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Kulturnachrichten

Donnerstag, 2. Juni 2016

Yannick Nézet-Séguin neuer Chef der Metropolitan Opera

Dirigent tritt die Nachfolge von James Levine offiziell 2020 an

Der Kanadier Yannick Nézet-Séguin wird Chefdirigent der Metropolitan Oper in New York. Als "musikalischer Direktor" werde er die wichtigsten Entscheidungen zu Orchester, Chor und anderen beteiligten Musikern treffen, teilte die Met mit. Darüber hinaus werde er umgehend an der künstlerischen Planung beteiligt. Über die Spielsaison, das Repertoire und neue Produktionen werde der 41jährige gemeinsam mit Manager Peter Gelb entscheiden. In der Übergangsphase bis 2020 soll Nézet-Séguin zwei Opern pro Saison dirigieren. In der Saison 2020/21 werde er offiziell die Nachfolge von James Levine antreten und fünf Opern dirigieren. Yannick Nézet-Séguin ist seit 2012 Chefdirigent des Philadelphia Orchestra, das mit seiner ersten Deutschland-Tour vor einem Jahr einen großen Erfolg feierte. Diesen Posten soll er parallel zur neuen Aufgabe in New York noch bis 2026 halten.

Prince an versehentlicher Überdosis gestorben

Musiker verabreichte sich offenbar selbst Schmerzmittel

Sechs Wochen nach dem überraschenden Tod von Prince steht die Todesursache offiziell fest: Der US-Popstar starb an der Überdosis eines Schmerzmittels. Die Gerichtsmedizin im US-Bundesstaat Minnesota schloss am Donnerstag einen Suizid aus und sprach von einem "Unfall". Prince habe sich selbst "versehentlich" eine zu hohe Dosis von Fetanyl verabreicht. Dabei handelt es sich um ein überaus starkes synthetisches Opiat, das Morphium ähnelt. Es wird beispielsweise in der Anästhesie und für die Behandlung starker chronischer Schmerzen angewendet. Die Gerichtsmedizin im Heimatstaat des Musikers machte in ihrer Mitteilung keine weiteren Detailangaben. Unklar blieb also, warum der Sänger, Gitarrist und Komponist das Schmerzmittel einnahm. Prince war am 21. April tot in seinem Anwesen Paisley Park in der Nähe der Großstadt Minneapolis aufgefunden worden. Er wurde 57 Jahre alt.

Louvre muss wegen Hochwassers am Freitag schließen

Freiwillige unterstützen den Museums-Chef

Wegen des Hochwassers in Paris bleibt der Louvre am Freitag geschlossen. Werke in den unterirdischen Depots werden in Sicherheit gebracht, teilte das Museum mit. Sie sollen in höher gelegene Etagen gebracht werden. Direktor Jean-Luc Martinez hatte in einer internen Mail schon am frühen Nachmittag um Unterstützung seiner Mitarbeiter gebeten. Wegen der heftigen Regenfälle der vergangenen Tage ist die durch Paris fließende Seine stark angeschwollen. Am Freitag wird ein Pegelstand von sechs Metern erwartet.

DOV erleichtert über Rettung des Europäischen Jugendorchesters

Deutsche Orchestervereinigung mahnt zugleich langfristige Lösung an

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission zur weiteren Unterstützung des Europäischen Jugendorchesters. Das renommierte Orchester soll im laufenden Jahr einen Zuschuss von 600.000 Euro erhalten. Auch für 2017 sei eine finanzielle Unterstützung eingeplant. Zur längerfristigen Finanzierung will die EU-Kommission später Vorschläge machen. DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens kritisierte: "Nur ohne finanzielle Sorgen können die jungen Musikerinnen und Musiker aus ganz Europa ihre Arbeit auf künstlerisch exzellentem Niveau fortführen". Daher benötige das Europäische Jugendorchester eine "nachhaltige institutionelle Förderung". 1976 auf einen Beschluss des EU-Parlaments hin gegründet, ist das Europäische Jugendorchester ein Ausbildungsorchester für bis zu 140 begabte Nachwuchsmusiker aus allen 28 EU-Staaten. Das Orchester sah sich akut bedroht, weil seit vergangenem Jahr von der EU nicht mehr als Institution, sondern nur als Projekte gefördert werden. Der Antrag für 2016 war erfolglos geblieben.

