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Konzert / Archiv | Beitrag vom 16.08.2020

Young Euro Classic 2020: European Union Youth Orchestra Festlicher Abschluss

Moderation: Masche Drost

Eine Cellist sitzt vor einem weiteren Cellisten, die beide aus Mozart-Noten spielen. (MUTESOUVENIR / Kai Bienert)
Mitglieder des European Union Youth Orchestra beim Mozart-Einsatz. (MUTESOUVENIR / Kai Bienert)

Wer im European Union Youth Orchestra, kurz EUYO, spielt, gehört zu den auserwählten 140 Musikern von Tausenden, die sich bewerben. In Kleinbesetzungen bestritt das Orchester den Abschluss des Festivals "Young Euro Classic" mit Mozart und raffiniert arrangiertem Beethoven.

Vor knapp 35 Jahren wurde das European Union Youth Orchestra gegründet – das Jugendorchester der Europäischen Union. Wer zu den 140 Mitgliedern zählt, kann sich glücklich schätzen. Er hat sich durchgesetzt, gegen Tausende von anderen Bewerbern aus der ganzen Europäischen Union.

Das EUYO gehört zu den besten Jugendorchestern der Welt – kein Wunder bei Chefdirigenten wie Claudio Abbado, Vladimir Ashkenazy oder Bernhard Haitink – und Gastdirigenten wie Karajan, Barenboim oder Bernstein.

Nina Knopp stellt das Orchester vor:

Das European Union Youth Orchestra sollte die diesjährige Ausgabe von Young Euro Classic in Berlin feierlich beenden – das hat es auch, natürlich in Corona-reduzierter Besetzung. Deutschlandfunk Kultur war für Sie dabei.

Die erste Wahl fiel auf Mozarts Divertimento KV 136, um den Geist der Zuhörer zu beleben. Musik, die der 16-Jährige, beflügelt nach seinen Erfolgen in Italien, aus dem Ärmel schüttelte.

Mozart - Garant für gute Laune

Das Divertimento ist heiter, prickelnd vor Lebensfreude und von unwiderstehlichem Charme. Mozart wusste, wie er ein Publikum für sich gewinnen konnte. Und die jungen Musiker des European Youth Orchestra wussten es auch: Mit Spielfreude und Verve.

Extraauftritt für die Hornisten

Das Horn kann lyrische Waldstimmung verbreiten, oder trubelige, es kann feierliche Stimmung aufkommen lassen. All das zeigten die vier Hornisten des Orchesters: Lucie Krysatis, Anton Oskar Doppelbauer, Jacob Dean und Henrike Graf.

Sie spielten Musik von Nikolai Tscherepnin, Schüler von Rimski-Korsakow, musikalischer Leiter der "Ballets russes", später selbst Professor am Konservatorium und ein Leben lang im Schatten von erfolgreicheren und auch begabteren Kommilitonen wie Strawinski oder Prokofiev. Seine Hornquartette op. 35 sind sehr ausdrucksvolle Miniaturen.

Hornisten stehen in weitem Abstand voneinander und spielen auf einer Bühne. (MUTESOUVENIR / Kai Bienert)Die Hornisten des EUYO bekommen einen Extraauftritt. (MUTESOUVENIR / Kai Bienert)

Drei der sechs Quartette waren zu erleben. Drunter das Nocturne - ein elegisches Stück schönster Hornschwärmerei. Die folgende Jagd ist das rasante und rhythmisch getriebene Gegenstück dazu. Danach erklang der Choral, der auf "Wachet auf, ruft uns die Stimme" basiert.

Finnisches Intermezzo

Tief ist die finnische Seele, und tief ist der finnische Tango – hier im Wortsinn, in diesem Arrangement für 4 Kontrabässe von Peter Grans. Vier finnische Tangos arrangierte Peter Grans für die besondere Besetzung von vier Kontrabässen. Gespielt von Daniel Juan Vasallo, Adrian Eriksson, Pavel Hudek und Marta Carvalho Foley.

Nicht ohne Beethoven

Im Jubiläumsjahr geht fast kein Konzert ohne den großen Komponistenjubilaten. Die Musiker wählten an diesem Abend die erste Sinfonie, aber in einem Arrangement eines Beethoven-Zeitgenossen, das nur 11 Musiker forderte. Dieser nahm die Kritik der Uraufführung wörtlich, die eine zu große Bläserlastigkeit betonte. Und genau das bediente Georg Schmitt, indem er nur einen Streicher und sonst nur Bläser für seine Besetzung wählte: jeweils zwei Klarinetten, Oboen, Flöten, Fagotte, Hörner und einen Kontrabass.

Aufzeichnung des Konzertes vom 10. August 2020 im Konzerthaus Berlin

Wolfgang Amadeus Mozart
Divertimento D-Dur für Streicher KV 136

Nikolai Tscherepnin
Drei Hornquartette aus op. 35

Traditional finnischer Tango (arrangiert von Peter Grans)
"Memories of Turku" für Kontrabassquartett

Ludwig van Beethoven (Arr. Georg Schmitt)
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
für Bläserensemble und Kontrabass

Mitglieder des European Union Youth Orchestra
Leitung: Victor Aviat

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