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Musikfeuilleton | Beitrag vom 23.06.2019

Zeitschriften für GegenwartsmusikVom Aussterben bedroht

Von Leonie Reineke

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John Cage sitzt seitlich auf einem Stuhl und blickt in die Kamera (imago)
Der amerikanische Komponist John Cage im Jahr 1992 (imago)

Im deutschsprachigen Raum ist die Zeitschriftenlandschaft gut bestückt. Allerdings haben viele Herausgeber in letzter Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Die digitale Konkurrenz scheint die Spezies der Musikzeitschrift zu verdrängen.

Sprechen über Musik ist ein wesentlicher Bestandteil der abendländischen Konzertkultur. Nachgedacht und diskutiert wird an Musikhochschulen, bei Festivals, in Konferenzen, Konzertpausen oder in der Kneipe; vor allem aber in Musikzeitschriften. Sie reflektieren aktuelle Strömungen oder Debatten, und stoßen bisweilen sogar neue Diskurse an. Um sich weiterzuentwickeln, braucht Musik den Hallraum des Diskurses – und das am besten in ausführlicher Form. Regelmäßig erscheinende Zeitschriften sind dafür zuverlässige Plattformen.

2018 wurden zwei Traditionszeitschriften eingestellt

Allerdings haben viele von ihnen auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen: finanziellen Engpässen etwa oder schwindender Aufmerksamkeit. So auch in der neuen Musik: Facebook-Diskussionen zu aktuellen Fragestellungen oder laufenden Veranstaltungen sind hier inzwischen üblich geworden. Gleichzeitig sinken die Abonnentenzahlen der Zeitschriften. 2018 wurden gleich zwei Traditionszeitschriften für Gegenwartsmusik eingestellt: die "Österreichische Musikzeitschrift" und die hauptsächlich vom Schweizerischen Tonkünstlerverein getragene, mehrsprachige "dissonance".

Wie lassen sich solche Entwicklungen ausgleichen? Leonie Reineke hat dafür Akteure und Herausgeber deutschsprachiger Zeitschriften für Neue Musik befragt: Gisela Nauck und Bastian Zimmermann ("positionen"), Till Knipper ("Neue Zeitschrift für Musik"), Christoph Haffter ("dissonance"), Hartmut Welscher ("VAN") und Gisela Gronemeyer ("Musiktexte").

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