Donnerstag, 15.11.2018
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. Mai 2014

Zentrum Jüdische Studien: Europa-Uni Viadrina ist neuer Träger

Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder ist künftig Teil des Zentrums Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Sie wurde in den Trägerkreis aufgenommen. Viadrina-Präsident Gunter Pleuger erklärte, nun könne man die Zusammenarbeit ausbauen. Mit der Aufnahme der Viadrina sind jetzt alle Universitäten der Region, an denen im Bereich Jüdische Studien gelehrt und geforscht wird, vereint. Zur Zeit sind rund 60 Nachwuchswissenschaftler an das Zentrum angebunden.

Humboldt-Professuren verliehen: Spitzenforscher kommen an deutsche Unis

Wenn Forscher aus Stanford nach Halle oder aus Tokio nach Stuttgart gehen, dann spricht das sehr für die deutsche Wissenschaft.

Das sagte der Präsident der Humboldt-Stiftung, Helmuth Schwarz, in Berlin, wo sechs renommierte Forscher eine Humboldt-Professur angenommen haben. Die Auszeichnung ist jeweils mit bis zu fünf Millionen Euro dotiert und damit eine der höchsten Ehrungen in der deutschen Wissenschaft. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sagte, mit der Professur sollten gezielt ausländische Kräfte angelockt werden. Fünf Jahre lang könnten sie künftig an einer deutschen Hochschule auf ihrem Spezialgebiet arbeiten.

Ursprünglich waren zehn Forscher für die Auszeichnung vorgeschlagen; mehrere von ihnen haben den Ruf an eine deutsche Universität aber nicht angenommen.

Konzeptkünstlerin Sturtevant gestorben

Die amerikanische Konzeptkünstlerin Elaine Sturtevant ist tot.

Wie das Kunstmagazin "Monopol" berichtet, starb sie im Alter von 84 Jahren in Paris. Sturtevant begann ihre Karriere, indem sie Andy Warhols "Flowers" reproduzierte. Laut "Monopol" erreichten ihre Repliken aber ein derart hohes technisches Niveau, dass sie als eigene Schöpfungen gelten. Sturtevants Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt, auch in Deutschland. 2011 erhielt sie auf der Biennale in Venedig den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk.

Krakauer Universität lehnt Ehrendoktorwürde für Barroso ab

Insbesondere sein Eintreten für eine Gleichbehandlung von Männern und Frauen kam in Krakau gar nicht gut an.

Mit knapper Mehrheit lehnte der Fakultätsrat der dortigen Jagellonen-Universität die Verleihung der Ehrendorktorwürde an José Manuel Barroso ab. Die Begründung: Der Präsident der EU-Kommission vertrete eine Gender-Ideologie, die zu verurteilen sei. Heute müsse man ihn als politisches Chamäleon mit einer Vergangenheit als Kommunist und Linksradikaler betrachten. Das Protokoll der Sitzung ist heute in der polnischen Presse nachzulesen. Demnach gab einer der Professoren immerhin zu bedenken, dass die Entscheidung eine Negativwerbung für die Universität bedeuten könnte.

Kunstmuseum Bern will Rückgabeansprüche aus Gurlitt-Sammlung prüfen

Das Kunstmuseum Bern hat zugesichert, Rückgabeansprüche aus der Gurlitt-Sammlung genau prüfen zu lassen.

Direktor Matthias Frehner sagte der Deutschen Presse-Agentur, falls man das Erbe antrete, werde jedem Restitutionsanspruch nachgegangen. Zunächst aber habe der Stiftungsrat die Aufgabe, die Sammlung selbst in Augenschein zu nehmen, die man bislang nur aus Medienberichten kenne. - Der Münchner Kunstsammler Cornelius Gurlitt war am Dienstag im Alter von 81 Jahren gestorben. Gestern wurde bekannt, dass er seine Sammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht hat. Bei einigen Werken soll es sich um NS-Raubkunst handeln.

Verschollen geglaubte Mendelssohn-Komposition wieder aufgetaucht

Zuletzt ist die Komposition "Des Menschen Herz ist ein Schacht" von Felix Mendelssohn Bartholdy Ende des 19. Jahrhunderts in Auktionskatalogen aufgetaucht.

