von enormer Kreativität und einem äußerst sicheren und kunstvollen Umgang mit der deutschen Sprache. Der undotierte Hieronymusring wird seit 1979 alle zwei Jahre weitergereicht. Derzeitige Trägerin ist Marianne Gareis.

Knapp 70 Produktionen für den Grimme-Preis nominiert

Für den diesjährigen 57. Grimme-Preis ist eine Vielzahl von Fernsehproduktionen zum Leben im Corona-Jahr nominiert. Das gab das Grimme-Institut in Marl bekannt. Es werde an Videokonferenzen am heimischen Wohnzimmertisch angeknüpft wie etwa in der Serie "Drinnen", an Social Distancing, an häusliche Gewalt wie in "@Kalinka08 - Melde dich bitte" oder an die Situation von alten Menschen in Senioren und Pflegheimen in Dokumentarformaten. Insgesamt sind in diesem Jahr 69 Produktionen und Spezialleistungen nominiert, die aus mehr als 850 Einreichungen ausgewählt wurden. Sie konkurrieren in den Kategorien Information und Kultur, Fiktion, Unterhaltung sowie Kinder und Jugend. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 11. Mai bekanntgegeben, die Preisverleihung ist für den 27. August geplant.

Reporterorganisation zeigt saudischen Kronprinzen an

Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" hat bei der Generalbundesanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman eingereicht. In der Monarchie würden Journalistinnen und Journalisten anhaltend und systematisch verfolgt, teilte die Organisation in Berlin mit. Die Strafanzeige beziehe sich neben dem Fall des 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermordeten Jamal Khashoggi auf 33 derzeit und eine bis vor kurzem in Saudi-Arabien inhaftierte Medienschaffende. Nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" erlaubt das deutsche Völkerstrafgesetzbuch deutschen Gerichten, gegen schwerste Verbrechen von internationaler Bedeutung auch dann vorzugehen, wenn sie im Ausland und ohne Bezug zu Deutschland verübt wurden.

Stiftung Lesen: Kinder lesen in der Corona-Zeit mehr

Kinder und Jugendliche haben nach Angaben der Stiftung Lesen im Corona-Jahr 2020 mehr Zeit für das Lesen aufgewendet. Bei den 12- bis 19-Jährigen sei die tägliche Lesedauer gegenüber dem Vorjahr um knapp 20 Minuten gestiegen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die regelmäßig Bücher lesen, habe sich während der Pandemie allerdings nicht stark verändert. Von den 6- bis 13-jährigen Kindern lese der Stiftung zufolge mehr als die Hälfte mindestens einmal in der Woche ein Buch. Von den 12- bis 19-Jährigen lesen 35 Prozent täglich oder mehrmals pro Woche Bücher. Vor allem Comics seien beliebt, so die Stiftung Lesen, aber auch Sachbücher rund ums Klima und um den Schutz von Tieren und Pflanzen.

ZDF-Intendant Thomas Bellut hört 2022 auf

ZDF-Intendant Thomas Bellut wird sich nicht um eine dritte Amtszeit bewerben. Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Mainz mit. Damit hört Bellut nach seiner zweiten Amtszeit im März 2022 auf. Der 65-Jährige steht seit 2012 an der Spitze des Zweiten Deutschen Fernsehens. Der Intendant wird vom Fernsehrat auf die Dauer von fünf Jahren gewählt. Bellut ist seit 1984 beim ZDF. Er war unter anderem Redakteur beim "Länderspiegel", Korrespondent im Berliner Studio, Leiter der ZDF-Hauptredaktion "Innenpolitik" und Moderator der ZDF-Sendung "Was nun, ...?".

Großbritannien: 400 Millionen Pfund extra für die Kultur

In Großbritannien bekommt die schwer von der Corona-Pandemie gebeutelte Kulturbranche weitere Staatshilfe. Im neuen Haushalt, der heute vorgestellt wird, sind umgerechnet 472 Mio Euro zusätzlich für Museen, Theater und Galerien vorgesehen. Bereits bekannt war ein Wiederaufbaufonds für die Kultur in Höhe von 1,57 Milliarden Pfund. Großbritannien plant in den kommenden Monaten, alle Corona-Restriktionen stufenweise aufzuheben. Kultureinrichtungen können frühestens am 17. Mai wieder öffnen. Um die Finanzspritze für die Kultur, aber auch zahlreiche weitere Hilfspakete zu finanzieren, werden Steuererhöhungen erwartet.

Landschaftsgemälde von Winston Churchill versteigert

Ein Landschaftsgemälde des früheren britischen Premierministers Churchill ist für umgerechnet fast zehn Millionen Euro versteigert worden. Wie das Auktionshaus Christie's mitteilte, ist es der höchste Preis, der jemals für ein Gemälde aus Churchills Hand erzielt wurde. Es handelt sich um die Malerei "Tower of the Koutoubia Mosque". Die Darstellung einer Moschee in Marrakesch in Marokko bei Sonnenuntergang hatte Churchill dem früheren US-Präsidenten Roosevelt geschenkt. Sie ist die einzige Malerei, die Churchill während des Zweiten Weltkriegs fertigstellte. Zuletzt war das Werk im Besitz von Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie.

"Comic-Con" wegen Corona zum zweiten Mal abgesagt

Die große "Comic-Con"-Messe im kalifornischen San Diego fällt wegen Corona zum zweiten Mal aus. Die Veranstalter sagten das für Juli geplante mehrtägige Treffen ab. Eine große Menschenansammlung sei vor dem Hintergrund der Pandemie immer noch nicht möglich, hieß es zur Begründung. "Comic-Con"-Fans müssen sich mit einem Online-Event im kleinen Rahmen begnügen. Im vergangenen Jahr war die berühmte Messe zum ersten Mal in ihrer Geschichte abgesagt worden. Auf der "Comic Con" stellen Hollywood-Stars neue Filme vor, regelmäßig kommen über hunderttausend Besucher. Die 1970 in San Diego gegründete "Comic Con", gilt als Mutter aller Comic-Conventions. Comic- und Fantasy-Fans kommen dort mit den Machern und Darstellern von berühmten Charakteren zusammen.

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