Heinz Mack erhält höchste Düsseldorfer Auszeichnung

Die Verleihung findet am 9. Juni im Rathaus statt

Heinz Mack wird mit dem Düsseldorfer Jan-Wellem-Ring ausgezeichnet. Der inzwischen 85jährige hatte an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert und zusammen mit dem verstorbenen Otto Piene 1957 die Kunstbewegung ZERO gegründet. Der Name stand für sie als "eine Zone des Schweigens und neuer Möglichkeiten, nicht als Ausdruck des Nihilismus oder einen Dada-ähnlichen Gag. Wir dachten an Countdown vor dem Raketenstart, in der ein alter Zustand in einen unbekannten neuen übergeht“. Als Gruppe verschaffte sie sich internationale Anerkennung. Bekannt wurde Mack für seine glitzernden Stelen, Lichrotoren und Metallreliefs. Er lebt in Mönchengladbach.

Präsident des DHM legt Amt nieder

Kommission weiter auf der Suche nach einem Nachfolger

Nun ist es offiziell: Der Präsident des Deutschen Historischen Museums in Berlin, Alexander Koch, ist von seinem Amt zurückgetreten. Bis zur Neubesetzung wird Kochs bisherige Stellvertreterin Ulrike Kretzschmar das Museum leiten. Medien hatten bereits Mitte Mai über eine Ablösung Kochs berichtet, der das Amt 2011 übernommen hatte. Gegen Koch war Kritik laut geworden: So war den Ausstellungen mangelnde Attraktivität vorgeworfen worden. Als Begründung für Kochs Rücktritt nannte der Vorsitzende des Kuratoriums, Günter Winands, "unterschiedliche Auffassungen zur Weiterentwicklung und Führung des Museums". Nach "konstruktiver Diskussion" habe man "gemeinsam entschieden", die Zusammenarbeit nicht fortzusetzen.

Pina Bausch Video kann heute in Paris gezeigt werden

"L'Arche Editeur" spricht von "vorläufigem Kompromiss"

Der 1977 entstandene Videomitschnitt der Tanzproduktion "Renate wandert aus" von Pina Bausch kann heute im Centre Pompidou in Paris gezeigt werden. Das bestätigte der französische Verlag "L'Arche Editeur" Deutschlandradio Kultur. Verlagschef Rudolf Rach erklärte, man habe einen Kompromiss mit der Pina Bausch Stiftung "akzeptiert". Der Verlag stellt "vorläufig den Verkauf von 'Renate wandert aus' ein und versucht innerhalb der nächsten sechs Wochen zu einem Kompriss zu dem gesamten Problem zu kommen." Strittig sei noch, so Rach, wie die Stiftung sicher sein könne, dass sein Verlag ihr "nicht leere Bänder andreht." Hintergrund ist, dass Rach lange die Rechte am Werk von Pina Bausch vertreten und Filmproduktionen ihrer Werke vorfinanziert hat. Mit dem Tod der Choreografin 2009 waren alle Urheberrechte an ihren Stücken und Choreografien auf die Stiftung übergegangen. Vorsitzender des Vorstands ist Bausch-Sohn Salomon. Er hatte gefordert, sämtliche im Verlag "L'Arche Editeur" lagernende Aufzeichungen in die Stiftung zu überführen. Im aktuellen Fall war er mit dem von Rach vorgenommenen Schnitt von "Renate wandert aus" nicht einverstanden gewesen.