Nun wurde sie in einer Privatsammlung in den USA entdeckt und soll in London versteigert werden, wie die "New York Times" berichtet. Mendelssohn Bartholdy hatte die Komposition 1842 für den Berliner Theater-Manager Johann Valentin Teichmann geschrieben. Das Auktionshaus Christie's schätzt, dass die Notenblatt-Seite bei der Versteigerung umgerechnet bis zu 30.000 Euro einbringen könnte.

Russische Lehrer kritisieren offizielle Vorgaben zum Unterricht über die Krim-Krise

Die russische Regierung hat einen Lehrplan veröffentlicht, der Schulen vorschreibt, wie im Unterricht mit der Annexion der Krim umgegangen werden soll.

Wegen dieser offiziellen Anweisung werfen Lehrer dem Kreml Indoktrinierungsversuche wie zu Sowjetzeiten vor. Das berichtet die Tageszeitung "Kommersant". Die Regierung trage ihre Ideologie offen in die Schulen, sagte der Geschichtslehrer und Schulbuchautor Leonid Kazwa dem Blatt. - Laut Lehrplan, den das Bildungsministerium über seine Internetseite verbreitet, hatte die Annexion einen friedenssichernden und humanitären Charakter. Die Krim, die illegalerweise zur Ukraine gehört habe, sei jetzt zum Mutterland zurückgekehrt, heißt es in der offiziellen Einordnung.

Warum die Krim beim ESC weiterhin als Teil der Ukraine gilt

Technik schlägt Ideologie:

Beim Eurovision Song Contest stimmen die Menschen auf der Krim weiterhin als Teil der Ukraine ab. Laut Medienberichten werden die Telefonnetze auch zwei Monate nach der Machtübernahme durch Russland weiterhin von ukrainischen Anbietern betrieben. In ESC-Regeln ausgedrückt bedeutet das: Von der Krim aus kann für jedes Land außer der Ukraine angerufen werden. - Unter anderem die Sängerinnen aus Russland haben das Finale des Musikwettbewerbs am Samstag in Kopenhagen erreicht. Weitere Teilnehmer werden heute Abend im zweiten Halbfinale ermittelt.

Leon de Winter weist Kritik an Anne-Frank-Theaterstück zurück

Der Vorwurf lautet: Kommerzialisierung -

und weil es um das Theaterstück über das Leben von Anne Frank geht, wiegt er besonders schwer. Der Autor Leon de Winter erklärte dazu im niederländischen Fernsehen, bereits die Entscheidung 1947, das Tagebuch zu veröffentlichen, sei eine Kommerzialisierung gewesen. Außerdem sei dies unvermeidlich, wenn man eine breite Öffentlichkeit erreichen wolle. - Das Stück "Anne" wird heute Abend in einem eigens dafür gebauten Theater in Amsterdam uraufgeführt.

Datenjournalist Matzat über den Journalismus der Zukunft

Ein Text ohne Autor:

Für den Berliner Fachjournalisten und Unternehmer Lorenz Matzat ist das schon längst kein Zukunftsszenario mehr. Er sagte auf der Internet-Konferenz Republica, es gebe viele Hinweise darauf, dass Roboterjournalismus in den nächsten Jahren alltäglicher werde. So könnten einfache Texte - etwa über ein Fußballspiel - automatisch erstellt werden. Vorteil sei, dass die Software innerhalb kürzester Zeit ganze Archive durchforsten könne. Nicht automatisierbar dagegen seien alle Formate, bei denen es auf Empathie, Haltung und Humor ankomme wie Reportagen, Interviews, Kommentare und Glossen.

Grütters: Anspruch und Erfolg müssen kein Widerspruch sein

Die Lola ist nicht nur etwas für den Mainstream.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie hoffe, dass beim Deutschen Filmpreis auch anspruchsvolle, nicht nur am Markt erfolgreiche Filme zum Zuge kämen. Dies müsse übrigens kein Widerspruch sein. Die Lola sei mit Preisgeldern von drei Millionen Euro auch ein wichtiges Förderinstrument, betonte die CDU-Politikerin. - Der Deutsche Filmpreis wird morgen in Berlin verliehen. Es gibt 16 Preiskategorien.

