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Literatur / Archiv | Beitrag vom 12.08.2007

Wohin mit dem Koffer der Geschichte

Autoren unterwegs zwischen Köln, Kraków und Karlovy Vary

Von Cornelia Jentzsch

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Wird dieser schwere Koffer nicht allmählich zum Ballast für den schnelleren Schritt?  (Stock.XCHNG / David Ruiz)
Wird dieser schwere Koffer nicht allmählich zum Ballast für den schnelleren Schritt? (Stock.XCHNG / David Ruiz)

"Durchreisende sind wir alle" sagt die Schauspielerin Hanna Schygulla. Beweglichkeit gehört zur Grundausstattung des Menschen. Trieb im vorigen Jahrhundert der Zweite Weltkrieg ganze Ortschaften zur Flucht, wie es Hanna Schygulla erlebte, verlangen derzeit vor allem ökonomische Zwänge radikale Ortsveränderungen. Nicht nur Länder, sondern ganze Kontinente werden regelmäßig durchquert.

Doch auch die "inneren" Reisen dehnen sich aus, Lieblingsort unserer Kinder ist der Stuhl vor dem Computer. Hier jetten sie quer über den Globus und zwischen Informationen, Wissensgebieten, Landschaften und Bekanntschaften hin und her. Villem Flusser schrieb provokant, dass mit den neuen Medien eine auf Schrift fixierte Sprache verschwinden wird und mit ihr das geschichtlich-lineare Denken.

Die Frage drängt sich auf: Brauchen wir in Zukunft eigentlich noch Geschichte, wird dieser schwere Koffer nicht allmählich zum Ballast für den schnelleren Schritt? Nehmen Erinnerungen, das gut gefüllte Gedächtnis, nicht mittlerweile zu viel Raum ein? Verhindern wir damit die stromlinienförmige Gestalt, die wir so dringend benötigen im Wettlauf mit der Zeit? Eine bewegende Reise von Autoren und Schauspielern, unter ihnen Durs Grünbein, Herta Müller, Angela Winkler und Adam Zagajewski, an kulturgeschichtliche Orte in Mittel- und Osteuropa.

Manuskript zur Sendung als pdf oder im barrierefreien Textformat

Literatur

Schriftsteller, die gehenIch ist ein Wanderer
Peter Handke beim Spaziergang auf der Insel Lido, Venedig 1982. (imago images / Andrea Merola)

Das Gehen dient ihnen als Schmiermittel des Denkens oder auch als Schleichpfad zur Selbstfindung. Ob Tomas Espedal, Peter Handke, Virginia Woolf oder Samuel Beckett – sie alle berichten, dass die Bewegung zu Fuß entscheidend ist für ihr Schreiben. Mehr

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