Linienbus in Halle mit gelbem Genscher-Sitz

Demnächst wird auch ein Bus für den Maler Lyonel Feininger fahren

Mit einem gelben Sitzplatz erinnern die Stadt halle und die städtischen Verkehrsbetriebe an Hans-Dietrich Genscher. Ein Bus der Linie 27 wurde hinter dem Fahrer mit einem gelben Sitz ausgestattet, um an den Ehrenbürger Genscher und seine legendären sonnenfarbenen Pullunder zu erinnern. Die Linie führt durch Reideberg, den Geburtsort des im März verstorbenen Politikers. Geplant hat die Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) fünf weitere Busse mit Namen von Prominenten, die in der Stadt gewirkt haben. Dazu gehören der Astronom Christoph Semler, der Naturwissenschaftler Johann Reinhold Forster, der Mediziner Johann Christian Reil, der Architekt Richard Paulick und der Maler Lyonel Feininger.

Bulgarien stellt 50 Millionen Euro für Kulturerbe bereit

Weitere 50 Millionen Euro stellt die Europäische Union zur Verfügung

In Bulgarien kann das reiche Kulturerbe mit 100 Millionen Euro restauriert werden. Diese Summe teilen sich der Staat und das EU-Programm "Regionen im Wachstum". Priorität sollen Anziehungspunkte für Touristen haben. Das erläuterte die bulgarische Ministerin für regionale Entwicklung, Liljana Pawlowa, in einem Interview der Zeitung "Standart" in Sofia. Das 2014 neu geschaffene Ministerium für Tourismus möchte mit Bulgariens archäologischen Stätten unter anderem aus der Zeit der Thraker und Römer mehr Urlauber anlocken, bislang fehlt es aber auch an der nötigen Infrastruktur.

Berliner Gaslaternen kommen in umzäuntes Areal

Das Deutsche Technikmuseum will sie in ihrem Museumspark integrieren

Keine nächtlichen Spaziergänge mehr unter den Gaslaternen des Berliner Tiergartens. Die knapp 100 beschaulichen Stücke, die die Geschichte der Straßenlaterne in der Hauptstadt dokumentieren, müssen nach Kreuzberg abwandern. Grund für den Umzug auf das Areal des Deutschen Technikmuseums ist Vandalismus. Wie die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Roland, dem RBB bestätigte, soll der Umzug Ende des Jahres stattfinden. Zuvor sollen reparaturbedürftige Gaslaternen erneut restauriert werden. Dem Umzug zugestimmt hätten neben der Senatskulturverwaltung auch der Denkmalschutz, erläuterte Roland. Ziel sei es, möglichst viele der Laternen auf umzäuntem Gelände zu zeigen. Die Laternen stammen aus der Zeit zwischen 1826 und 1956 und stammen sowohl aus deutschen als aus europäischen Städten.

Wegen guter Konjunktur fordert Bühnenverein Ende des Sparens

Öffentliche Finanzierung für Theater und ihre Beschäftigten derzeit unzureichend

Der Deutsche Bühnenverein fordert angesichts der stabilen Wirtschaftslage in Deutschland eine bessere Unterstützung durch die öffentliche Hand. "An dieser Stabilität müssen die Theater und ihre Mitarbeiter stärker partizipieren", forderte der Geschäftsführende Direktor Rolf Bolwin. Die Mitarbeiter litten unter einer teilweise immensen Verdichtung der Arbeit bei geringerem Verdienst. Aufgrund der Sparmaßnahmen der letzten 20 Jahre sei die Zahl der Theatermitarbeiter um etwa 6000 auf 39.000 gesunken, so Bolwin. Die Bühnen kämen heute vielerorts mit deutlich weniger Geld aus, vor allem wegen geänderter Tarifverträge und gekürzter Vergütungen. So würden inzwischen "rund 25.000" Verträge mit unständig Beschäftigten geschlossen. Früher seien es nur 8000 gewesen. Es sei ein Punkt erreicht, an dem sich Theater fragten, warum sie immer noch diejenigen seien, die besonders sparen sollen. "Wir haben unseren Beitrag geleistet." Zudem sei die wirtschaftliche Lage in Deutschland relativ stabil. Bolwin appellierte auch an Bund und Länder, Kommunen ausreichend mit Steuermitteln auszustatten. Morgen beginnt die Mitgliederversammlung des Vereins. In Kaiserslautern werden zur Jahreshauptversammlung mehr als 200 Intendanten und Direktoren deutscher Theater und Orchester sowie Kulturpolitiker erwartet. I

