Freistil, vom 17.07.2011, 20:05 Uhr

Zombies!

Dekonstruktion eines Mythos
Von Markus Metz und Georg Seeßlen

50 Millionen Menschen auf der Welt bekennen sich zu der aus Afrika stammenden Religion, die in der westlichen populären Kultur als "Voodoo" bezeichnet wird und hier für wüste Okkult- und Verschwörungsfantasien herhalten muss.

Hounnon zansanzinho, in Benin Anführer der Ganbada-Voodoo-Sekte (2006). (picture alliance / dpa)
Hounnon zansanzinho, in Benin Anführer der Ganbada-Voodoo-Sekte (2006). (picture alliance / dpa)

Zu den faszinierend-bedrohlichen Vorstellungen dabei gehört der Zombie, der durch Zauberei in eine willenlose Hülle verwandelte Mensch. Die ersten Hollywood-Zombie-Filme standen in den 30er-Jahren noch ganz unter dem Eindruck der tendenziösen Berichte aus Haiti und des Schocks der erfolgreichen Sklavenrevolte, bei der die Voodoo-Religion eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hatte.

Mit wenigen Ausnahmen wurde in der Filmproduktion der rassistisch-propagandistische Aspekt gedankenlos übernommen und mit anderen Horrormythen verbunden.

Erst George A. Romero schuf 1968 mit seinem rauen Film "The Night of the Living Dead" einen neuen Bezug: der Zombie als Metapher des Verfalls von Kapitalismus und Demokratie.

Seitdem sind Zombiefilme, -songs, -bücher und -comics aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken.

DLF 2011

Downloads:

"Zombies!" - Dekonstruktion eines Mythos (PDF-Dokument)
"Zombies!" - Dekonstruktion eines Mythos(Text)

 

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