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Frühkritik | Beitrag vom 15.06.2017

"Wonder Woman" von Patty JenkinsDie empathische Superheldin

Von Hannelore Heider

Die israelische Schauspielerin Gal Gadot als Diana in einer Szene des US-amerikanischen Films "Wonder Woman". (Clay Enos/ TM & © DC Comics)
Die israelische Schauspielerin Gal Gadot als Diana in einer Szene des US-amerikanischen Films "Wonder Woman". (Clay Enos/ TM & © DC Comics)

Heute startet "Wonder Woman" in den deutschen Kinos. Unsere Rezensentin Hannelore Heider hat den Film vorab gesehen und findet die neue Superheldin überzeugend - genau wie ihren sexy Counterpart.

Worum geht es?

"Wonder Woman" ist eine Superheldin aus dem DC-Universum, schon 1941 von William Moulton Marston erfunden. Sie war zum ersten Mal als Amazone im vergangenen Jahr im Film "Batman vs. Superman" zu sehen und spielt diesmal die Hauptrolle.

Als Tochter der Amazonenkönigin Hippolyta (Conni Nielsen) wird sie als "Diana" von dem auf einem idyllischen Eiland lebenden Amazonenheer als Kämpferin ausgebildet, um eine Mission zu erfüllen. Sie ist die Wunderwaffe gegen den Kriegsgott Ares, der gerade auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges die europäischen Völker gegeneinander treibt.

Der auf ihrer Insel gestrandete englische Spion Steve (Chris Pine) führt sie auf den Schauplatz des Krieges, wo sie die Menschen von ihrer grausamsten Seite kennenlernt. Diana glaubte, dass Gott Zeus die Menschen als gutes und friedliches Geschlecht erschaffen hat und muss sich nun vom Gegenteil überzeugen.

Im festen Glauben, dass durch den Tod Ares' der Krieg endet, schließt sie sich ihrem Führer an, der selbst in geheimer Mission den Einsatz von Senfgas durch den deutschen General Ludendorff (Danny Huston) und seine skrupellose Giftmischerin (Elena Anaya) verhindern will. Es kommt zum genregemäßen großen Show Down von Wonder Woman gegen Ares.

Was ist das Besondere an dem Film?

Hier wird kein normaler Junge, sondern eine von Geburt an ungewöhnliche Frau zur Superheldin. Nicht wissend um das Geheimnis ihrer Herkunft als Tochter von Zeus und ihrer magischen Kräfte, kämpft sie sich als Amazone an die Spitze eines verteidigungsbereiten Amazonenheeres, denn der Superböse, der Kriegsgott Ares, ist noch sehr aktiv auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkrieges.

Aber Superheldin ist man immer und überall, insofern ist die Verbindung von antiker Idylle und millionenfachem grausamen Sterben glaubwürdig, auch weil die Inszenierung kriegerischen Grauens im Rahmen comichafter Überhöhung viel besser zu ertragen ist.

Die an allen Geschöpfen Gottes Anteil nehmende Heldin steht eindeutig im Mittelpunkt, die Bösewichte des Filmes bekommen kaum Raum, ihre zynischen Machtfloskeln in die Kamera zu sprechen.

Der nach anstrengender Action entspannende Humor des Filmes ergibt sich ganz natürlich aus dem Zusammentreffen eines Menschenmannes und einer "Halbgöttin", deren Versuche einer Verständigung werden in komischen Dialogen geführt. Chris Pine ist so sexy wie noch nie und damit einer Wonder Woman würdig.

Bewertung

"Wonder Woman" ist nicht die erste weibliche Superheldin, aber die bisher überzeugendste, was sowohl an ihrer Inszenierung durch die Regisseurin Patty Jenkins liegt, aber ganz besonders auch an der israelischen Darstellerin Gal Gadot, die körperliche Stärke mit emotionaler Intensität vereinen kann.

Die weibliche Seite des Superheldenuniversums bringt interessante neue Aspekte außergewöhnlicher Fähigkeiten hervor, Emphatie zum Beispiel und damit eine sehr sympathische und zeitgemäß feminstisch-pazifistische Sicht.

"Wonder Woman"
USA 2017, Regie: Patty Jenkins
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Conni Nielsen, Danny Huston, David Thewlis
141 Minuten, ab 12 Jahren

 

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