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Das Blaue Sofa | Beitrag vom 16.10.2020

Wolfgang Ullrich: "Feindbild werden"Den Ost-West-Konflikt in der Kunst verstehen

Moderation: Thorsten Jantschek

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Philosoph und Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich beim 4. phil.COLOGNE am 22.05.2016 in Köln. (dpa / Horst Galuschka)
Wolfgang Ullrich, geboren 1967, ist Philosoph und Kunstwissenschaftler. Er lebt in Leipzig. (dpa / Horst Galuschka)

Das Verhältnis zwischen Künstler und Kritiker untersucht der Kunstwissenschaftler und Journalist Wolfgang Ullrich in "Feindbild werden". Als der Maler Neo Rauch ihm in polemischer Absicht ein Bild widmete, gab es darüber eine Feuilleton-Debatte.

Ein Kunstkritiker schreibt über Rechtstendenzen in der ostdeutschen Kunstszene. Ein Maler antwortet mit einem Bild: Es zeigt den Kunstkritiker als Maler, wie er Exkremente auf eine Leinwand schmiert. Darauf entbrennt eine heftige Debatte in den Feuilletons und sozialen Medien.

Was wie eine Posse klingt, ist im vergangenen Jahr tatsächlich passiert. Der Kunstkritiker heißt Wolfgang Ullrich und schreibt für die "Zeit", der Maler ist Neo Rauch.

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Jetzt hat Ullrich die Geschichte in seinem Buch "Feindbild werden" noch einmal aufgegriffen. Nicht um damit eine private Fehde in die nächste Runde zu tragen, betont er. Sondern um das Grundsätzliche, was in diesem Fall steckt, deutlich zu machen: das Verhältnis zwischen Künstler und Kritiker. Den Konflikt zwischen der Sehnsucht nach Heimat und dem Wunsch nach einer offenen Gesellschaft. Und die offenkundig wachsende Spannung zwischen Ost- und Westdeutschland:

"Es ist ein Buch, das hoffentlich dabei hilft, besser zu verstehen, warum es auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung Ost-West-Konflikte gibt – und das diese am Beispiel der Kunst genauer analysiert."

(uko)

Wolfgang Ullrich: "Feindbild werden. Ein Bericht"
Wagenbach, Berlin 2020
160 Seiten, 10,00 Euro

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