Seit 23:05 Uhr Fazit

Dienstag, 15.10.2019
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Kulturnachrichten

Freitag, 31. Mai 2019

Zensurdebatte in Russland um Elton-John-Film

In Russland sind aus dem Film "Rocketman" über das Leben von Popstar Elton John mehrere Szenen mit schwulem Sex und Drogenkonsum herausgeschnitten worden. Daraufhin entbrannte eine Zensurdebatte in dem Land, in dem Homosexualität zwar legal ist, aber weitgehend tabuisiert wird. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verlangte, den Streifen ungekürzt zu zeigen. Das russische Kulturministerium wies die Verantwortung von sich. Es seien keine Anweisungen gegeben worden. Es handele sich wohl um einen Fall von "Selbstzensur", sagte die Leiterin der Filmabteilung im Ministerium, Olga Ljubimowa, der Agentur Interfax. Das Ministerium habe die vorgelegte Version des Films mit der Altersfreigabe 18+ für den Vertrieb in Russland abgesegnet.

New York setzt Stonewall-Pionierinnen ein Denkmal

Den Stonewall-Pionierinnen Sylvia Rivera und Marsha P. Johnson wird in New York ein Denkmal gesetzt. Sie zählen zu den sogenannten "Street Queens", die im Juni 1969 wesentlich zum Ausbruch der Stonewall-Unruhen beigetragen haben. Bill de Blasio sagte: "In einer Zeit, in der die Bundesregierung Überstunden macht, um Trans*-Menschen ihre Rechte wegzunehmen und vor dem Hintergrund grausamer Gewalt gegen diese Community ehrt New York City Trans*-Vorkämpferinnen, die gegen Hass und Ungerechtigkeit gekämpft haben." Das Denkmal soll nur einen Block vom "Stonewall Inn" entfernt errichtet werden. Dort nahm die in die Geschichte eingegangene Serie von Kämpfen für Gleichberechtigung und Anerkennung ihren Anfang.

Vier neue E-Books über Schulfächer von Harry Potter

Die britische Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling hat vier neue E-Books zum Zauberlehrling angekündigt. Die vier Bücher erzählen nicht die Geschichte rund um den Hogwarts-Schüler fort, sondern befassen sich mit seinen Schulfächern: "Zaubertränke und Kräuterkunde", "Zauber und Verteidigung gegen die dunklen Künste", "Weissagung und Astronomie" und "Pflege magischer Geschöpfe". Die ersten beiden E-Books sollen ab dem 27. Juni unter anderem auf Englisch und Deutsch erhältlich sein, heißt es auf ihrer Online-Plattform "Pottermore". Rowling erzählte die Geschichte des Zauberlehrlings in sieben Bänden. Im Jahr 2007 war das letzte Werk der Reihe erschienen, nämlich: "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes".

Türkei ermittelt gegen deutsche Journalistin

Die Staatsanwaltschaft in Ankara hat Ermittlungen gegen eine deutsche Journalistin mit türkischen Wurzeln aufgenommen. Es gehe um Terrorvorwürfe, sagte der Anwalt der Frau, Arkin Hürtas. Möglicherweise würden die Vorwürfe noch um Präsidentenbeleidigung erweitert. Zuerst hatte der NDR über den Fall berichtet. Eine offizielle Anklage gibt es laut Anwalt bisher nicht. Die Ermittlungen stützten sich auf Beiträge, die die in Hamburg lebende Reporterin in sozialen Medien geteilt haben soll, sagte Hürtas. Darunter sei eine Karikatur des mittlerweile inhaftierten ehemaligen Karikaturisten der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet", Musa Kart. Außerdem gebe es ein Foto, auf dem sie bei einer Demonstration in Deutschland zu sehen sein soll. Sie soll zudem zwei kritische Sätze in sozialen Medien geteilt haben. "Es gibt keinen klaren Straftatbestand", sagte Hürtas.

Elton John fühlt sich als Europäer

Der britische Musiker Elton John hat sich bei seinem Konzert im italienischen Verona zum Brexit und zu seiner Einstellung zu Europa geäußert. Der 72-Jährige sagte, er schäme sich für das, was sein Land getan habe. Er sei vom Brexit angewidert. Weiter sagte John: "Ich bin Europäer. Ich bin kein blöder, kolonialer, imperialistischer, englischer Idiot". Elton John ist zur Zeit auf seiner Abschiedstournee "Farewell Yellow Brick Road". Am Samstag tritt er in Wiesbaden auf.

Baselitz schenkt Pinakothek der Moderne sieben Werke

Der Künstler Georg Baselitz hat der Pinakothek der Moderne in München sieben seiner Werke geschenkt. Die sechs Gemälde und eine Skulptur entstanden zwischen 2008 und 2017. Sie werden bei einem Festakt vorgestellt und anschließend in der ständigen Sammlung gezeigt. Laut Mitteilung des Museums erfolgte die Schenkung zu Ehren von Herzog Franz von Bayern. Der heutige Chef des Hauses Wittelsbach war demnach einer der frühesten Sammler von Baselitz. Die Pinakothek der Moderne sieht in der Schenkung die Krönung ihrer Baselitz-Sammlung, die damit auf ein Ensemble von 31 Einzelwerken aus sechs Jahrzehnten anwächst.

Forscher finden ältesten Sonnenfinsternis-Film

Wissenschaftler haben den nach ihren Angaben ältesten Film über eine totale Sonnenfinsternis wiederentdeckt. Das verwackelte Material aus dem Jahr 1900 stammt vom britischen Filmemacher Nevil Maskelyne und lag in den Archiven der Königlichen Astronomischen Gesellschaft. Maskelyne hatte die jetzt überarbeiteten bewegten Bilder während einer Expedition in North Carolina in den USA aufgenommen. Der kleine Film ist online kostenlos abrufbar unter: https://bit.ly/2Z27A07

Berlinale-Chef Kosslick sagt "Tschüss!"

Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat seinen offiziell letzten Arbeitstag absolviert. Der 71-jährige Kulturmanager hatte das Berliner Filmfestival 18 Jahre lang geleitet und maßgeblich geprägt. Die 70. Berlinale im Februar und März 2020 findet unter neuer Leitung statt. Im Inforadio vom Rundfunk Berlin-Brandenburg sagte Kosslick, er wolle jetzt unter anderem mehr Zeit mit seinem 15-jährigen Sohn und seiner Frau verbringen.

Händel-Festspiele starten mit Opernpremiere

Mit einer Opernpremiere über Julius Cäsar beginnen die Händel-Festspiele in Halle. Zuvor werde eine Feierstunde vor dem Denkmal des Barockmusikers Georg Friedrich Händel auf dem Marktplatz der Stadt veranstaltet, teilten die Organisatoren mit. Bis zum 16. Juni finden den Angaben zufolge mehr als 100 Veranstaltungen mit rund 1000 Künstlern aus der ganzen Welt an 22 Orten statt. Das Motto "Empfindsam, heroisch, erhaben - Händels Frauen" deute unter anderem auf die Zusammenarbeit Händels mit etlichen Sängerinnen und Tänzerinnen hin, hieß es. Allein in seinen Opern tauchten demnach rund 100 Frauenfiguren auf.

Neuruppin ehrt Fontane mit großem Festspiel-Programm

Die Fontane-Festspiele starten in Neuruppin mit einem Festprogramm zu Ehren des 200. Geburtstages des Autors. Geplant seien bis 10. Juni Veranstaltungen mit Musik, Lyrik, Theater, Literatur, Kunst und Film, sagte Mario Zetzsche von "Fontane 200". Der Romancier, Reiseschriftsteller, Journalist und Apotheker Theodor Fontane wird zehn Tage lang gefeiert. "Unser Anspruch ist, Fontane in seiner Geburtsstadt zu würdigen, aber sehr zeitgemäß", sagte Zetzsche. Die ganze Stadt werde während der Festspiele zur Bühne. Schauspieler, Musiker und andere Künstler seien dabei. Die Festspiele gehören zum Programm "fontane.200", das in diesem Jahr in Brandenburg läuft. Mehr als 400 Veranstaltungen sind bis zum 200. Geburtstag von Fontane am 30. Dezember geplant.

Rheinoper-Intendantin Eva Kleinitz gestorben

Mit nur 47 Jahren ist die Generalintendantin der Straßburger Oper, Eva Kleinitz, "nach schwerer Krankheit" verstorben. Das teilte die Oper mit. Kleinitz wurde 1972 in Langenhagen geboren, studierte unter anderem Musikwissenschaften an der Universität des Saarlandes. Sie arbeitete an verschiedenen Opernhäusern in Europa und war ab 2011 Operndirektorin der Oper Stuttgart. 2013 wurde Kleinitz als erste Frau zur Präsidentin von Opera Europa gewählt. Seit 2016 war sie die Generalintendantin der Opéra national du Rhin in Straßburg.

Guterres mit Karlspreis ausgezeichnet

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat in Aachen den diesjährigen Karlspreis erhalten. Der frühere portugiesische Ministerpräsident bekommt die Auszeichnung für eine Neubelebung und Festigung der multilateralen Zusammenarbeit auf Grundlage der Werte der EU. Der spanische König Felipe VI. würdigte Guterres als großen Europäer und Weltbürger. Er vermittelte in den Konflikten um Osttimor und in Angola. 2005 wurde er zum UN-Hochkommissar für Flüchtlinge ernannt und übte dieses Amt bis 2015 aus. Der Aachener Karlspreis wird seit 1950 an Menschen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben.

Gucci für Recht auf Abtreibung

Die italienische Luxusmarke Gucci hat bei einer Modenschau in Rom ein Statement für das Recht auf Abtreibung gemacht. Kreativdirektor Alessandro Michele zeigte am Dienstag in den Kapitolinischen Museen in Rom ein Kleid mit einem aufgestickten Uterus, einen Blazer mit dem feministischem Slogan "My body my choice" ("Mein Körper, meine Entscheidung") und einen Pullover mit der Aufschrift 22.05.1978. An diesem Tag wurde in Italien ein Gesetz verabschiedet, das die Abtreibung bis zum 90. Tag der Schwangerschaft nach einem Beratungsgespräch legalisierte. In dem katholisch geprägten Land kochen immer wieder Debatten über Schwangerschaftsabbrüche hoch - auch der Papst spart nicht mit klaren Worten gegen die Abtreibung. Aufgeladen ist das Thema zurzeit insbesondere in den USA, wo über striktere Abtreibungsgesetze in einigen Bundesstaaten diskutiert wird.

Leben von Pop-Star Boy George wird verfilmt

Das Leben des britischen Musikers Boy George wird verfilmt. Der Filmemacher Sacha Gervasi ("Anvil!", "Hitchcock") wird das Drehbuch schreiben und Regie führen, wie die US-Branchenblätter "Variety" und "Deadline.com" berichten. Der noch titellose Film soll unter anderem das Heranwachsen des Sängers in einer irischen Arbeiterfamilie und seine bewegte Karriere beleuchten. In den 80er Jahren eroberten Boy George und die Band Culture Club mit Hits wie "Do You Really Want To Hurt Me?" und "Karma Chamaleon" die Hitparaden. Auf Mega-Erfolge folgten Probleme mit Drogen- und Alkoholsucht, ebenso Konflikte mit dem Gesetz.

Kulturnachrichten hören

Mai 2019
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur