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Sonntagmorgen | Beitrag vom 11.10.2015

Zeig mir deine Schuhe… …und ich sage dir, wer du bist!

Von Matthias Hanselmann

Eine Frau in Jakarta (Indonesien) trägt "high heels" oder Stöckelschuhe (AFP/Adek Berry)
Eine Frau in Jakarta (Indonesien) trägt "high heels" oder Stöckelschuhe (AFP/Adek Berry)

Sie heißen Damenschuhe, Herrenschuhe, Sneakers, High Heels, Stöckel-, Lauf-, Fußball-, Wander- oder Tanzschuhe, Engineer-, Cowboy- oder Derbyboots, Mokassins und, und, und. "Gib einem Mädchen die richtigen Schuhe und es kann die ganze Welt erobern.", sagte Marilyn Monroe. Nur welche sind das? Das muss leider jede(r) selbst entscheiden.

Der wohl berühmteste Schuh der Popgeschichte ist ein Velour- oder Wildlederschuh, auf Englisch: Blue Suede Shoe. Carl Perkins hatte damit 1956 den größten Hit seines Lebens, später verhalt Elvis Presley dem Song erneut zu Weltruhm. Spannend ist, wie der Song entstand: Er basiert nämlich auf einer Geschichte von Johnny Cash! Als dieser in seiner Armee-Zeit in Landsberg am Lech stationiert war, hatte er einen Vorgesetzten, der extrem viel Wert auf gute Kleidung legte, so auch Schuhe. Er ermahnte seine GIs immer mit den Worten: "Just don't step on my blue suede shoes."

Jahre später erzählte Johnny Cash diese Geschichte Carl Perkins. Dann fiel Perkins ein junger Mann auf, der versuchte, seine Freundin beim Tanzen auf  Distanz zu halten, damit diese nicht auf seine neuen Schuhe trat. So entstand die Idee zu einem der größten Rock'n' Roll-Hits aller Zeiten. Inzwischen wimmelt die Rock- und Popgeschichte von Songs zum Thema Schuhe. Von "These boots are made for walking" über "High heeled sneakers" bis "Old brown shoe".

Musikalische Histörchen
Am 11. Oktober 1969 starben drei Menschen bei einem Autounfall in Chicago, Illinois. Der vierte Insasse des Fahrzeugs, Muddy Waters, wurde so schwer verletzt, dass er ein Jahr lang weder seine Gitarre spielen konnte, geschweige denn ein Konzert geben. Muddy Waters, 1913 in Mississippi geboren, gilt als Nummer 17 der "besten Künstler aller Zeiten", so sah es jedenfalls das Musikmagazin Rolling Stone. In Deer Creek aufgewachsen bekam McKinley Morganfield – so sein bürgerlicher Name – schnell den Spitznamen "Muddy Waters". Schuld daran war der Schlamm, mit dem er sich beim Spielen eindreckte. Während seiner Zeit als Traktorfahrer auf einer Farm nahm der Musikforscher Alan Lomax einige Songs mit ihm auf, von denen zwei dann auch auf Schellackplatte erschienen. 1943 zog es Muddy Waters nach Chicago und hier tauschte er seine akustische Gitarre gegen die elektrische und wurde schnell zu einer Leitfigur des Chicago Blues. Sich den Zeichen der Zeit in den 60er Jahren beugend, versuchte er sich auch im Psychedelischen, kehrte aber - wahrscheinlich der Diskussionen über diese Aufnahmen leid - zum ursprünglichen Chicago-Stil zurück. Er starb 1983.

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