Kinderfilme: größere Vielfalt, anderer Anspruch

Die Zeiten des pädagogischen Zeigefingers sind vorbei.

Margret Albers hält das für das eine gute Entwicklung. Die Leiterin des Kinderfilmfestivals "Goldener Spatz" sagte der Deutschen Presse-Agentur, mittlerweile habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Film und Fernsehen anders funktionierten als Schule. Thematisch werde nichts ausgespart, von der Geburt bis zum Tod. Das komme dem Bedürfnis der Kinder entgegen, die häufig in den Medien Orientierung suchten, wie man sich in schwierigen Situationen verhalten könne. - Das Kinderfilmfestival "Goldener Spatz" ist das größte seiner Art in Deutschland. Es beginnt am Sonntag in Erfurt.

Kusej will (noch) nicht ans Burgtheater

Noch hat keiner laut genug gerufen.

Der Intendant des Münchner Residenztheaters, Martin Kusej, ist Gerüchten über einen Wechsel ans Wiener Burgtheater entgegengetreten. Er kenne das Burgtheater gut und wünsche dem Haus, dass es sich in Ruhe und Frieden kreativ wiederfinden und auch den gigantischen Schuldenberg abbauen könne, sagte Kusej in München. Wenn das der Fall sei, höre er auch wieder hin, wenn jemand rufe. - Die Gerüchte waren unter anderem deshalb entstanden, weil Kusejs Vertrag in München gleichzeitig mit dem Vertrag der Interimschefin am Burgtheater, Karin Bergmann, ausläuft.

Kulturhistorisch bedeutsamer Friedhof in Kopenhagen bleibt erhalten

Der Friedhof bleibt, wie er ist.

Nach einem Machtwort der dänischen Umweltbehörde sind die Kopenhagener Pläner zur Umgestaltung des "Assistens Kirkegård" vom Tisch. Die Kommune hatte ein Drittel der Fläche zum Park umwidmen wollen - inklusive Radweg, Spielplätzen und einem Café. - Der Friedhof aus dem Jahr 1760 gilt als kulturhistorisch bedeutsam. Begraben sind dort unter anderem der Dichter Hans Christian Andersen, der Philosoph Søren Kierkegaard und der Physik-Nobelpreisträger Niels Bohr.

Historischer Stadtführer wird in Tschechien zum Bestseller

Es ist kein klassischer Stadtführer - nicht nur wegen seines Umfangs von 800 Seiten.

In Tschechien ist jetzt der "Reiseführer durch das Prag während des Protektorats" zum "Buch des Jahres" gekürt worden. Der Bestseller von Jiří Padevět wirft einen ungewohnten Blick auf die Hauptstadt zur Zeit der deutschen Besatzung. Mit seinem Werk wolle er einen neuen Blick anregen, sagte der Autor dem Evangelischen Pressedienst. Über die Zeit urteilen wolle er nicht. Man solle sehen, dass Verbrechen geschehen sind - aber von konkreten Tätern und nie einfach nur "den Deutschen", ergänzte er.

1939 hatte NS-Deutschland das Land besetzt und das sogenannte "Reichsprotektorat Böhmen und Mähren" errichtet, das bis 1945 bestand. Tschechische Widerstandskämpfer, deutsche Emigranten und fast die gesamte jüdische Bevölkerung wurden in Konzentrationslager verschleppt und getötet.

Whitstable erinnert an Somerset Maugham

Das Städtchen Whitstable kommt bei William Somerset Maugham offenbar nicht besonders gut weg.

In seinen Novellen ist von "Blackstable" die Rede, was Experten in Bezug auf den Ort interpretieren, in dem der Schriftsteller einige Jahre seiner Kindheit verbrachte. Nach einem Bericht der britischen BBC bemüht sich Whitstable jetzt um einen Imagewandel. Die Leiterin eines neu geschaffenen Literaturfestivals lässt sich mit den Worten zitieren, gerade weil Somerset Maugham dort unglücklich gewesen sei, habe er die Liebe zu Büchern entdeckt. Damit habe Whitstable einen deutlichen Einfluss auf sein späteres Schaffen gehabt.