Paul-Lincke-Ring für Helge Schneider

Allrounder sei "ein Gesamtkunstwerk" heißt es zur Begründung

Helge Schneider erhält in den Paul-Lincke-Ring der Stadt Goslar. Der 60jährige habe als Musiker, Poet, Humorist, Kabarettist, Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller und Quatschmacher seit mehr als drei Jahrzehnten bewiesen, dass Witz und Weisheit eng verwandt seien. Mit "vordergründiger Blödelei" und "hintergründigem Humor" habe er die deutsche Unterhaltungslandschaft geprägt, heißt es in der Begründung der Jury. Die seit 1955 alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung erinnert an den Komponisten Paul Lincke. Die undotierte Auszeichnung ehrt Künstler, die sich um die deutsche Unterhaltungsmusik verdient gemacht haben. Frühere Preisträger waren unter anderem Clueso, Max Raabe, Die Fantastischen Vier, Klaus Doldinger und Ralph Siegel.

Holocaust-Denkmäler in Polen und Italien verunstaltet

Beide Denkmäler waren erst kürzlich errichtet worden

Zwei erst kürzlich errichtete Holocaust-Denkmäler in Polen und Italien sind Ziel von Vandalismus geworden. Wie die jüdische Wochenzeitung "tachles" in ihrer Onlineausgabe berichtet, schlugen die Täter im polnischen Raigrod, rund 200 Kilometer nordöstlich von Warschau, bereits zum zweiten Mal seit der Einweihung im September 2014 zu. Teile der Oberfläche des Denkmals seien abgebrochen sowie Beleidigungen und ein Nazi-Symbol aufgesprüht worden. Ein Davidstern sei zertrümmert worden. In Raigrod lebten dem Bericht zufolge vor dem Zweiten Weltkrieg 750 Juden, ein Drittel der Bevölkerung der Ortschaft. Im italienischen Bologna wurden demnach Slogans auf ein Denkmal geschrieben, das im Februar auf einem zentralen Platz eingeweiht worden war. Die Polizei behandelt den Fall laut örtlichen Presseberichten als ein mögliches Hassverbrechen.

Der Philosoph Bazon Brock wird 80

Alltagsästhetiker, Altvorderer des Happenings, Künstler ohne Werk

Der Philosoph Bazon Brock feiert heute seinen 80. Geburtstag. Der emeritierte Ästhetik-Professor hat ein umfangreiches denkerisches Werk geschaffen und viele Bücher geschrieben. Brock ist ein "Vordenker", wie es sie heute nur noch wenig gibt. In den 60er und 70er Jahren gehörte er zu den wichtigsten Kunstvermittlern. Brock veranstaltete Happenings mit Joseph Beuys. Seit 1968 brachte er mit seinen "Besucherschulen" auf der Kasseler Documenta den Menschen Kunst nahe. Philosophie hat bei Brock einen praktischen Alltagswert. Mit Peter Sloterdijk organisierte er zum Beispiel "Profi-Bürgerbewegungen" in Karlsruhe. Schon mit 29 Jahren bekam der gelernte Dramaturg und Doktor der Philosophie eine Ästhetik-Professur in Hamburg. Nach Stationen in Berlin und Wien wechselte Brock 1991 nach Wuppertal.

Konferenz zum Erhalt des syrischen Kulturerbes

Fachleute reisen auch aus Syrien nach Berlin

Rund 150 Experten aus aller Welt beraten ab heute in Berlin über Hilfen zur Rettung des syrischen Kulturerbes. Ziel sei, die laufenden nationalen und internationalen Aktivitäten zu koordinieren und erste Notsicherungspläne zu entwickeln, teilte das Auswärtige Amt mit. Es lädt gemeinsam mit der Unesco vom 2. bis 4. Juni zu der Konferenz ein. Die Zerstörung einmaliger Kulturgüter vor allem in der antiken Oasenstadt Palmyra durch die Terrororganisation "Islamischer Staat" hatte mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Zu der Konferenz in Berlin werden auch Experten aus Syrien erwartet.

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