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Thema / Archiv | Beitrag vom 08.09.2010

Zentralrat der Muslime kritisiert Ehrung von Mohammed-Karikaturisten

Generalsekretär Mazyek: Pressefreiheit und Religionsfreiheit bleiben im Spannungsverhältnis

Kanzlerin Merkel zeichnete einen Mohammed-Karikaturisten aus. (AP)
Kanzlerin Merkel zeichnete einen Mohammed-Karikaturisten aus. (AP)

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat die Auszeichnung des dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard mit dem Potsdamer M100-Medienpreis durch Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert.

Merkel ehre den Karikaturisten, der "unseren Propheten in unseren Augen mit Füßen getreten hat und uns alle Muslime eigentlich mit Füßen getreten hat", sagte ZMD-Generalsekretär Aiman Mazyek. Der Zentralrat habe einerseits gewürdigt, dass sich Merkel im Fall der umstrittenen Thesen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin schützend vor die Muslime in Deutschland und damit vor alle Bürger gestellt habe. Die Auszeichnung Westergaards sei dennoch in dieser "aufgeladenen und erhitzten Zeit" "hochproblematisch".

Mazyek bekannte sich zur uneingeschränkten Pressefreiheit, forderte gleichzeitig aber Rücksicht auf die Gefühle religiöser Menschen: "Es bleibt ein Spannungsverhältnis, wie vieles andere auch. Religionsfreiheit ist auch ein Spannungsverhältnis." Durch die Karikaturen sei pauschal die ganze muslimische Gemeinde weltweit als Terroristen dargestellt worden.


Das vollständige Gespräch mit Aiman Mazyek können Sie bis zum 8.2.2011 als
[url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/09/08/drk_20100908_1609_26c8f90b.mp3
title="MP3-Audio" target="_blank"]MP3-Audio[/url] in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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