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Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Zeitzeuge Adolf Burger gestorben

Burger wurde 99 Jahre alt

Der Holocaust-Überlebende Adolf Burger, einer der letzten Zeitzeugen der NS-Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen, ist tot. Er sei im Alter von 99 Jahren in Prag gestorben, berichteten der öffentlich-rechtliche tschechische Rundfunk und die Zeitung "MF Dnes" unter Berufung auf die Tochter und den Schwiegersohn des Verstorbenen. Burger war mit anderen jüdischen KZ-Häftlingen in Sachsenhausen in Oranienburg, nördlich von Berlin, gezwungen worden, millionenfach Pfund- und US-Dollar-Scheine zu fälschen. Über die augenscheinlich größte Geldfälschungsaktion der Geschichte schrieb Burger später das Buch "Des Teufels Werkstatt". Seine Erinnerungen dienten als Vorlage für den Spielfilm "Die Fälscher".
Der Film des österreichischen Regisseurs Stefan Ruzowitzky gewann 2008 einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Malerin Pia Fries erhält Altenbourg-Kunstpreis 2017

Fries ist die erste Frau, die den Preis erhält

Der Gerhard-Altenbourg-Preis 2017 geht an die Malerin Pia Fries. Damit werde "eine Vertreterin der reinsten Malerei" gewürdigt, teilte das Lindenau-Museum im thüringischen Altenburg mit. Der Preis ist mit insgesamt 50 000 Euro für eine Ausstellung samt Katalog sowie einem Preisgeld dotiert. Fries ist gebürtige Schweizerin, lebt und arbeitet den Angaben zufolge aber in Düsseldorf und München. Sie hat bei Gerhard Richter Malerei studiert und eine Professur für Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München inne. Die Auszeichnung soll zur Ausstellungseröffnung im November 2017 übergeben werden.

Emerson, Lake & Palmer-Gründer Greg Lake gestorben

Der Sänger, Gitarrist und Bassist starb mit 69 Jahren an Krebs

Eine Koryphäe der progressiven Rockmusik ist tot: Greg Lake, Gründer von Emerson, Lake & Palmer, hat einen langen Kampf gegen Krebs verloren. Sein Manager Stewart Young teilte mit, Lake sei der "langen und hartnäckigen" Krankheit erlegen. Er wurde 69 Jahre alt. Schon vor seiner Zeit mit dem Keyboarder Keith Emerson und dem Schlagzeuger Carl Palmer war der Bassist und Sänger ein Prog-Rock-Pionier: In den 1960er Jahren gründete er mit Gitarrist Robert Fripp die nicht minder legendäre Band King Crimson. Der kommerzielle Erfolg kam aber in den 1970er Jahren mit EL&P: Sechs Alben des Trios erreichten Platin-Status als Topseller. Die Band mischte Klassik und Rock mit etlichen anderen Musikformen und scherte sich wenig um die übliche Länge von Popmusik-Stücken. Ihr bekanntester Song hatte aber Single-Länge: "Lucky Man", die Ballade über einen Verstorbenen, dessen Reichtum den Schluss nahe legte, er müsse sehr glücklich gewesen sein.

Zehn Wissenschaftler erhalten Leibniz-Preise

Die Preisträger erhalten jeweils 2,5 Millionen Euro für Forschungsarbeiten

Drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler erhalten den Leibniz-Preis 2017. Von den zehn neuen Preisträgern kommen drei aus den Naturwissenschaften, drei aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie jeweils zwei aus den Lebens- und Ingenieurwissenschaften, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Bonn mitteilte. Der Leibniz-Preis ist der wichtigste deutsche Forschungsförderpreis. Alle zehn Preisträger erhalten jeweils 2,5 Millionen Euro für kommende Forschungsarbeiten. Verliehen werden die Auszeichnungen am 15. März 2017 in Berlin. Die Auszeichnung erhalten die Arabistik-Professorin Beatrice Gründler (Berlin) und die Afrikanistin Anne Storch (Köln), der Psychologe Ralph Hertwig (Berlin), der Chemiker Lutz Ackermann (Göttingen), die Biologen Karl-Peter Hopfner (München) und Jörg Vogel (Würzburg), der Physiker Frank Jülicher (Dresden) und der Biophysiker Joachim P. Spatz (Stuttgart/Heidelberg) sowie der Verfahrenstechniker Lutz Mädler (Bremen) und die Materialwissenschaftlerin Britta Nestler (Karlsruhe).

Barenboim-Said-Akademie wird in Berlin eröffnet

Bis zu 90 Studenten werden dort lernen

Nach mehr als zweijährigen Bauarbeiten wird in Berlin die Barenboim-Said-Akademie eröffnet. Die Musikhochschule ist Teil des 1999 gegründeten Nahost-Friedensprojektes "West-Eastern Divan Orchestra". Die Idee dazu geht auf den Stardirigenten und Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, Daniel Barenboim, und den 2003 gestorbenen amerikanisch-palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said zurück. Bereits im Oktober haben in der privaten Hochschule 37 junge Studenten aus dem Nahen Osten ihre vierjährige Ausbildung begonnen. In den kommenden zwei Jahren soll die Zahl der Studenten auf rund 90 steigen. Finanziert wird die Einrichtung künftig durch den Bund.