Miriam Meckel wird neue Chefredakteurin der "Wirtschaftswoche"

Die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel wird neue Chefredakteurin der "Wirtschaftswoche".

In einer Mitteilung von Verleger Dieter von Holtzbrinck heißt es, Meckel sei bestens mit den Erwartungen der kommenden Entscheider-Generation vertraut und kenne deren Medien-Nutzungsverhalten ebenso wie deren Denk- und Sichtweisen. - Meckel ist zurzeit Professorin am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen. Beim "Handelsblatt" löst sie Roland Tichy ab, der Geschäftsführer des neu gegründeten Digitalunternehmens des Verlags wird.

Juden und Muslime in Großbritannien fordern Schlacht-Siegel

In Großbritannien wird über eine erweiterte Kennzeichnung von Fleischprodukten diskutiert.

Auslöser ist die Forderung jüdischer und muslimischer Verbände, die Schlachtmethode aufzuführen und damit erkennbar zu machen, ob die Tiere entsprechend religiösen Regeln getötet wurden. Der Vorschlag findet auch bei Christen Unterstützung. Der anglikanische Bischof von Leeds, Nick Baines, sagte dem "Telegraph", es sei wichtig, dass Menschen über ihr Essen klare Informationen erhielten. Das gehe weit über die religiösen Gesetze von Juden und Muslimen hinaus.

NZZ würdigt Lassnig als Ausnahmekünstlerin

"Ich will noch immer etwas Neues machen, und wenn es nur etwas Kleines ist. Doch ich will schon auch die Rakete übers Haus schießen."

Mit diesem Zitat Maria Lassnigs erinnert die "Neue Zürcher Zeitung" an die verstorbene Malerin. Im Nachruf würdigt das Blatt Lassnig als Ausnahmekünstlerin. Ohne Pathos und Kitsch habe sie ihre humorvolle und kraftvolle Selbsterkundung in der Kunst gelebt. Der "Tagesspiegel" beschreibt Lassnig als Grande Dame der Malerei Österreichs. Dass sie nicht als verkannte Künstlerin unterging, sondern geehrt und vom Markt mit Höchstpreisen bedacht wurde gehört für die "Süddeutsche Zeitung" zu den raren Phänomenen von Gerechtigkeit im Bereich der Kunst. - Am Dienstag starb Maria Lassnig im Alter von 94 Jahren.

Pakistanischer Anwalt in Blasphemie-Fall erschossen

Seit Februar hatte ein Menschenrechtsaktivist in Pakistan Morddrohungen erhalten.

Nun wurde der Anwalt von Unbekannten in seiner Kanzlei in Multan erschossen. Der Jurist hatte einen Universitätsdozenten verteidigt, der wegen abfälliger Äußerungen über den Propheten Mohammed angeklagt war. Seitdem hatte er Drohbriefe erhalten. - Pakistans Blasphemie-Gesetze verbieten die Beleidigung jeder Religion. Es wird aber in der Praxis nur bei angeblicher Herabsetzung des Islams angewandt. Wird der Koran geschändet, droht lebenslange Haft, bei der Beleidigung des Propheten Mohammed die Todesstrafe. Zwar wurde bisher kein Todesurteil wegen Blasphemie vollstreckt. Verurteilte wurden aber nach ihrer Freilassung häufig gelyncht.

Chinesische Journalistin Gao Yu verhaftet

Seit fast zwei Wochen galt die chinesische Journalistin Gao Yu als vermisst.

Nun ist bekannt geworden, dass die Regierungskritikerin festgenommen worden ist. Der 70-Jährigen wird vorgeworfen, Staatsgeheimnisse an eine ausländische Nachrichtenwebseite weitergegeben zu haben, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua. Die Reporterin habe das Vergehen bereits gestanden. - Erst am Dienstag hatten chinesische Behörden etliche Personen verhaften lassen. Der Schritt wurde als Versuch gewertet, Aktivisten von Gedenkfeiern anlässlich des Tian'anmen-Masskers abzuschrecken. Am 3. und 4. Juni 1989 hatte das chinesische Militär einen prodemokratischen Volksaufstand gewaltsam niedergeschlagen. Gao war damals nach Prosteten festgenommen worden.

Google, Facebook und Twitter sorgen sich um Netzneutralität

Die US-Kommunikationsbehörde FCC will es Firmen ermöglichen, gegen Bezahlung schnellere Internetverbindungen zu nutzen.

In einem Brief an den Chef der Behörde haben jetzt mehr als 100 Internetkonzerne vor dem Verlust der Netzneutralität gewarnt. Die neuen Regeln könnten zu Diskriminierung im Netz und zu hohen Regulierungskosten führen, heißt es in dem Schreiben. Anstatt einzelnen Unternehmen zu erlauben, sich einen Vorteil zu erkaufen, müsse es Planungssicherheit geben. Zu den Verfassern gehören namhafte Firmen wie Google, Microsoft, Facebook und Twitter.

In Deutschland hatte letztes Jahr die Telekom mit ähnlichen Plänen für Aufregung gesorgt. Es ging um eine geplante Volumen-Drosselung für Internet-Flatrates. Davon wären eigene Streaming-Dienste aber ausgenommen gewesen. Dieses Vorhaben hatte ein Gericht verboten.

Experten fordern Verbesserungen bei IT-Sicherheit

"Wir fahren in einer Kutsche ohne Dach und hoffen, dass es nicht regnet."

So beschreibt Michael Hange, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, die aktuelle Haltung zum Datenschutz. Vor dem Bundestagsausschuss Digitale Agenda forderten Experten gestern, dass man die lebenswichtige Infrastruktur besser vor Überwachung, Spionage und Hacker-Angriffen schützen müsse. Die Sicherheitslücke "Heartbleed" habe gezeigt, dass auch Open-Source-Programme anfällig seien, wenn sie nicht ausreichend überprüft würden, sagte Hange.

BBC: Lord Patten tritt zurück

Bei der britischen Rundfunkanstalt BBC erlebte Lord Chris Patten turbulente Jahre.

Nun ist der Vorsitzende des Gremiums BBC Trust zurückgetreten. Der Schritt erfolge aus gesundheitlichen Gründen, teilte der Politiker gestern mit. Die BBC ging zuletzt angesichts von Skandalen durch schwere Zeiten. Vor allem die Missbrauchs-Affäre um den früheren Star-Moderator Jimmi Savile brachte die renommierte Rundfunkanstalt in die Schlagzeilen und kostete den Intendanten den Job. - Patten war seit drei Jahren bei BBC Trust. Davor war er Mitglied der Europäischen Kommission und Gouverneur von Hongkong.

Das Gremium BBC Trust ist vergleichbar mit den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland.

USA wollen zwei Khmer-Statuen an Kambodscha zurückgeben

Die beiden Statuen gelten als Meisterwerke der Kunst der Khmer.

Nun wollen die USA die Skulpturen, die in den 1970er Jahren in Kambodscha geraubt worden waren, zurückgeben. Gestern unterzeichneten ein Regierungsvertreter Kambodschas und ein Bundesanwalt in New York ein entsprechendes Abkommen. Eine der Statuen sollte ursprünglich 2011 auf einer Auktion in New York versteigert werden. Mit Hilfe der UNESCO konnten die kambodschanischen Behörden den Verkauf allerdings verhindern. Nach mehrmonatigen Verhandlungen willigte schließlich auch ein Museum in Kalifornien ein, eine zweite Skulptur zurückzugeben. Beide sollen nun einen Platz im neuen Preah Vihear Museum finden.

Kathedrale von Managua soll restauriert werden

Vor mehr als 40 Jahren wurde die alte Kathedrale von Managua bei einem Erdbeben schwer beschädigt.

Medienberichten in Nicaragua zufolge soll sie nun restauriert werden. Seit Jahren habe man in diese Richtung gearbeitet und könne vermutlich bald eine Lösung präsentierten, zitierte die Tageszeitung "El nuevo Diario" einen Sprecher des Bürgermeisters. - 1972 hatte ein schweres Erdbeben das Dach der Kathedrale einstürzen lassen. Seitdem ist die Ruine für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.

13 Milliarden Jahre kosmische Geschichte im Computer simuliert

Die Simulation aus diesem Computer-Universum sind kaum von Aufnahmen großer Weltraumteleskope zu unterscheiden.

Forschern des MIT und aus Heidelberg ist es gelungen, 13 Milliarden Jahre kosmischer Geschichte in einer Computersimulation abzubilden. Sie zeige die Entwicklung des Universums vom Urknall bis heute, berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Nature". Im vergleich zu früheren Modellen sei ihres zehnmal feiner. - 8.000 Computer-Prozessoren hätten mehrere Monate gebraucht, um alles zu errechnen, schreiben die Forscher weiter. Das Ergebnis sei ein 200 Terabyte großer Datensatz.

Vatikan ist Gastland der Turiner Buchmesse

Der "Salone Internazionale del Libro" in Turin ist eine der größten Buchmessen Europas.

Ab heute werden in der italienischen Stadt mehrere tausend Besucher erwartet. Gastland ist in diesem Jahr der Vatikan. Auf dem Messegelände selbst sowie an verschiedenen Orten in der Stadt werden internationale Konferenzen, Seminare und Workshops mit Schriftstellern, und Intellektuellen abgehalten. Im vergangenen Jahr kamen rund 300.000 Besucher und 1.200 Aussteller.

Kanadischer Umweltschützer und Autor Mowat gestorben

Er schrieb über das Schicksal der Inuit und engagierte sich gegen den Walfang.

Jetzt ist der kanadische Schriftsteller und Umweltschützer Farley Mowat im Alter von 92 Jahren gestorben. Viele seiner Bücher handeln von seinen Naturforschungen. In "Ein Sommer mit Wölfen" widersprach er dem Bild des Wolfes als "gefährlichsten Feind des Menschen". - Seine Romane und Erlebnisberichte wurden weltweit mehr als 17 Millionen Mal verkauft. Kritiker warfen dem Biologen vor, es zugunsten der Fiktion nicht immer allzu ernst mit den Fakten zu nehmen. Kanadas Premierminister Stephen Harper würdigte Mowat als "geborenen Erzähler, der die Gabe hatte, persönliche Anekdoten lebendig und auf berührende Weise zu erzählen".

Elektrosmog von Toastern und Radios stört Rotkehlchen

Zufällig haben Biologen beobachtet, dass Rotkehlchen auf dem Unigelände ihren Orientierungssinn verlieren.

Die Wissenschaftler der Universität Oldenburg haben das Phänomen weiter untersucht und herausgefunden, dass schon der Elektrosmog von Toastern oder Radios den Zug der Rotkehlchen stört. Ihr angeborener innerer Kompass funktioniere schon bei schwachen elektromagnetischen Störungen nicht mehr, schrieben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature". Bisher ging man davon aus, dass Elektrosmog unterhalb bestimmter Grenzwerte Tieren und Umwelt nicht schadet.

Intendant der Deichtorhallen würdigt verstorbene Malerin Lassnig

Aus Sicht von Dirk Luckow war Maria Lassnig eine der radikalsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

Der Intendant der Hamburger Deichtorhallen hat das Werk der verstorbenen österreichischen Malerin gewürdigt. Lassnig habe immer wieder mit Stereotypen gebrochen und sich nie in Schubladen stecken lassen, sagte Luckow im Deutschlandradio Kultur. Ihr Schaffen zeige eine große Vielseitigkeit im Spannungsfeld zwischen Realität, Humor und Selbstironie. Luckow betonte den Einfluss der Künstlerin etwa auf Body-Art und Performance-Kunst. In den Deichtorhallen wurde im vergangenen Jahr eine Retrospektive der Arbeiten Lassnigs gezeigt.

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