Leipziger Buchpreis für Mathias Enard

20.000 Euro Preisgeld für den Roman "Kompass"

Der französische Schriftsteller und Übersetzer Mathias Enard erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2017. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird ihm für seinen Roman "Kompass" verliehen, wie die Veranstalter der Leipziger Buchmesse mitteilten. Die Preisverleihung findet zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 22. März 2017 im Gewandhaus statt. Die Laudatio hält die Geschichtswissenschaftlerin Leyla Dakhli. Zur Begründung führte die Jury an, in seinem "von Wissen sprühenden Roman" zeige Enard auf, wie die islamische, die christliche und die jüdische Tradition ineinandergriffen. In einer Zeit von Spaltung und Hass trete der Autor als "einzigartiger Vermittler" auf, als "leidenschaftlicher Orientforscher, der sich durch einen stupenden Kenntnisreichtum auszeichnet sowie durch literarische Sprachkraft".

Bremer Bildungssenatorin für Smartphones an Schulen

Kultusministerkonferenz stellt heute Digitalstrategie vor

Die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan spricht sich für eine stärkere Nutzung privater Smartphones im Unterricht aus. "Alle besitzen ein Smartphone, warum sollen wir sie dann nicht auch in der Schule einsetzen?", sagte Bogedan der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Medien sollten künftig in allen Fächern flächendeckend eine Rolle spielen, sagte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz weiter. Die Kultusministerkonferenz will heute auf ihrer Sitzung in Berlin ihre Digitalstrategie vorlegen. "Darin legen wir außerordentlichen Wert darauf, dass Bildung in der digitalen Welt ganz eng mit entsprechenden didaktischen Konzepten verknüpft ist", kündigte die SPD-Politikerin an. Die Digitalisierung erweitere die Möglichkeiten bei der Aneignung von Wissen.

"Forbes"-Liste der überbezahlten Filmstars

Johnny Depp vor Will Smith

Johnny Depp (53) führt zum zweiten Mal in Folge die "Forbes"-Liste der sogenannten überbezahlten Hollywood-Stars an. Für jeden in ihn investierten US-Dollar habe der Schauspieler zuletzt an den Kinokassen nur 2,80 Dollar (ca. 2,60 Euro) eingespielt, berichtete das New Yorker Wirtschaftsmagazin. "Forbes" verglich die Einspielergebnisse der letzten drei Filme, in denen die Stars vor Juni 2016 zu sehen waren, mit den Kosten, vor allem den Gagen der Hauptdarsteller. Auf den weiteren Plätzen der Filmstars, die nach den "Forbes"-Berechnungen ihre Gagen kaum wert sind, folgen: Will Smith (brachte 5,00 Dollar pro investiertem Dollar ein), Channing Tatum (6,00 Dollar), Will Ferrell (6,50 Dollar) und George Clooney (6,70 Dollar). Die Top-Ten-Liste wird von Adam Sandler, Mark Wahlberg, Leonardo DiCaprio, Julia Roberts und Bradley Cooper abgerundet.

Kulturrat: Eröffnung der Teheran-Schau gefordert

Ausstellung sei "kulturpolitisch wichtig"

Der Deutsche Kulturrat hält die Eröffnung der geplanten und verschobenen Teheran-Ausstellung in Berlin für wichtig. "Natürlich ist der Iran ein schwieriger Partner und selbstverständlich darf man sich von diesem Partner auch nicht an der Nase herumführen lassen. Ich denke dennoch, dass es sich kulturpolitisch lohnt, sich um diese Ausstellung zu bemühen", sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann der Katholischen Nachrichten-Agentur in Berlin. Der Wille, Werke aus der legendären Sammlung der Farah Diba nach Berlin zu bringen, sei "ein Zeichen der zaghaften Öffnung des Irans", so Zimmermann. Wann die Schau im Martin Gropius Bau eröffnet werden kann, ist mangels unterzeichneter Ausfuhrgenehmigungen weiterhin offen. Ursprünglich sollte die Ausstellung vom 4. Dezember an für das Publikum zugänglich sein. Mitte dieser Woche waren der Kurator Joachim Jäger und der Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation im Auswärtigen Amt, Andreas Görgen, zu Gesprächen in den Iran gereist.

Archäologen finden 1.800 Jahre alte Keramik

Bei Ausgrabungsarbeiten wegen einer Infrastrukturmaßnahme

Archäologen haben in der kolumbianischen Stadt Medellin einem Zeitungsbericht zufolge 1.800 Jahre alte Keramikteile gefunden, die einem indigenen Volk gehören. "Die Fundstücke geben einen Einblick, wie sich das historische Zentrum von Medellin in den letzten 2.000 Jahren verändert hat", sagte Archäologin Paula Andrea Gallego Munoz der Tageszeitung "El Colombiano". Die Ausgrabungsarbeiten fanden wegen einer Infrastrukturmaßnahme statt.

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